Stand: 16.10.2019 11:27 Uhr

Adler-Olsen stellt neuen Krimi in Hamburg vor

von Jens Büchsenmann

Der dänische Bestseller-Autor Jussi Adler-Olsen ist bekannt für seine äußerst erfolgreichen Krimis mit Titeln wie "Schändung", "Erlösung" oder "Erbarmen". In der Serie geht es um Fälle, die von einer Spezialeinheit für Cold Cases um Kommissar Carl Mørck gelöst werden: um Verbrechen also, die weit zurückliegen. Im neuen Adler-Olsen-Krimi "Opfer 2117" werden die Ermittler nun von der eigenen Vergangenheit eingeholt. Die Kritikerin einer großen dänischen Tageszeitung hat das Buch schon zum besten der Serie erkoren. Jussi Adler-Olsen hat es am Dienstag im Audimax der Universität Hamburg im Rahmen des Harbour Front Literaturfestivals vorgestellt.

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Schauspieler Peter Lohmeyer ist seit zehn Jahren mit Jussi Adler-Olsen unterwegs.

Voll war es, brechend voll. 1.600 Menschen passen in das Audimax, den größten Hörsaal der Universität Hamburg. Alle wollten ihn sehen und hören - Fans, die ihn und seine Bücher und die Verfilmungen dazu lange kennen. Und doch waren sie überrascht, als die Moderatorin des launigen Abends, Margarete von Schwarzkopf, den Autor so begrüßt: "Jussi Adler Olsen ist in den Club der glücklichsten Menschen der Welt eingetreten: Er ist seit August Großvater." Was eine Erklärung dafür ist, warum seine Fans auf diesen achten Fall des Kommissars Carl Mørck vom Sonderdezernat "Q" über drei Jahre warten mussten. "Ich habe mir freigenommen, mich um meine Tochter gekümmert, die ihr erstes Kind, mein erstes Enkelkind, erwartet hat. Und ich konnte an nichts anderes denken." Es ist ein Mädchen, sie heißt Elly. "Wahnsinn", sagt der Autor, ganz aus dem Häuschen.

Adler-Olsen-Lesung: Familientreffen mit 1.600 Besuchern

Vielleicht geriet der Abend auch deshalb eher nach einem sehr großen Familientreffen vor sehr großem Publikum. "Er ist sehr menschlich. Ich fand das so toll, dass er sich am Anfang als Großvater feiern ließ. Das hat mich so sympathisch berührt", schwärmt eine Besucherin. "Mich hat gefreut, dass er so locker ist. Unglaublich humorvoll, wie in seinen Büchern. Zu sehen, dass er tatsächlich so ist, wie er schreibt, das ist toll," sagt eine andere treue Leserin.

Auch die drei auf der Bühne mit Schauspieler Peter Lohmeyer, der immer dabei ist, waren ein eingespieltes Team: "Ich bin schon länger mit Jussi auf Reisen, jetzt schon zehn Jahre", erklärt Lohmeyer. "Ja, zehn laaaaange Jahre", scherzt Autor Adler-Olsen.

Neuer Krimi "Opfer 2117" verrät Geheimnisse der Ermittler

Der dänische Erfolgsautor Jussi Adler-Olsen (Mitte) liest in Hamburg beim Harbour Front Festival im Gespräch mit Peter Lohmeyer (r.) © NDR Foto: Pascal Strehler

Der Bericht zum Hören

NDR Kultur

Der dänische Bestseller-Autor Jussi Adler-Olsen schreibt über grauenhafte Morde. Persönlich aber verzauberte der Autor sein Publikum in Hamburg mit viel Charme und Humor.

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Das "Opfer 2117" im Titel des Buchs ist ein Flüchtling, eine ältere Frau, die tot an den Strand der Mittelmeerinsel Zypern gespült wird. Auf Zeitungsfotos erkennt Ermittler Assad die Frau und sieht sich mit schlimmsten Erinnerungen konfrontiert. "Das Thema ist politisch, aber ich selbst bin es nicht. So wie ich schreibe, ist Politik vielleicht leichter zu verstehen. Es geht immer um den Missbrauch von Macht," sagt der dänische Autor.

Wer hat die an den Strand gespülte, Frau ermordet? Wer ist der finstere bärtige Mann auf dem Foto neben seiner Frau und seiner Tochter? Und wo ist seine andere Tochter? Die Erschütterung seines Ermittlers Assad will der Autor noch übertreffen - im nächsten Buch, wo es um Carl und dessen Geheimnisse gehen soll. "Seine Geschichte bietet Stoff für zwei Bücher", erzählt Jussi Adler-Olsen.

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Matinee | 16.10.2019 | 09:20 Uhr

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