Ein Bücherstapel liegt auf einem Holztisch vor einer farbigen Wand. © IMAGO / Shotshop

Neue Bücher 2022: Die spannendsten Neuerscheinungen

Stand: 27.09.2022 13:34 Uhr

Spannende Romane und fesselnde Erzählungen: Viele interessante Bücher sind 2022 bereits in deutscher Sprache erschienen und viele spannende Neuerscheinungen kommen noch. Unsere Buchempfehlungen ohne Gefallensgarantie.

von Maren Ahring, Alexander Solloch, Joachim Dicks und Anna Hartwich

Viele spannende Romane sind dieses Jahr erschienen. Unter anderem gibt es Neues von Theresia Enzensberger, Norbert Gstrein und Ferdinand von Schirach. Auch der internationale Buchmarkt gibt viel her: Auf Deutsch erschienen beispielsweise "Vernichten" von Michel Houellebecq, "Zum Paradies" von Hanya Yanagihara und "Violeta" von Isabel Allende. Ein Blick auf das Literaturjahr 2022.

NDR Buch des Monats Oktober: "Zur See von Dörte Hansen

In ihrem dritten Buch erzählt Dörte Hansen die Geschichte der alteingesessenen Insel-Familie Sander. Vater Jens lebt seit 20 Jahren zurückgezogen und einsam auf einer Vogelwarte. Seine Frau Hanne dagegen scheint ruhelos zu sein, wie getrieben, bloß nicht stehenbleiben. Alle Familienmitglieder sind eng mit der Insel verbunden, leben aber komplett nebeneinander her. Als ein Wal auf der Insel strandet, ist das der Wendepunkt der Geschichte. Plötzlich scheinen viele Dinge möglich

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Cover von Dörte Hansens "Zur See" © Penguin

NDR Buch des Monats Oktober: "Zur See" von Dörte Hansen

Hansens bislang bestes Buch handelt vom Verschwinden. Es geht um eine alteingesessene Familie auf einer namenlosen Insel in der Nordsee. mehr

"Sisi": Karen Duves Historienroman über die "Schönheits-Kaiserin"

"Sisi" ist ein Roman aus dem Maschinenraum des kaiserlichen Hofs, mit einer nach außen strahlenden, nach innen hadernden und getriebenen Kaiserin im Mittelpunkt. Es geht um Amouren und Affektiertheiten, um höfischen Gossip, um wer-mit-wem, legal oder illegal. Und wie nebenbei wird das Räderwerk der K.-u.-K.-Monarchie irgendwie am Laufen gehalten. Karen Duve bedient sich diesmal aber nicht nur ihres gewohnt lässig-lakonischen Erzählstils, sondern erweitert ihn um Moll-Tonarten. Auf diese Weise beschreibt sie mitreißend und melancholisch die B-Seite einer Kaiserinnenherrschaft, die die besten Zeiten hinter sich zu haben scheint.

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Cover von Karen Duves "Sisi" © Kiwi-Verlag

"Sisi": Karen Duves Roman über die B-Seite einer Kaiserinnenherrschaft

Karen Duve beschreibt in ihrem Historienroman eine nach außen strahlende, nach innen hadernde und getriebene Kaiserin. mehr

"Nachmittage": Anekdoten von Ferdinand von Schirach

Ferdinand von Schirach ist ein Meister der kleinen Form. Das beweist er auch mit seinem neuen Erzählband "Nachmittage". Das Buch versammelt insgesamt 26 durchnummerierte Skizzen und Notizen, Gedanken und kleine Geschichten, manchmal nur eine Seite lang. Sie handeln von Kunst und Kultur, Leben und Tod, Glauben und Wissen - und von den vielfältigen menschlichen Leidenschaften. In die tagebuchartigen Notate eingewoben sind immer wieder Reflexionen über Kunst und Kultur. Ein, zwei Nachmittage genügen, um das eher schmale Bändchen zu lesen. Doch die Bilder, Ideen und Geschichten darin hallen noch lange nach.

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Buchcover: Ferdinand von Schirach - Nachmittage © Luchterhand Verlag

"Nachmittage": Ferdinand von Schirachs neuer Erzählband

Mit dem neuen Erzählband beweist von Schirach erneut: Er ist ein Meister der kleinen Form. Die Bilder und Geschichten daraus hallen lange nach. mehr

"Da wo sonst das Gehirn ist": Witziger Roman mit Perspektivwechsel

Nach seinem skurrilen ersten Roman "Das eiserne Herz des Charlie Berg" hat der Hamburger Autor Sebastian Stuertz sein zweites Buch geschrieben. "Da wo sonst das Gehirn ist" beginnt als rasantes, komisches Buch übers Erwachsenwerden. Zunächst folgt Stuertz Alina und beschreibt typische Teenager-Probleme: erste Liebe, peinliche Eltern, Mobbing. Dann plötzlich: Schnitt! Dieselbe Geschichte wird aus der Sicht eines elitären Literatur-Zynikers und Misanthropen erzählt. Ein frustrierter alter weißer Mann, der sich den Zorn aus dem schwarzen Herzen schreibt.

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Foto von Buch "Da wo sonst das Gehirn ist" © NDR/ Annette Matz/ btb Verlag

Unterhaltsam, spannend, witzig: "Da wo sonst das Gehirn ist"

Nach seinem skurrilen Debütroman ist jetzt das zweites Buch des Hamburger Autors Sebastian Stuertz erschienen. mehr

"Auf See": Komplexer Zukunftsroman von Theresia Enzensberger

Mitten auf der Ostsee lebt die siebzehnjährige Yada in der "Seestadt", einer künstlich angelegten Siedlung. Erdacht und gebaut wurde sie von ihrem Vater für den Fall, dass die übrige Welt kollabiert. Die Siedlung ist autark und völlig von der Außenwelt abgeschnitten. Die zweite Hauptfigur des Romans ist Helena: Sie ist Künstlerin und Influencerin, hat keinen festen Wohnsitz und lebt quasi als Nomadin mitten in Berlin. Abwechselnd erzählt Theresia Enzensberger die Geschichten der beiden Frauen, bis sie aufeinandertreffen.

"Auf See" ist ein dystopisches Buch, das sich mit der Frage beschäftigt: Wie kann die Zukunft aussehen? Das ist manchmal komplex, liest sich aber trotzdem leicht, denn Enzensberger findet einen direkten, einfachen Ton für ihren zweiten Roman.

