Stand: 04.01.2018 06:00 Uhr

Mariana Leky: Liebling der Buchhändler und Leser

von Katharina Mahrenholtz
Mariana Leky wurde 1973 in Köln geboren. "Liebesperlen", ihr Debütband mit Erzählungen, wurde 2001 veröffentlicht.

Mariana Leky hat mit ihrem Roman "Was man von hier aus sehen kann" einen Überraschungserfolg gelandet. Die Geschichte über Tod und Liebe, über die alte Selma und ihre Enkelin Luise wurde das Lieblingsbuch der Buchhändler und der Leser. Zu sagen, Mariana Leky schreibe lustige Bücher, wäre eine unzulässige Banalisierung. Und trotzdem ist es der Witz, die ihre Romane auszeichnet. Ein feiner Humor, wie man ihn selten bei deutschen Autoren findet und der zudem so überraschend zuschlägt, dass man beim Lesen den Atem anhält.

"Seit ich acht war, wollte ich das gerne machen"

Wenn man mit Mariana Leky spricht, weiß man schon nach wenigen Minuten: Ja, genau so muss sie sein, die Person, die hinter diesen Geschichten steckt. Bescheiden und klug, bedächtig und trotzdem wahnsinnig schnell - und sehr witzig in den Zwischentönen. Ihr erstes Buch, den Erzählband "Liebesperlen", hat sie vor 16 Jahren veröffentlicht. "Das war von langer Hand geplant. Seit ich acht war, wollte ich das gerne machen", sagt sie in ihrer lakonischen Art. Kein Augenzwinkern, kein Kichern begleitet diesen Satz.

"Schreiben ist ein langer Prozess"

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Bevor sie ihren Namen auf einem Buchcover lesen konnte, dauerte es aber noch einige Jahre. Nach dem Abitur nahm Mariana Leky ein paar Umwege - brach eine Buchhandelslehre in ihrer Heimatstadt Köln ab, probierte Germanistik in Tübingen aus und landete schließlich beim Studiengang "Kreatives Schreiben" in Hildesheim. In einem Seminar lernte sie den damaligen Dumont-Verleger Jo Lendle kennen. Er ermutigte sie zum Schreiben. Gleich mit ihren ersten Erzählungen gewann sie Preise - schon hier zeigte sich ihr großes Talent für skurril gezeichnete Charaktere und präzise gesetzten Pointen. "Was wir von hier aus sehen" ist Lekys fünftes Buch. Sie ist keine Schnellschreiberin, sie braucht Zeit. "Das ist ein langer Prozess. Ich gehe mit meinem Hund über die Felder vor Berlin und denke nach - über das, was ich erzählen will - und dann überlege ich mir die Figuren dazu." Wenn sie anfange mit dem Schreiben, gehe es aber ruckzuck, meint sie, hält kurz inne und sagt: "Mein Lektor würde jetzt hysterisch auflachen." Und da grinst Mariana Leky dann doch ein bisschen.

Beim Schreiben darf niemand sonst im Raum sein

Schreiben kann sie übrigens nur an ihrem Schreibtisch in der Wohnung am Prenzlauer Berg. "Und es darf auch niemand sonst im Raum sein, der vielleicht atmen und mich damit stören könnte. Ich bin ganz die kapriziöse Poetin." Wieder ironisch natürlich. Gute Sätze fallen Mariana Leky oft auch beim Einschlafen ein. Allerdings gibt sie zu, dass man sich dabei oft auch vertut. "Wenn ich dann meinem Lektor den Satz vorlese, merke ich schon, so toll ist der Satz nicht, wie ich nachts dachte und er sagt dann auch: 'Also, ich finde, du hast schon mal bessere Sätze geschrieben.'"

Bevor sich Mariana Leky wieder mit ihrem Hund auf Ideen-Wanderschaft machen kann, muss sie noch ziemlich viele Lesungen absolvieren. Wer das Glück hat, eine Karte zu ergattern, kann sich selbst davon überzeugen, dass in dem Buch nur die richtig guten Sätze gelandet sind.

Lesungen von Mariana Leky im Norden

07.01.2018 11.00 Uhr Oldenburg, Musik- und Literaturhaus Wilhelm13
07.01.2018 20.00 Uhr Bremen, Literaturcafé Ambiente
08.01.2018 20.00 Uhr Lübeck, Buddenbrookhaus
09.01.2018 20.00 Uhr Rostock, andere buchhandlung
10.01.2018 19.30 Uhr Lüneburg, Heinrich-Heine-Haus
11.01.2018 20.00 Uhr Hannover, Buchhandlung Decius

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Kultur | 04.01.2018 | 10:55 Uhr

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