Stand: 06.12.2018 16:45 Uhr

Kinder sollen besser lesen lernen

Regula Venske, Alexander Skipis und Kirsten Boie überreichen Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) und Helmut Holter (von links nach rechts) die Hamburger Erklärung.

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, das PEN-Zentrum Deutschland und die Kinderbuchautorin Kirsten Boie haben von der Bildungspolitik entschiedene Maßnahmen bei der Leseförderung von Kindern gefordert. Gemeinsam überreichten sie am Donnerstag die Hamburger Erklärung "Jedes Kind muss lesen lernen!" an Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) und den Präsidenten der Kultusministerkonferenz Helmut Holter (Linke). Rund 110.000 Menschen haben den Angaben zufolge seit August 2018 die Petition unterstützt.

Ein Fünftel der Viertklässler versteht Inhalte nicht

Mit ihrer Forderung stützten sich die Vertreter der Vereine und die Autorin auf die Ergebnisse einer Iglu-Studie, nach der ein Fünftel der Viertklässler in Deutschland Texte nicht so lesen könne, dass sie den Inhalt auch verstehen. Deutschland ist damit von Platz 5 auf Platz 21 abgerutscht. Zudem ist Deutschland das Land, bei dem das Ergebnis am stärksten von der sozialen Herkunft abhängt.

Die Initiatoren forderten im Gespräch in Berlin die Einrichtung einer Expertenkommission mit Beteiligung von Bund und Ländern. Außerdem sollen mehr Grundschullehrer eingestellt werden. "Lesen ist noch immer die Schlüsselqualifikation für die Teilhabe an der Gesellschaft", heißt es in der Erklärung.

Kirsten Boie sitzt mit Jan-Malte Andresen im Tonstudio des Landesfunkhauses in Kiel. © NDR Foto: Dominik Dührsen

Kirsten Boie zur "Hamburger Erklärung"

Autorin Kirsten Boie im Gespräch über die Hamburger Erklärung "Jedes Kind muss lesen lernen!

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"Schlechtes Lesen gefährdet die Demokratie"

Die Präsidentin des PEN-Zentrums Deutschland, Regula Venske, sagte: "Es gefährdet die Demokratie, wenn ein beträchtlicher Teil der Bürger unseres Landes nur noch unzureichend oder gar nicht mehr sinnentnehmend lesen und somit gar nicht oder unzureichend mitreden kann." Zudem sei es nicht hinnehmbar, dass sich die soziale Herkunft, ein Migrationshintergrund oder das Geschlecht negativ auf die Bildung auswirkten.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 06.12.2018 | 16:20 Uhr

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