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Buchcover: Theresia Enzensberger - Auf See © Hanser Verlag

NDR Buch des Monats September: "Auf See" von Theresia Enzensberger

"Auf See" ist ein komplexer Roman, der viele Fragen stellt und die eine große: Wie kann die Zukunft aussehen? mehr

"Vier Tage, drei Nächte" - Norbert Gstreins merkwürdiger Roman

Im vergangenen Jahr schaffte es der österreichische Schriftsteller Gstrein, der seit vielen Jahren in Hamburg lebt, mit seinem Roman "Der zweite Jakob" auf die Shortlist für den Deutschen Buchpreis. Jetzt ist sein neues Buch erschienen und im Mittelpunkt stehen die Halbgeschwister Ines und Elisa, die sich ineinander verlieben, ohne zu wissen, dass sie verwandt sind. Die Corona-Jahre bilden den Rahmen der Geschichte.  Im Kern geht es aber um das Thema "Identität", wie so oft bei Gstrein. Formal und inhaltlich kann "Vier Tage, drei Nächte" nicht überzeugen, dafür lässt der Autor am Ende zu viele Fragen offen. Sprachlich allerdings findet man immer wieder Sätze, die Norbert Gstreins Könnerschaft zeigen.

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Buchcover: Norbert Gstrein - Vier Tage, drei Nächte © Hanser Verlag

"Vier Tage, drei Nächte": Norbert Gstreins merkwürdiger Roman

In Gstreins neuem Roman geht es um unerfüllbares Begehren, um Inzest und um patriachalische Herrschaftsstrukturen. mehr

"Der letzte weiße Mann": Mohsin Hamids interessantes Gedankenspiel

Der in Pakistan geborene Autor Mohsin Hamid gilt als einer der interessantesten Autoren der Gegenwart. Mit seinen Büchern war er bereits zweimal für den Man-Booker-Preis nominiert. Sein neuer Roman erinnert zu Beginn an Kafkas "Die Verwandlung". Denn die Hauptfigur Anders erwacht eines Morgens - mit dunkler Hautfarbe. Von diesem Moment ändert sich sein Leben, er fühlt sich permanent beobachtet, verdächtigt - und seine Beziehung zu einer Frau wird ebenfalls auf die Probe gestellt. Aber Anders ist nicht allein: Bei immer mehr Menschen ändert sich die Hautfarbe - ein gesellschaftliches Phänomen? "Der letzte weiße Mann" ist ein anregendes Gedankenspiel, aber beim Lesen hält sich das Gefühl, dass die Wirklichkeit in Wahrheit doch etwas komplizierter ist.

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Buchcover: Mohsin Hamid - Der letzte weiße Mann © Dumont Verlag

"Der letzte weiße Mann": Mohsin Hamids interessantes Gedankenspiel

In Hamids Roman werden Menschen über Nacht dunkelhäutig, bis die Weißen eine kaum noch auszumachende Minderheit sind. mehr

"Robuste Herzen": Volker Jarcks poetische Familiengeschichte

Eine fiktive Stadt in Norddeutschland - hier treffen sich die drei Geschwister Katja, Leon und Milena nach dem Tod der Mutter, um den Haushalt aufzulösen. Einige Erinnerungsstücke katapultieren sie dabei in die Vergangenheit zurück. Romananfänge wie diesen hat es in den letzten Jahren einige gegeben, aber Volker Jarcks entwickelt daraus eine poetische Geschichte. Es geht um Heimat und Lebenskrisen, denn alle drei Geschwister hadern mit ihrer derzeitigen Lebenssituation. Wie viel Mut braucht es, um neu anzufangen? Die große Stärke des Buchs: Jarcks analytischer Blick auf die Dramen des Lebens und die komischen und empathischen Beschreibungen dessen.

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Buchcover: Volker Jarck - Robuste Herzen © S. Fischer Verlag

"Robuste Herzen": Berührender Familienroman von Volker Jarck

Die poetische Geschichte des gebürtigen Norddeutschen handelt von Lebenskrisen, Neuanfängen und Menschen, die gern mutiger wären. mehr

"Violeta": Isabel Allende erzählt von einem Jahrhundertleben

Am 2. August feierte die chilenische Schriftstellerin Isabel Allende ihren 80. Geburtstag. In ihrem neuen Roman erzählt sie von Violeta, einer Frau, die 1920 zur Welt kam und 2020 starb. Die Figur sei ihrer Mutter nachempfunden, sagt Allende. "Violeta" ist die Lebensgeschichte einer starken Frau, deren Beziehungen scheitern, die eine erfolgreiche Geschäftsfrau ist und sich nach dem Tod der Tochter um den Enkel kümmert. Einige Motive und Themen kommen den Lesern dabei immer wieder bekannt vor, weil sie auch schon in anderen Büchern der Autorin auftauchten. Isabel Allende kann mitreißend schreiben und hat viel zu sagen, allerdings wäre bei "Violeta" weniger teilweise mehr gewesen.

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Cover des Buches "Violeta" von Isabel Allende © Suhrkamp

"Violeta": Starke Frauenfiguren im neuen Roman von Isabel Allende

Am 2. August wird die 1942 in Lima geborene Autorin Isabel Allende 80 Jahre alt. Jetzt ist ihr neuer Roman "Violeta" auf Deutsch erschienen. mehr

"Die Nacht unterm Schnee": Ralf Rothmann schließt Roman-Trilogie über seine Familie ab

Viel weiß Ralf Rothmann nicht über seine Eltern. Sie waren schweigsam, vor allem wenn es um die Zeit des Zweiten Weltkriegs ging. Ausgehend von einigen wenigen Sätzen konstruiert der Autor ihre Geschichte. Erzählt wie die Mutter zunächst in einer Kieler Kneipe kellnert, dann aufs Land zu ihrem Verlobten, einem Melker, zieht. Er schildert die harte körperliche Arbeit und wie sich die erlittenen Schmerzen im Krieg immer wieder - auch Jahre später noch - Bahn brechen. Unfreiwillig habe das Buch durch den Ukrainekrieg gerade eine neue Aktualität bekommen, sagt Ralf Rothmann. "Wer einmal im Krieg war, ist immer im Krieg, und wer einmal auf der Flucht war, wird immer wurzellos sein." Das Buch besticht durch seine schlichte, alltagsnahe Sprache und könnte ein Kandidat auf den diesjährigen Deutschen Buchpreis sein.

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Cover des Buches "Die Nacht unterm Schnee" von Ralf Rothmann © Suhrkamp

NDR Buch des Monats August: "Die Nacht unterm Schnee"

Mit den Romanen Ralf Rothmanns lässt sich die deutsche Geschichte seit dem Zweiten Weltkrieg bis in die Gegenwart gut nachempfinden. mehr

"Die Ewigkeit ist ein guter Ort": Roman über das existentielle Fragen von Tamar Noort

Eine junge Seelsorgerin sitzt am Bett einer Sterbenden und will mit ihr das Vaterunser beten. Doch kein Wort kommt ihr über die Lippen. Sie scheint den Text vergessen zu haben - Pastoren-GAU! Elke selbst nennt die Phase "Gottesdemenz" und gerät dadurch in eine schwere Lebenskrise. Ihr Leben scheint auseinander zu fallen. Die Autorin Tamar Noort findet starke Bilder für die Seelenzustände ihrer Protagonistin. Bis Elke sich schließlich emanzipiert und das ziemlich spektakulär, in dem sie sich einer Truppe Steinwand-Motorradfahrer anschließt. Ein starker, unterhaltsamer Roman, der dazu anregt, darüber nachzudenken, was uns als Individuen ausmacht.

