Stand: 11.01.2019 14:27 Uhr

Geheimtipp für Kinderbücher: Clémentine Beauvais

von Katharina Mahrenholtz

Die französische Autorin Clémentine Beauvais gilt in Deutschland noch als Geheimtipp für Kinder- und Jugendbücher. Bisher sind zwei Reihen und zwei Einzeltitel von ihr erschienen, zuletzt das Buch mit dem merkwürdigen Titel "Die Königinnen der Würstchen". Ein Treffen mit der Autorin.

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Die Französin Clémentine Beauvais schreibt sowohl auf Französisch als auch auf Englisch.

Mit 17 ist Clémentine Beauvais von Paris nach Cambridge gezogen, um dort Erziehungswissenschaften und Literatur zu studieren. Sie wollte drei Jahre bleiben - es sind zwölf geworden. Inzwischen lehrt und forscht sie an der Universität von York. Ihre Bücher schreibt sie meistens in ihrer Muttersprache Französisch - aber mitunter auch in Englisch - vor allem wenn es um Abenteuer und Action geht: "Englisch ist eine lautmalerische Sprache, ähnlich wie Deutsch, es hat diese kurzen Wörter“, erklärt die Autorin. "Wörter wie 'to wack' und 'to splash' haben wir nicht im Französischen. Manchmal kommt eine Geschichte zu dir in einer bestimmten Sprache."

Beliebte "Babysitter-Chaos"- Bücher auf Englisch verfasst

Zum Beispiel war die rasante Detektivroman-Reihe "Sunny Spyce" für Beauvais ein Stoff, den sie auf Englisch erzählen wollte, genau wie die herrlich abgedrehten "Babysitter-Chaos"-Bücher, in denen es um zwei Mädchen geht, die als Prinzenbetreuerinnen am englischen Königshof anheuern.

Weitere Informationen

Sunny Spyce - die grandios-geniale Geheimnis-Aufdeckerin

Die elfjährige Sunny wohnt mit ihren Eltern auf dem Gelände einer berühmten englischen Universität. Ihre Mutter ist Professorin, ihr Vater Pastor. Beide sind ziemlich verzweifelt, weil ihre Tochter sehr viel Blödsinn macht. mehr

"Die Königinnen der Würstchen" auf Französisch erschienen

Den zuletzt in Deutschland erschienenen Roman "Die Königinnen der Würstchen" hingegen hat sie auf Französisch geschrieben. Es geht um drei dicke Mädchen, die mit dem Fahrrad quer durch Frankreich fahren, weil jede in Paris eine Mission zu erfüllen hat. Auch diese Geschichte ist Beauvais-typisch schräg, lustig - und dabei manchmal wunderbar böse. Sie hat das Buch selbst ins Englische übersetzt, was manchmal schwierig war: "In Frankreich haben wir einen bissigeren Humor. In England muss man vorsichtiger sein. Zum Beispiel gab es eine Passage, in der Mireille und ihr Stiefvater zu einer Weinprobe gehen und sie sagt: 'Sieh zu, dass du mich heile nach Hause bringst.' Das ist nicht lustig in Großbritannien. Man macht hier keine Witze über Trinken und Autofahren."

Beauvais liegt die Leseförderung am Herzen

Als Autorin und Erziehungswissenschaftlerin liegt ihr die Leseförderung natürlich am Herzen. Andererseits kann sie das Lamentieren der Erwachsenen über nichtlesende Jugendliche nicht mehr hören: "Wenn ich frage, 'Wann haben Sie das letzte Buch gelesen?' und sie antworten: 'Hmmm, letztes Jahr im Urlaub', dann sage ich: 'Sie lesen nicht!" Die Autorin fragt sich, warum das Lesen so idealisiert wird. Wenn die Gesellschaft wolle, dass das Lesen wertgeschätzt wird, dann solle eine Show daraus gemacht werden. "Man kann von Teenagern nicht erwarten, dass sie lesen, während ihre Eltern die ganze Zeit am Smartphone sind", ergänzt Beauvais.

Erfrischend, klug, witzig und eloquent: Mit ihren Büchern trägt die Autorin auf jeden Fall dazu bei, dass man Lust auf Literatur bekommt.

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Cover des Kinderbuches "Das Babysitter-Chaos" Clémentine Beauvais, erschienen im Verlag Rowohlt Rotfuchs. © Verlag Königskinder

Porträt der Autorin Clementine Beauvais

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Erfrischend, klug, witzig und eloquent: Mit ihren Büchern trägt die Französin Clémentine Beauvais dazu bei, dass man Lust auf Literatur bekommt. Ein Porträt der Autorin.

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