Carmen Korn © Charlotte Schreiber Foto: Charlotte Schreiber

Der Norden liest: Carmen Korn in Bergedorf

Stand: 16.10.2020 12:29 Uhr

Die Schriftstellerin Carmen Korn kam zum Auftakt von "Der Norden liest" ins Haus im Park in Hamburg-Bergedorf. In der Lesereihe stellen Autorinnen und Autoren im ganzen Norden ihre Bücher vor.

von Anina Pommerenke

Drei Orte haben das Leben von Carmen Korn geprägt: Hamburg, Köln und Sanremo. Um diese drei Orte geht es auch in ihrem neuen Roman "Und die Welt war jung". Im Gespräch mit Julia Westlake verriet Carmen Korn viel über ihre Arbeitsweisen, die Entstehung ihrer Handlungsstränge, die persönlichen Hintergründe für ihre Romane und ihre Charaktere: "Das finde ich immer sehr faszinierend, wenn die Jungs und Deerns vor mir stehen und sagen: 'Nö, das machen wir jetzt nicht. Lass dir was anderes einfallen.' Ja, die verselbstständigen sich, aber das sagen viele Autoren, dass Figuren lebendig werden, selbstständig werden."

50er-Jahre liegen Korn am Herzen

Auf der Bühne gab es eine kleine Zeitreise. Im Hintergrund: Ein bunter Aufsteller im Bücherregal-Look. Darüber eine Leinwand, auf der zeitweise alte Fotos eingeblendet wurden: die zerstörten Hamburger Landungsbrücken, der Kölner Dom, die palmengesäumte Promenade von Sanremo. Vorne: Ein kleines Tischchen mit weißer Decke und einem 50er-Jahre-Radio. Eine Zeit, die die 1952 geborene Autorin und Journalistin nach aufwendigsten Recherchen mit viel Liebe zum Detail in ihren Romanen verarbeitet: "Die 50er-Jahre liegen mir schon am Herzen. Denn nach den dunklen Kriegsjahren und den schwierigen Nachkriegsjahren da fing es mit der Währungsreform und mit dem neuen Jahrzehnt an, dass die Menschen sich trauten aufzuatmen. Sich trauten, in die Zukunft zu denken."

Carmen Korn auf dem Podium von Der Norden liest © NDR.de Foto: Anina Pommerenke
AUDIO: Der Norden liest: Carmen Korn in Hamburg (4 Min)

Autogramme hinter Plexiglas

Carmen Korn auf dem Podium von Der Norden liest © NDR.de Foto: Anina Pommerenke
Mit Maske und hinter Plexiglas durfte Carmen Korn am Ende noch Autogramme verteilen.

Im Publikum blieb zwar jede zweite Reihe unbesetzt, und zwischen den Besucherinnen und Besuchern waren immer gleich mehrere Plätze frei: doch trotzdem kam es zu einem herzlichen Austausch von Publikum und Autorin. Am Ende durfte Carmen Korn sogar noch hinter einer Trennscheibe aus Glas mit einem speziellen Schlitz, durch den man die Bücher hindurchschieben konnte, signieren. Sie genieße das sehr, sagte sie: "Weil wir alle so lange brach gelegen haben, so lange Zeit - und was nun möglich ist, ist ein bisschen irritierend, wenn ich hier hinter meinem Postschalter sitze - aber es findet statt und so wird es hoffentlich bleiben!"

"Der Norden liest" geht weiter

Das hofft auch Moderatorin Julia Westlake. Sie findet, dass der besondere Charme der Veranstaltungsreihe "Der Norden liest" auch trotz Corona funktioniert: "Weil wir ja über viele wunderbare Bücher sprechen. Die haben sich ja nicht verändert, denn die Literatur bleibt gleich - großartig. Die Gespräche bleiben inhaltlich auch gleich, wir streamen ja - also können auch viele Leute die Veranstaltungen mitverfolgen, die sonst keine Karten bekommen hätten."

Freuen kann sich der Norden noch auf ganz große Namen wie Daniel Kehlmann, der im Lessingtheater in Wolfenbüttel seine "Corona-Dialoge" vorstellen wird. Oder auf einen Abend in der Lokhalle in Göttingen mit dem Musiker Achim Reichel. Mit dabei sind auch Newcomer, wie etwa Verena Keßler, die ihr Romandebüt "Die Gespester von Demmin" in der Kulturkirche Sankt Jakobi in Stralsund vorstellen wird.

Weitere Informationen
Carmen Korn, Achim Reichel, Daniel Kehlmann © Charlotte Schreiber, Hinrich Franck / Matti Klatt, Beowulf Sheehan Foto: Charlotte Schreiber, Hinrich Franck / Matti Klatt, Beowulf Sheehan

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Matinee | 16.10.2020 | 11:20 Uhr

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