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Buchcover: Tamar Noort - Die Ewigkeit ist ein guter Ort © Kindler Verlag

NDR Buch des Monats Juli: "Die Ewigkeit ist ein guter Ort"

Für das erste Kapitel ihres Romans hatte Tamar Noort den Hamburger Literaturpreis gewonnen. Diese Vorschuss-Lorbeeren waren sehr berechtigt. mehr

"Haus Feuer Körper": Warsan Shires atemberaubender Gedichtband

Die somalisch-britische Autorin Warsan Shire ist eine moderne Poetin. Zuerst erschienen ihre Gedichte im Internet, berühmt wurden sie dann durch die Pop-Sängerin Beyoncé, die sie vertont hat. Sich niemals genug fühlen, einfach weil man eine Frau ist, eine schwarze Frau, um genau zu sein - darüber schreibt die Lyrikerin in ihrem neuen Gedichtband. Große, verstörende, dabei wichtige Themen knöpft sie sich in ihren Gedichten vor: Unterdrückung von Frauen, Gewalt, Rassismus, Heimatlosigkeit. Es sind Gedichte voller Härte und Grausamkeit, die gleichzeitig innigen Beistand geben. Sie ermutigen dazu, sich anzuvertrauen, aufzustehen, laut zu werden.

Bei all der Schwere gelingt der jungen Poetin immer wieder die heikle Balance zwischen der Dramatik der Dinge und perfekt gesetzten Anspielungen auf Pop-Musik und Pop-Kultur. Das passt unerwartet gut. Sie schildert die Zerrissenheit einer jungen Frau, die einen Platz sucht - und ihn immer mal wieder findet. Herzzerreißend - das Kapitel, das der an Krebs erkrankten Freundin gewidmet ist. Die Bilder, die Warsan Shire findet, hauen eine um - gekonnt übersetzt von einem Kollektiv aus drei Übersetzer*innen.

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Buchcover: Warsan Shire - Haus Feuer Körper © S. Fischer Verlag

"Haus Feuer Körper": Sinnliche Gedichte von Warsan Shire

Es ist eine komplexe Welt, in die uns die starken Gedichte der somalisch-britischen Autorin Warsan Shire mitnehmen. mehr

"Ewig währt am längsten": Markus Orths beschreibt schwere Themen ganz leicht

"Heimatzähe" empfindet Benno, als er seine Eltern in einem Dorf am Niederrhein besucht. Hier ändert sich nichts, außer dass die Marotten von Mutter und Vater schlimmer werden. Die beste Freundin von Bennos Mutter, das Klärchen, erfindet kurzerhand den Tod der fast hundertjährigen Tante Erna, nur um ein wenig Zeit mit ihrer eigenen Tochter zu verbringen. Die Sache fliegt natürlich auf und führt zu allerlei Verwicklungen.

Markus Orths erzählt diese Geschichte so herzerwärmend und komisch, dass man das Buch in einem Rutsch durchliest. Noch mehr Spaß macht in diesem Fall die Hörbuchfassung: Denn mit Bjarne Mädel liest genau der richtige Schauspieler diesen Text. Großartig!

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Buchcover: Markus Orths - Ewig währt am längsten. Tante Ernas letzter Tanz © dtv

"Tante Ernas letzter Tanz": Markus Orths' herzerwärmender Roman

Ein Dorf in der Provinz, skurrile Charaktere und ein vorgetäuschter Todesfall - darum geht es in Markus Orths' neuem Buch. mehr

"Liebe ist gewaltig": Aufregendes Roman-Debüt von Claudia Schumacher

"Liebe ist gewaltig" ist ein Buch, das einen Sog entwickelt. Dabei geht es um Gewalt innerhalb der Familie. Juli wächst in einem gutbürgerlichen Haushalt auf, die Eltern sind Anwälte. Doch der Vater verprügelt seine Kinder immer wieder. Das geht soweit, dass der Sohn im Krankenhaus landet und die Tochter einen Suizidversuch unternimmt. Aber Juli ist nicht nur Opfer, sie schlägt auch selber zu und verstrickt sich damit immer weiter in das komplizierte Familiensystem. Claudia Schumacher hat einen dichten Roman geschrieben, mit einer Hauptfigur, die nicht immer nur sympathisch ist. Und sie schreibt so fesselnd, dass man das Buch kaum zur Seite legen kann. Ein überzeugendes, aufregendes Debüt!

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Buchcover: Claudia Schumacher - Liebe ist gewaltig © dtv

"Liebe ist gewaltig": Aufregender Roman von Claudia Schumacher

Claudia Schumacher lässt es in ihrem Roman nicht an Explosionskraft fehlen, deshalb möchte man ihn zu keinem Augenblick weglegen. mehr

"Ein Sommer in Niendorf": Witziger, berührender Roman von Heinz Strunk

Zu Recht hat der Rowohlt-Verlag "Ein Sommer in Niendorf" als eine Art norddeutscher "Tod in Venedig" angekündigt. Strunk ist ein Roman über einen erfolgreichen Anwalt geglückt, der sozial absteigt, indem er in Niendorf bleibt und dort einen Strandkorbverleih übernimmt, aber letztlich zufriedener wirkt als zuvor. Die Sehnsucht nach Glück oder einem Leben mit weniger Ballast - bei Strunk wirken die großen Fragen leichter als bei anderen Autoren. Nicht etwa, weil Strunk oberflächlich wäre, sondern weil er das Existenzielle durch Komik auffängt. Allein die zahlreichen skurrilen Szenen machen diesen Roman lesenswert.

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Buchcover: Heinz Strunk - Ein Sommer in Niendorf © Rowohlt Verlag

"Ein Sommer in Niendorf": Witziger, berührender Roman von Heinz Strunk

Im Roman voller Humor übernimmt ein erfolgreicher Anwalt an der Ostsee einen Strandkorbverleih und wirkt zufriedener als zuvor. mehr

"Fischers Frau" von Karin Kalisa: Scheherazade der Fischerhütten

Der "Star" dieser fantastischen Geschichte sind die Fischerteppiche aus Wolgast, Freest und Greifswald und ihre Historie. Karin Kalisa hat für ihren Roman "Fischers Frau" eine spannende und selbst in Norddeutschland kaum bekannte Geschichte bearbeitet: Mia, die Faserarchäologin aus dem Heute, entdeckt auf dem grün schimmernden Perser von der Ostsee eine Borte mit dem Namen einer Knüpferin aus dem Vorgestern: Nina. Sie schreibt sich in Fahrt, formuliert Anträge im feinsten akademischen Superlativismus, um eine Dienstreise nach Zagreb genehmigt zu bekommen, denn dahin führt Ninas Spur. Das Buch ist ein Forschungsbericht, ein Teppichmuseum zum Abtauchen, ein Märchen, an dessen Ende die Erkenntnis steht, dass etwas nicht unbedingt "echt" sein muss, um dennoch wahrhaftig und keine Fälschung zu sein.

