Stand: 23.04.2018 14:40 Uhr

Lisa Ortgies: Kluger Blick auf die "Middle-Ager"

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Lisa Ortgies hat ein Buch über die sogenannten Middle-Ager geschrieben.

Der Schock kam vergangenes Jahr im Urlaub: Die Fernsehjournalistin und Buchautorin Lisa Ortgies erlitt in New York einen Herzkrampf und versuchte dann, ihr Leben umzustellen. Doch ein paar Monate später bekam sie einen Infarkt. Sie habe damals den Fehler gemacht, nach dem Herzkrampf alles einfach managen zu wollen, sagt sie heute über diese Zeit. Das habe aber nicht funktioniert, sondern neuen Stress produziert. Heute wisse sie, dass man eine Krankheit nicht wegmanagen könne, sondern sich seiner neuen Verletzlichkeit stellen müsse.

Ein kluges Buch über das Erwachsensein

Ihr Buch über die sogenannten Middle-Ager, an dem sie gerade schrieb, setzte Lisa Ortgies trotz der Krankheit fort. Oder gerade deswegen. Denn der Blick aufs eigene Leben und die eigene Generation erhielt durch den Infarkt eine zusätzliche Dimension: die eigene Endlichkeit. In "Ich möchte gern in Würde altern, aber doch nicht jetzt" schreibt Lisa Ortgies klug und mit Selbstironie über das "Erwachsensein für Profis" und die Fragen, die sich Leute im besten Alter 40 plus so stellen. Passt mir noch die Skinny Jeans? Was spricht eigentlich gegen ein weiteres Kind? Müsste ich mich nicht politisch engagieren? Halbmarathon oder Achtsamkeitstraining? Und sie schreibt über die Rolle der Frau zwischen Job und Familie.

Moderne Feministin

Mit der Rolle der Frau beschäftigt sich Lisa Ortgies auch in der WDR-Sendung "Frau TV", die sie seit mehr als 20 Jahren moderiert. "Mein Verständnis eines modernen Feminismus lässt sich mit einer lebensnahen und ganz pragmatischen Szene auf den Punkt bringen", schreibt sie auf der Homepage der Sendung: "Ein Ziel hätten wir erreicht, wenn Frauen im Vorstellungsgespräch künftig gefragt werden: 'Was müssen Sie bei uns verdienen, damit Ihr Mann auf Teilzeit gehen kann?'"

Trägerin des Luise-Büchner-Preises

Die 1966 im niedersächsischen Quakenbrück geborene Journalistin arbeitete nach der Ausbildung an der Henri-Nannen-Schule für verschiedene Zeitschriften und den NDR und war Kolumnistin bei der Zeitschrift "Emma". 2014 erhielt sie den Luise-Büchner-Preis für Publizistik. Mit dem Preis werden Autorinnen und Autoren ausgezeichnet, die die "Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern in der Gegenwart aufdecken und Wege zu einer geschlechtergerechten Gesellschaft aufzeigen".

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