Stand: 09.07.2019 09:42 Uhr

Lukas Bärfuss bekommt Georg-Büchner-Preis 2019

Der Georg-Büchner-Preis 2019 geht an den Schweizer Schriftsteller Lukas Bärfuss. Im Oktober verleiht die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung die Auszeichnung, die mit 50.000 Euro dotiert ist, in Darmstadt. Die Auszeichnung gilt als wichtigster Literaturpreis Deutschlands.

Büchner-PreisträgerInnen der vergangenen Jahre

Lukas Bärfuss war Gärtner, Eisenleger und Tabakbauer. Nun ist er Dramatiker, Romancier und Essayist. Für seinen Debütroman "Hundert Tage" über den Genozid in Ruanda wurde er 2008 mit dem Mara-Cassens-Preis ausgezeichnet. Einen besonderen Erfolg feierte Bärfuss mit dem Stück "Die sexuellen Neurosen unserer Eltern" und für sein 2014 erschienenes Buch "Koala" erhielt er den Schweizer Buchpreis. In seinem jüngsten Roman "Hagard" lässt der Autor den Protagonisten eine Frau verfolgen, von der er scheinbar grundlos besessen ist. Die Romane wurden in fast 20 Sprachen übersetzt. 2018 erschien der Essayband "Krieg und Liebe". Nun wird Bärfuss mit dem Georg-Büchner-Preis geehrt.

Mit Lukas Bärfuss zeichnet die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung einen herausragenden Erzähler und Dramatiker der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur aus. In einer distinkten und dennoch rätselhaften Bildersprache, karg, klar und trennscharf, durchdringen sich nervöses politisches Krisenbewusstsein und die Fähigkeit zur Gesellschaftsanalyse am exemplarischen Einzelfall, psychologische Sensibilität und der Wille zur Wahrhaftigkeit. Mit hoher Stilsicherheit und formalem Variationsreichtum erkunden seine Dramen und Romane stets neu und anders existentielle Grundsituationen des modernen Lebens. Es sind Qualitäten, die zugleich Bärfuss' Essays prägen, in denen er die heutige Welt mit furchtlos prüfendem, verwundertem und anerkennendem Blick begleitet. Begründung der Jury

 

Interview

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | 03.07.2018 | 09:40 Uhr

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