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Karin Kalisa © Bina Elisabeth Mohn Foto: Bina Elisabeth Mohn

Buch des Monats Juni: "Fischers Frau" von Karin Kalisa

Der "Star" dieser fantastischen Geschichte sind die Fischerteppiche aus Wolgast, Freest und Greifswald und ihre Historie. mehr

"Mädchen auf den Felsen": Jane Gardams raffinierter Debütroman

Buchcover: Jane Gardam - Mädchen auf den Felsen © Blumenbar Verlag
Spät hat auch das deutsche Lesepublikum die britische Schriftstellerin Jane Gardam entdeckt. Nun ist ihr Roman "God on the Rocks" auf Deutsch erschienen.

Seit ihr kleiner hässlicher Bruder auf der Welt ist, hat die achtjährige Margaret kein schönes Leben mehr. Zwischen ihm, ihrer stillenden Mutter und ihrem predigenden Vater findet sie alles nur noch langweilig. Außer am Mittwoch, wenn sie mit dem neuen Hausmädchen Lydia Ausflüge macht. Lydias Anwesenheit in der Familie birgt Sprengstoff. Denn sie ist anders, handfest und ein wenig vulgär, sie will Spaß und öffnet Margaret die Augen für ein anderes Leben. Das bigotte Gleichgewicht der Familie gerät ins Wanken, und am Ende des Sommers ist nichts mehr, wie es war.

Schon in diesem Debütroman hat Jane Gardam alle Register ihres Könnens gezogen. Sie zeichnet ein Gesellschaftsbild der 30er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts, mit den noch nachwirkenden Grauen des ersten Krieges, undurchdringbaren Klassenschranken und rigiden Religionsvorschriften.

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Leslie Malton © picture alliance/dpa Foto: Christoph Soeder

Leslie Malton liest Gardams Debütroman "Mädchen auf den Felsen"

Jane Gardam ist eine Meisterin der Ironie, der feinen, pointierten Beschreibung. Leslie Malton liest den Roman in elf Folgen. mehr

Olga Tokarczuks Roman "Anna In": Ein wunderbarer Ritt

In ihrem Roman "Anna In" knöpft sich die polnische Schriftstellerin Olga Tokarczuk einen 4.000 Jahre alten Stoff vor: den Inanna-Mythos. Er ist die Ursprungsversion aller Geschichten über den Abstieg in die Unterwelt und liegt nun in einer Neuübersetzung vor.

Fantasievoll und poppig sind die Welten, die Olga Tokarczuk für ihre Neuintepretation des sumerischen Inanna-Mythos erschaffen hat. Mit der Leichtigkeit und dem Drive eines Computerspiels erzählt sie von Anna Ins Reise in die Unterwelt. Auch die Architektur der Hölle ist beeindruckend - mit ihren Toren und Wärtern, ihren menschlichen Dämonen und schrägen Gestalten. Ein bisschen Fabelwelt-Ästhetik wie beim legendären Maler Hieronymus Bosch. Düster ist das Setting, aber keinesfalls gruselig.

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Buchcover: Olga Tokarczuk - Anna In © Kampa Verlag

Olga Tokarczuks Roman "Anna In": Ein wunderbarer Ritt

Fantasievoll und poppig sind die Welten, die Olga Tokarczuk für ihre Neuintepretation des sumerischen Inanna-Mythos erschaffen hat. mehr

"Die Stimme" - Pageturner der niederländischen Autorin Jessica Durlacher

Die Geschichte beginnt vor dem Hintergrund des Anschlags vom 11. September auf das New Yorker World Trade Center. An diesem Tag lassen sich die Protagonisten Zelda und Bor trauen. Zusammen mit ihren Kindern können sie sich retten, werden aber schwer traumatisiert und kehren in die Niederlande zurück.

Dort stellen sie die Somalierin Amal als Kindermädchen ein. Die junge, hübsche Frau verfügt über ein enormes Gesangstalent. Bei einem Auftritt in der Talentshow "Die Stimme" nimmt sie vor laufenden Kameras ihr Kopftuch ab. Fortan wird nicht nur Amal bedroht, sondern auch die Familie, für die sie arbeitet. Ein starkes, intensives Leseerlebnis und eine Geschichte über Loyalität und Engagement.

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Buchcover: Jessica Durlacher - Die Stimme © Diogenes Verlag

"Die Stimme": Ein echter "Pageturner" von Jessica Durlacher

Der neue Roman von Jessica Durlacher bietet ein intensives Lektüreerlebnis, geeignet, das eigene Denken zu verändern. mehr

"Der Schlaf in den Uhren" - Uwe Tellkamps neuer Roman

2008 erschien der Roman "Der Turm" von Uwe Tellkamp. Das Buch wurde mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet und der Autor wegen seines erzählerischen Talents sogar mit Thomas Mann verglichen. In den vergangenen Jahren sorgte Tellkamp vor allen mit politischen Äußerungen für Aufsehen. Im Mai ist die lang erwartete Fortsetzung des "Turms" erschienen - über 900 Seiten stark. Hauptfigur ist Fabian Hoffmann, die Handlung ist in Treva angesiedelt, einem fiktiven Stadtstaat. Viele verschiedene Erzählebenen, Rückblenden auf die Zeit des Mauerfalls und zahlreiche Anspielungen auf den heutigen Literatur- und Medienbetrieb: Uwe Tellkamp hat sich viel vorgenommen. Leider verirrt sich der Autor in seinem Roman-Labyrinth und die Lektüre wird als "anstrengend, oft qualvoll" wahrgenommen.

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Buchcover: Uwe Tellkamp - Der Schlaf in den Uhren © Suhrkamp Verlag

Uwe Tellkamps "Der Schlaf in den Uhren": Verirrt im Labyrinth

Nach langer Wartezeit legt der Autor die Fortsetzung seines "Turm"-Projekts vor. Die Lektüre ist oft qualvoll. mehr

"Die letzten Tage unserer Väter" - Joël Dickers gelungener Debütroman

Paul-Émile ist 22, als er Paris verlässt. Heimlich. Wenige Monate zuvor, im Juni 1940, haben die Deutschen die französische Hauptstadt erobert. Er will sein Land verteidigen. Der junge Mann wird sich in London einer von Churchill ins Leben gerufenen, geheimen britischen Spionageeinheit anschließen und seinen Vater zwei Jahre lang weder sprechen noch sehen.

