Stand: 08.10.2019 10:18 Uhr

Der Boden fällt ins Bodenlose

Rettet den Boden - Warum wir um das Leben unter unseren Füßen kämpfen müssen
von Florian Schwinn

Der Boden unter unseren Füßen ist unsere Lebensgrundlage. Wir leben von dem, was er hergibt. Doch die moderne Landwirtschaft nutzt den Boden nur noch als bloßes Substrat, in das die Exkremente der industriellen Fleischfabrikation als Dünger fließen. Die Gesundheit des Bodens und der Menschen, die seine Früchte essen, ist dabei vollkommen aus dem Blick geraten. Wenn wir so weitermachen, stürze der Boden ins Bodenlose, meint Journalist und Autor Florian Schwinn. In seinem Buch "Rettet den Boden" beschreibt er den Zustand unserer Scholle und was wir tun könnten, um sie zu retten.

Buchcover: Rettet den Boden von Florian Schwinn. © Westend

"Rettet den Boden"

Kulturjournal -

Um die Gesundheit unserer Böden steht es schlecht. Florian Schwinn plädiert in seinem Buch "Rettet den Boden" für einen radikalen Umbau der Landwirtschaft.

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"Wenn wir jetzt nicht anfangen den Boden zu retten, das heißt anfangen die Wirtschaftsweise umzustellen und aufhören ihn durch Erosion zu verlieren, dann ist er verloren. In einigen Gebieten Deutschlands wird es dann steppenartige Entwicklungen geben und das können wir uns eigentlich nicht leisten. Wir müssen leben von diesem Boden", sagt Florian Schwinn.

In der konventionellen Landwirtschaft wird Kunstdünger verwendet und so das Leben im Boden geschädigt. Der Boden verliert seine Substanz, Humus genannt, die ihn fruchtbar macht. Wie könnte man das umkehren? Ein Lösung ist die sogenannte Kreislaufwirtschaft: "Was oberirdisch aufwächst, mähen wir und bringen es in den Stall und machen es zu Heu. Ein guter Teil davon kommt dann wieder zurück als Mist oder Jauche und dient wieder dem Humusaufbau", so Schwinn.

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So ist über Jahrhunderte hinweg fruchtbare Erde entstanden. Was oben landet, wandert in einem gesunden Boden wieder nach unten. Und das ernährt ihn und die Lebewesen im Boden. Doch ist es nicht gerade die viele Gülle, die den Boden auch zerstört? "Nicht, wenn ich eine flächengebundene Tierzahl habe. Wir reden hier von einer Kuh pro Hektar", sagt Schwinn. Allerdings liegt häufig mehr Gülle auf den Feldern, als sie vertragen. In der Gülle ist Nitrat enthalten, das über den Boden in unser Grundwasser gelangt - bei zu großer Menge ist das gesundheitsschädlich.

Gesunder Boden kann schädliches CO2 aus der Luft binden. Aber noch produziert die Landwirtschaft 13 Prozent der in Deutschland freigesetzten Treibhausgase. Das ließe sich ändern. "Wir sind jetzt an einer Stelle, an der die Bauern am Umdenken sind. Und dabei sollten wir sie unterstützen. Insofern habe ich Hoffnung", so Schwinn.

Rettet den Boden - Warum wir um das Leben unter unseren Füßen kämpfen müssen

von
Seitenzahl:
272 Seiten
Verlag:
Westend
Veröffentlichungsdatum:
04.06.2019
Bestellnummer:
9783864892424
Preis:
24,00 €

Dieses Thema im Programm:

Kulturjournal | 07.10.2019 | 22:45 Uhr

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