Es ist ein spannendes und nur wenig bekanntes Kapitel der Geschichte, das Autor Dicker hier aufschlägt. Kameradschaft, Freundschaft, Liebe, Solidarität und Verrat - das sind die großen Themen in diesem Roman, der sich erkennbar wie ein Debüt liest. Schon hier wird deutlich, wie packend Joël Dicker schreiben, wie plastisch er Figuren entwickeln kann, wie genau er recherchiert.

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Buchcover: Joël Dicker - Die letzten Tage unserer Väter © Piper Verlag

"Die letzten Tage unserer Väter": Joël Dickers Debütroman

Bereits in seinem Debüt von 2010 wird deutlich, wie packend Joël Dicker schreiben, wie plastisch er Figuren entwickeln kann. mehr

"Lenin auf Schalke": Gregor Sanders Roman über das Ruhrgebiet

Auch wer noch nie in Gelsenkirchen war, bringt die Stadt im Ruhrgebiet mit dem Bergbau in Verbindung und mit Schalke 04 in Verbindung. Beides hat Gregor Sander bei seiner literarischen Exkursion in den Westen ganz bewusst außen vor gelassen.

Sander hat das Gelsenkirchen von heute interessiert und die Frage, warum eigentlich immerzu über den Osten Deutschlands geschrieben wird und ob es sich nicht lohnen würde, die Perspektive mal umzudrehen. Sympathisch selbstironisch beschreibt Sander seine fiktive Forschungsreise ins Ruhrgebiet, bei der auch viele Aspekte anklingen, über die es sich tatsächlich lohnen würde, ernsthaft nachzudenken.

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Buchcover: Gregor Sander - Lenin auf Schalke © Penguin Verlag

Gregor Sanders fiktive Forschungsreise ins Ruhrgebiet

In seinem neuen Buch "Lenin auf Schalke" hat sich der Autor in Richtung Westen aufgemacht. mehr

"Haus in Flammen" von Mischa Kopmann - Roman über das Verschwinden

Drei junge Erwachsene stehen im Mittelpunkt dieses Romans: Lias, Minnigk und Yvette. Gemeinsam demonstrieren mit "Fridays For Future" gegen den Klimawandel. Doch das reicht ihnen bald nicht mehr. Sie radikalisieren sich in der Gruppe "Dead Loss Brigade", befreien Tiere aus Laboren und zünden Gebäude an.

Parallel erzählt Mischa Kopmann in seinem dritten Roman die Dreiecks-Liebesgeschichte seiner Protagonisten. Damit ist die Eskalation auf allen Ebenen vorprogrammiert - das Ganze geht natürlich nicht gut aus. Kopmanns Erzähl-Stil in diesem Buch ist eher ungewöhnlich: Die Szenen sind lose aneinandergereiht, nicht immer chronologisch - aber immer sehr gut lesbar und hochaktuell.

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Buchcover: Mischa Kopmann - Haus in Flammen © Osburg Verlag

Buch des Monats Mai: "Haus in Flammen" von Mischa Kopmann

Mischa Kopmanns dritter Roman handelt von drei Menschen, die eine Antwort auf die größte Frage der Zeit suchen. mehr

"RCE #RemoteCodeExecution" - Zweiter Teil von Sibylle Bergs Nerd-Trilogie

Es ist eine dystopische Welt, die Sibylle Berg beschreibt: Viele Gebiete der Welt sind nicht mehr bewohnbar, die Bevölkerung ist komplett verarmt - vor allem, weil nur noch die Computerbranche Menschen beschäftigt. In dieser Welt, die komplett überwacht wird, müssen sich fünf junge Nerds zurechtfinden und planen den digitalen Umsturz mit zweifelhaften Mitteln.

"RCE" ist der zweite Teil einer Trilogie, die 2019 mit "GRM" begann. Das Buch lässt sich aber auch lesen, ohne den Vorgänger zu kennen. Der Roman hat zwar den typischen düsteren Sibylle-Berg-Sound, verliert sich aber oft zu sehr in den Technik-Details dieser Zukunft. Zu kurz kommen die Dialoge und Charaktere - eigentlich die Stärke von Sibylle Berg. Für Fans der eigenwilligen Autorin ist "RCE" aber sicher trotzdem ein must-read.

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Buchcover: Sibylle Berg - RCE. #RemoteCodeExecution © Kiepenheuer & Witsch Verlag

"RCE": Sibylle Berg verirrt sich im Nerd-Kosmos

Bereits im ersten Teil ihrer dystopischen Trilogie macht Berg junge Nerds zu ihren literarischen Hauptfiguren. Nun folgt Teil zwei. mehr

"Eine Frage der Chemie" von Bonnie Garmus

Mögen Sie üppig ausgestattete Fernsehserien, die in den 1960er-Jahren spielen? "Das Damengambit" oder "Mad Men"? Dann sollten Sie sich den Roman "Eine Frage der Chemie" von Bonnie Garmus nicht entgehen lassen. Hauptfigur ist Elizabeth Zott, die als Chemikerin an einer Uni Karriere machen möchte. Doch daraus wird nichts.

Durch Zufall wird sie als Moderatorin einer Fernseh-Kochshow entdeckt. Im Laborkittel mit einem Bleistift im Haar erklärt sie amerikanischen Hausfrauen, was Kochen und Chemie gemeinsam haben - und verhilft ihnen ganz nebenbei zu mehr Selbstvertrauen. Unangepasst, klug und wortgewandt - Elizabeth Zott schließt man gleich nach den ersten Seiten ins Herz. Ein beachtliches Debüt von Bonnie Garmus, das gerade weltweit gefeiert wird.

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Buchcover: Bonnie Garmus - Eine Frage der Chemie © Piper Verlag

"Eine Frage der Chemie": Rührender Roman über eine starke Frau

Der Roman handelt von einer furchtlosen Frau, die ohne Rücksicht auf eigene Blessuren für die Rechte der Frauen gekämpft hat. mehr

"Eine andere Zeit": Über das Weggehen und Wiederkommen

Ein abgelegenes Dorf in Mecklenburg-Vorpommern: In diesem Mikrokosmos spielt die Geschichte über die Schwestern Enne und Suse, die in den 1970er-Jahren hier aufwachsen. Helga Bürsters kennt das Dorf Kamp gut. Hier käme alles vor, was sie für ihre Geschichte brauche, so die Autorin. Mit einer klaren, schnörkellosen Sprache schildert sie das Leben der Schwestern und ihrer Eltern in der DDR.

Während es Enne als junge Erwachsene nach Berlin zieht, will die stille, etwas seltsame Suse im Heimatdorf bleiben. Doch dann verschwindet sie spurlos, als sie mit ihrem Freund am Tag der Grenzöffnung im August 1989 nach Ungarn reist. Ihre Mutter stirbt vor Kummer, und Enne kehrt zurück nach Kamp. "Eine andere Zeit" ist ein stiller, berührender Roman über Verluste, über das Weggehen und Wiederkommen.

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Cover von Helga Bürsters Buch "Eine andere Zeit" © Suhrkamp / Insel

Buch des Monats April: "Eine andere Zeit" von Helga Bürster

Der Roman handelt von Verlusten, mit denen man zu leben lernen muss. Ein stilles, berührendes Buch über das Weggehen und Wiederkommen. mehr

Karl Ove Knausgård: "Der Morgenstern" - Auftakt zu fünfbändiger Reihe

Der norwegische Autor Karl Ove Knausgård hat der autofiktionalen Literatur einen ganz neuen Anstrich gegeben. Er ist dadurch zu einem international erfolgreichen Schriftsteller geworden. Sein neuer Roman "Der Morgenstern" erscheint gleichzeitig in 35 Sprachen. Der Literaturprofessor Arne beobachtet, dass Tiere sich in Massen versammeln. So wie man das aus Horrorfilmen kennt. Gelenkt werden die Tiere, wie es scheint, von einer seltsamen Lichterscheinung am Himmel. Die wiederum entdecken Arne und acht weitere norwegische Ich-Erzähler. Ist das ein Morgenstern? Oder etwas völlig Unbekanntes, gar Bedrohliches?

Karl Ove Knausgård bricht ganz bewusst mit rationalen Erwartungen. Die Erzählstränge der meisten Ich-Erzähler sind, wenn überhaupt, nur locker miteinander verbunden. Die Figuren reichen von einer Pfarrerin, die Nächstenliebe predigt, aber im Privaten lieber noch mal von vorne anfangen würde, über einen Mann, der an seiner bipolaren Frau verzweifelt, bis zu einem Journalisten. In "Der Morgenstern" sehnen sich die Figuren nach einem Neuanfang. Karl Ove Knausgård ist ein zugleich treffend realistischer und faszinierend entrückter Roman geglückt, der den Auftakt zu einer fünfbändigen Reihe bildet.

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Buchcover: Karl Ove Knausgård - Der Morgenstern © Luchterhand Verlag

"Der Morgenstern" von Karl Ove Knausgård: Faszinierend entrückt

In dem Roman sehnen sich die Figuren nach einem Neuanfang, der sich über eine Morgenstern-Erscheinung ankündigt. mehr

"Dschinns": Fatma Aydemirs intensiv erzählter Familienroman

Eigentlich wäre es die Erfüllung eines Traums gewesen: Hüseyin, der dreißig Jahre lang als "Gastarbeiter" in Deutschland geschuftet hat, wollte seine Familie in der neuen Istanbuler Eigentumswohnung empfangen und alle wieder zusammenführen. Doch dann kommen sie nur noch zu seiner Beerdigung: Herzinfarkt.

Zurück bleiben Mutter und vier Kinder sehr verschiedenen Charakters. Fatma Aydemir widmet Hüseyins vier Kindern Ümit, Sevda, Peri und Hakan sowie seiner Frau Emine in "Dschinns" jeweils ein eigenes Kapitel. Durch diese grundverschiedenen Charaktere hindurch fächert sich ein Gefühls- und Gesellschaftspanorama auf, das zu Herzen geht.

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Fatma Aydemir: "Dschinns" Cover © Hanser

"Dschinns": Fatma Aydemirs intensiv erzählter Familienroman

In ihrem neuen Buch "Dschinns" führt Fatma Aydemir ihr Lesepublikum in das Milieu einer deutsch-türkischen Familie. mehr

"Die Arbeit der Vögel": Marica Bodrožić zeichnet Seelenzustände nach

Drei Jahre lang hat Marica Bodrožić an ihrem Buch "Die Arbeit der Vögel" geschrieben. Darin folgt sie dem Weg des jüdischen Philosophen Walter Benjamin an den französisch-spanischen Grenzort Port-Bou, an dem er sich auf der Flucht vor den Nationalsozialisten das Leben nahm.

Bodrožić - selbst einst aus Dalamatien nach Deutschland gekommen - versucht, sich in Benjamins Erfahrung von Flucht und Vertreibung einzufühlen. Auch die Schicksale anderer Intellektueller, die im 20. Jahrhundert Gewalt erfuhren, fließen mit ein. "Seelenstenogramme" heißt das Buch im Untertitel - verpackt in eine poetisch-prosaische Sprache. Ein Plädoyer für das Menschliche, das durch den Krieg in der Ukraine eine neue Aktualität erfährt.

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Marica Bodrožić: "Die Arbeit der Vögel. Seelenstenogramme"- Cover © Luchterhand

"Die Arbeit der Vögel": Literarischer Schatz von Marica Bodrožić

Mehr als drei Jahre hat Marica Bodrožić an ihrem Buch geschrieben. "Seelenstenogramme" nennt sie es im Untertitel. mehr

Delphine de Vigan: "Die Kinder sind Könige" - über Ausbeutung und Missbrauch

Als sie 17 Jahre alt war, wollte Mélanie in einer Fernsehshow mitmachen, die damals ein Millionenpublikum erreichte. Sie wurde zu einem Casting eingeladen, posierte leicht bekleidet - und aus dubiosen Gründen kam sie in die nächste Runde der Sendung "Loft Story". Der Erfolg von Mélanie in jener Show war damals nicht groß. Aber 18 Jahre später hat sie begriffen, wie man berühmt und reich werden kann: Sie hat inzwischen zwei Kinder, deren Leben sie filmt.

Diese kleinen Videos stellt sie ins Internet. Sie hat unglaublich viele Follower und bekommt sehr viel Geld für Werbeblöcke. Doch dann verschwindet ihre Tochter Kimmy spurlos und die Kriminalpolizei nimmt Ermittlungen auf. Delphine de Vigan - eine der kraftvollsten französischen Gegenwartsautorinnen - erzählt, wie Kinder ausgebeutet und missbraucht werden, nicht irgendwo in der Ferne, sondern mitten unter uns.

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Delphine de Vigan: "Die Kinder sind Könige"  (Cover) © Dumont

Delphine de Vigans "Die Kinder sind Könige": Fesselnd für jedes Alter

Im neuen Roman der französischen Schriftstellerin geht es um Kinder, deren Leben auf Social Media-Kanälen geteilt wird. mehr

"Nebenan": Kristine Bilkaus Roman spielt am Nord-Ostsee-Kanal

Dieses Buch der Hamburger Autorin spielt im Norden - am Nord-Ostsee-Kanal. Dort verschwindet von einem auf den anderen Tag eine Familie spurlos. Die Nachbarn machen sich ihre Gedanken. Gleichzeitig erhält eine Ärztin kurz vor dem Ruhestand Hassbotschaften, nachdem sie zu einem nächtlichen Notfall gerufen wurde. Und eine große Menge Mikroplastik wird angespült.

Es sind viele Themen, die Kristine Bilkau anschneidet. Oft geht es nur um scheinbar kleine Verschiebungen, die jedoch Unwohlsein und Ängste auslösen, hinter denen etwas Größeres steht. In welchen familiären, in welchen gesellschaftlichen Räumen fühlen wir uns (noch) sicher? Wie finden wir zueinander? Nach "Eine Liebe in Gedanken" und "Die Glücklichen" wieder ein leiser, feiner Roman von Kristine Bilkau.

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Cover des Buches "Nebenan" von Kristine Bilkau © Luchterhand Verlag

NDR Buch des Monats März: "Nebenan"

Zwei gegensätzliche Frauentypen stehen im Mittelpunkt des dritten Romans von Kristine Bilkau: "Nebenan" - unser NDR Buch des Monats. mehr

"Das mangelnde Licht": Vier Freundinnen in den Wirren des georgischen Bürgerkriegs

Es ist bereits der dritte Georgien-Roman der in Tblissi geborenen, seit vielen Jahren in Deutschland wohnenden Autorin Nino Haratischwili. Wieder stehen starke Frauenfiguren im Mittelpunkt, vier Freundinnen, die erwachsen werden in einem durch Bürgerkrieg und Mafia-Banden geprägten Land. Teilweise geht der Riss durch die Familien, Männer haben das Sagen, denen ein Menschenleben oft wenig gilt.

Nino Haratischwili erzählt von Mord, Kälte und Todesangst, von Zwangsverheiratung und Vergewaltigung, aber auch von leidenschaftlicher Liebe, tiefer Freundschaft und Zärtlichkeit. Neben den vier Freundinnen gibt es viele, den Leser:innen nahe kommende, prall gezeichnete Figuren. „Das mangelnde Licht“ ist ein furioser Roman, in dem viel Schatten ist, aber am Ende wird es tatsächlich hell.

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Cover des Buches "Das mangelnde Licht" von Nino Haratischwili © Frankfurter Verlagsanstalt

"Das mangelnde Licht": Furioser Roman von Nino Haratischwili

Nino Haratischwili erzählt von vier Freundinnen in Tiflis zur Zeit der Auflösung der Sowjetunion. Man möchte keine der rund 830 Seiten missen. mehr

"Auf der Straße heißen wir anders": Familiengeschichte zwischen Bremen-Nord und Armenien

Hauptfigur in Laura Cwiertnias Romandebüt ist Karlotta, genannt Karla. Sie wächst in Bremen-Nord auf: Einem ungemütlichen Ort mit vielen Betonbauten, eine sogenannter "Problem-Stadtteil" mit Menschen aus allen Teilen der Welt. Auch Karla hat eine Migrationsgeschichte: Ihre Großmutter kam vor vielen Jahren allein aus Armenien nach Deutschland. Nach dem Tod der Oma begeben sich Karla und ihr Vater Avi auf Spurensuche - in Yerewan, der Hauptstadt Armeniens.

Der Roman wechselt mühelos zwischen den Zeitebenen und erzählt, welche Traumata die Armenier einst zu erleiden hatten. Wie sich das auf eine Familie und auf nachfolgende Generationen auswirkt - das ist ein Thema dieses "fabelhaften, Augen öffnenden Romans" von Laura Cwiertnia.

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Cover des Buches "Auf der Straße heißen wir anders" von Laura Cwiertnia © Klett-Cotta Verlag

NDR Buch des Monats Februar: "Auf der Straße heißen wir anders"

Laura Cwiertnia erzählt von einer Reise, die von Bremen-Nord in die Vergangenheit einer armenischen Familie führt. mehr

"Die Nächte der Pest" - neuer Roman von Orhan Pamuk

Das Szenario in Orhan Pamuks neuen Roman mutet seltsam aktuell an: Auf der Insel Minger bricht eine ansteckende Krankheit aus. Damit sie sich nicht weiterverbreitet, wird sie abgeriegelt. Aber die Krankheit heißt nicht Corona und der Roman spielt 1901. Was als Historien-Roman beginnt, bekommt plötzlich krimihafte Züge.

Der oberste Gesundheitsinspektor des Osmanischen Reichs, Bonkowski Pascha, wird tot aufgefunden. Nach der Ermordung Bonkowskis kommen andere Abgesandte des Sultans: der Quarantäne-Experte Doktor Nuri und dessen Frau Pakize, die Nichte des Sultans. Sie sollen den Mord aufklären und zugleich die Pest bekämpfen.

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Cover des Buches "Die Nächte der Pest" von Orhan Pamuk © Hanser Verlag

"Die Nächte der Pest": Orhan Pamuks Liebes- und Freiheitsroman

Schon der Titel des neuen Romans deutet an: Orhan Pamuk blickt wieder einmal auf unsere Gegenwart durch die Brille der Geschichte. mehr

"Der Erinnerungsfälscher": Abbas Khiders Hymne auf die Heilkräfte der Literatur

Abbas Khider stellt seinem neuen Buch "Der Erinnerungsfälscher" ein Motto von Klaus Mann voran: "Es ist kein Verlass auf die Erinnerung, und dennoch gibt es keine Wirklichkeit außer der, die wir im Gedächtnis tragen." Seinen Helden Said Al-Wahid schickt er auf eine Reise in die Heimat Bagdad, es muss schnell gehen, denn die Mutter liegt im Sterben.

Je näher er seinem Ziel kommt, desto mehr Erinnerungen drängen sich in sein Bewusstsein, an Momente der Kindheit, an die Jahre der Flucht  durch arabische Länder, an schwierige Zeiten als Asylbewerber in Deutschland. Doch welche davon sind wahr? Was hat das Gedächtnis aussortiert? Was ist das überhaupt: Erinnerung? Khiders kleines Buch ist eine Hymne auf die Kraft der literarischen Erfindung, auf die Heilkräfte der Literatur.

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Cover des Buches von Abbas Khider "Der Erinnerungsfälscher" © Hanser Verlag

"Der Erinnerungsfälscher": Ein lebensbejahender Roman

Für Romane wie "Ohrfeige" oder zuletzt "Palast der Miserablen" wurde Abbas Khider vielfach ausgezeichnet. Nun ist sein aktueller Roman erschienen. mehr

"Serge": Yasmina Rezas illusionsloser Blick auf den Menschen

Yasmina Reza lässt in ihrem neuen Roman "Serge" vier Angehörige einer jüdischen Familie, die ohne ein Bewusstsein ihrer Herkunft aufgewachsen sind, nach Auschwitz reisen. Dabei urteilt sie nicht moralisch, sondern wirft einen illusionslosen Blick auf den Menschen.

Urkomische Dialoge geben den Ton an. Und weniger die grauenhafte Vergangenheit als die eigene Vergänglichkeit der Protagonisten, das Altern und die Einsamkeit, stehen im Mittelpunkt. Rezensentin Anna Hartwich stellt fest: Eine Erinnerung, die nicht mit einem selbst verbunden ist, muss folgenlos bleiben.

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Buchcover "Serge" von Yasmina Reza © Hanser Literaturverlage

"Serge": Yasmina Reza illusionsloser Blick auf den Menschen

"Serge" erzählt von einer Familie, die ohne ein Bewusstsein ihrer jüdischen Herkunft aufgewachsen ist und nun nach Auschwitz reist. mehr

"Zum Paradies": Hanya Yanagihara über Liebe, Schmerz und Freunde

Bereits am 11. Januar ist Hanya Yanagiharas neues Buch "Zum Paradies" erschienen. In den Jahren 1893, 1993 und 2093 spielt der mit Spannung erwartete neue Roman der amerikanischen Autorin und ist so gleichzeitig eine Art historischer Roman und eine Dystopie.

Alle drei Romanteile spielen in ihrer eigenen Lebenswelt. Das verbindende Element ist der Handlungsort: Ein Haus in New York am Washington Square. Natürlich geht es aber auch um Liebe, Schmerz und Freunde - wie schon in ihrem Besteller "Ein wenig Leben". Kunstvoll erzählt, aber manchmal nicht leicht zu ertragen.

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Hanya Yanagihara: "Zum Paradies"  Cover © Ullstein

"Zum Paradies": Hanya Yanagihara und die Angst vor dem Sterben

Yanagiharas 900-Seiten-Buch umfasst eine Fantasiegeschichte aus dem 19. Jahrhundert, eine Art historischen Roman und eine Dystopie. mehr

"Vernichten": Neuer Roman von Michel Houellebecq

Paul Raison ist engster Vertrauter des französischen Wirtschaftsministers Bruno Juge. Der brillante Politiker steht einerseits im Zentrum diffuser Drohszenarien, die eine rätselhafte Gruppe von Cyber-Terroristen im Netz versteckt, andererseits spielt er an der Schwelle zu den Wahlen 2027 eine entscheidende Rolle in den postdemokratischen Überlegungen des scheidenden Präsidenten.

Aber nicht nur die Arbeit, auch das Privatleben von Paul Raison ist mit ehelichen Problemen und einem Vater mit Schlaganfall alles andere als einfach. Der neue Roman des Franzosen Michel Houellebecq ist wieder einmal ein Zaubertrank, ein großes Erzählkunstwerk, das im allgemeinen menschlichen Elend doch die Möglichkeit einer Insel aufblitzen lässt. Das Buch ist am 11. Januar bei DuMont erschienen.

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Michel Houellebecq: "Vernichten" © DuMont Verlag

Groß angekündigt: Houellebecqs Roman "Vernichten"

Der 600-Seiten-Roman ist große Erzählkunst, die im allgemeinen Elend doch die Möglichkeit einer Insel aufblitzen lässt. mehr

"In Flammen": Paul Austers flammende Hommage an US-Autor Stephen Crane

Der 1900 verstorbene US-Autor Stephen Crane ist vor allem bekannt für seinen Bürgerkriegsroman "Die rote Tapferkeitsmedaille", eine Art Pflichtlektüre an US-Schulen. Ernest Hemingway hat ihn bewundert. Schriftsteller Paul Auster hatte ihn in der Schule gelesen und entdeckte das bewegte Leben dieses vergessenen Autors ein halbes Jahrhundert später wieder.

Crane war das 14. Kind von Methodisten und war Kriegsreporter. Er hat Lyrik und Novellen geschrieben und in seinen Romanen die Konventionen von Balzac über den Haufen geschmissen. Gestorben ist er mit nur 29 Jahren an Tuberkulose in der Nähe des Schwarzwaldes. Wie Crane stammt auch Paul Auster aus Newark - und hat seinem Landsmann eine flammende 1.200-Seiten umfassende Biografie geschrieben: "In Flammen - Leben und Werk von Stephen Crane". Es ist am 24. Januar bei Rowohlt erschienen.

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Cover des Sachbuchs "In Flammen" Paul Austers Hymne auf Stephan Crane © Rowohlt

"In Flammen" ist Paul Austers Hymne auf einen vergessenen Autor

Paul Auster widmet dem vergessenen US-Autor Stephen Crane eine Biografie. ARD-Korrespondent Peter Mücke hat mit Auster über ihn gesprochen. mehr

J. M. G. Le Clézio: "Bretonisches Lied" - Autobiografisches aus der Bretagne

Der Literaturnobelpreisträger Jean-Marie Gustave Le Clézio, geboren 1940 in Nizza, erinnert sich an seine Kindheit und Jugend, vor allem: an die regelmäßigen Familienurlaube in der Bretagne. Aber er besingt nicht nur die berückende Schönheit Nordwestfrankreichs, denn immer mischt sich auch der Krieg in sein Lied und die Angst des Jungen vor den Deutschen.

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Buchcover: Jean Marie Le Clezio - Bretonisches Lied © Kiepenheuer & Witsch Verlag

"Bretonisches Lied": Le Clézio über Glück und Trauma seiner Kindheit

Der Nobelpreisträger stellt glückliche Kindheitserinnerungen aus der Bretagne und traumatische Erlebnisse unter deutscher Besatzung nebeneinander. mehr

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Frau liest mit Becher in der Hand in einem Buch. © fotolia Foto: Ivan Kruk

NDR Sachbuchpreis: Diese zehn Bücher stehen auf der Longlist

Die Bücher auf der Longlist behandeln Fragen von der europäischen Geschichte, über Klimaschutz und Glaubensmodelle bis zu Rassismus. mehr

Die Autorin Kristine Bilkau im Porträt © Thorsten Kirves Foto: Thorsten Kirves

Deutscher Buchpreis: Norddeutsche Kristine Bilkau auf der Shortlist

Die in Hamburg geborene und mittlerweile in Schleswig-Holstein lebende Autorin steht mit ihrem Buch "Nebenan" auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. mehr

Viele Stapel Bücher auf Tischen und in Regalen einer Buchhandlung. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild Foto: Jan Woitas

Die interessantesten literarischen Neuerscheinungen 2021

Spannende Romane, fesselnde Erzählungen, berührende Lyrik: Viele aufregende Bücher sind in diesem Jahr erschienen. mehr

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Am 10. Juni beging der Literatur-Podcast sein zweijähriges Jubiläum mit einer Folge, die auch Einblicke ins Private gewährt. mehr

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch in den Tag | 22.09.2022 | 12:40 Uhr

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