Stand: 24.06.2019 11:13 Uhr

Prachtvolle Fotos aus 60 Jahren Raumfahrt

Das NASA-Archiv. 60 Jahre im All
von Piers Bizony, Andrew Chaikin, Roger Launius
Vorgestellt von Andreas Krieger

Die National Aeronautics and Space Administration, kurz NASA, liefert Postkarten vom Unvorstellbaren. Der Rover "Curiosity" schickt Selfies vom Mars. "Hubble" bringt den Pferdekopfnebel posterscharf. 1958 wurde die NASA gegründet. Eine Behörde - und Mythos. Berühmte und rare Fotos sind nun versammelt in einem fantastischen Prachtband: "Das NASA-Archiv". Der Wissenschaftsjournalist und Weltraumhistoriker Piers Bizony hatte Zugang zu den Schätzen.

Aufnahmen der NASA.

Schätze aus 60 Jahren NASA

Bücherjournal -

Früher Behörde für Größenwahn, heute Bilderfabrik: Der Weltraum-Historiker Piers Bizony zeichnet in einem prachtvollen Bildband die Geschichte der US-Weltraumbehörde NASA nach.

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Die Erde ist nur ein kleiner Punkt im Weltall

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Der Bildband bietet faszinierende Einblicke in 60 Jahre NASA-Geschichte.

Weihnachten 1968: Die "Apollo 8" soll den Mond umkreisen. Das Raumschiff verschwindet, der Funkkontakt bricht ab. Als die Crew wieder auftaucht, hat sie einen unvergleichlichen Blick. Die Erde geht über dem Mond auf. Und die "Apollo 8" setzt einen historischen Funkspruch ab: "An alle Menschen da unten. Die Mannschaft von 'Apollo 8' wünscht ein friedliches Weihnachten und Gott segne euch." "Diese Aufnahmen erinnerten uns daran - während wir hier unten stritten, kämpften, Kriege führten - dass die Erde nur ein kleiner blauer Punkt da draußen in der Weite des Weltalls ist", sagt Autor Piers Bizony. "Und es war ein ziemlicher Schock für die Menschen, das in der Zeitung zu sehen."

Russische Erfolge als Ansporn

"Sputnik", 1957. Russlands großer Triumph im Kalten Krieg. Und eine Warnung: Wer Satelliten ins All schießt, weiß auch, wie man Interkontinental-Raketen bis in die USA schickt. "Ich sage Ihnen in einem Wort, was die Reaktion der Amerikaner auf Sputnik war: Panik. Absolute Angst", erzählt Piers Bizony. US-Präsident John F. Kennedy sagte in einer berühmten Rede 1962: "Wir haben beschlossen, in diesem Jahrzehnt auf dem Mond zu landen. Nicht, weil es einfach, sondern weil es schwierig ist."

"Ein riesiger Sprung": Die erste Mondlandung

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Buzz Aldrin bei seinen ersten Schritten auf dem Mond.

Juli 1969: Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins wagen mit der "Apollo 11" die erste Mondlandung. Eigentlich unmöglich, denn die Testflüge mit der Landefähre, genannt "das fliegende Bettgestell", waren ziemlich katastrophal verlaufen. Doch dann klappt es doch. "Das ist ein kleiner Schritt für den Menschen. Ein riesiger Sprung für die Menschheit", sagte Armstrong. Eine halbe Milliarde Menschen verfolgt das Ereignis im Fernsehen. Aber was sehen sie eigentlich, wenn sie das Foto von Buzz Aldrin sehen, das Foto vom Mann auf dem Mond? "Dieses Bild steht nicht nur für die Erkundung des Mondes", sagt Bizony. "Es ist die neue post-menschliche Verschmelzung von uns mit unserer Technologie. Man sieht kein menschliches Wesen. Man sieht etwas, das mehr Maschine als Mensch ist."

Weitere "Apollo"-Missionen folgen

Es folgen weitere "Apollo"-Missionen, bis 1972. Keiner sendet mehr. Die Amerikaner drehen ein paar Runden im Auto. Dann noch ein paar Runden. Sie wissen mit dem Mond nicht viel anzufangen. "Es gab die Einstellung: Warum sollten wir immer wieder zum Mond zurück? Wir haben die Russen besiegt", erzählt Bizony. "Eines der Probleme für die NASA war, dass das Vorspiel, wie sie zum Mond kommen, sehr aufregend war. Als sie dann auf dem Mond waren, hatte die allgemeine Öffentlichkeit keine Vorstellung, was die NASA danach machen könnte."

Herber Rückschlag Challenger-Unglück

Januar 1986: Nur 73 Sekunden nach dem Start zerbricht die "Challenger" in rund 15 Kilometern Höhe. Alle sieben Astronauten sterben. Es ist die bis zu diesem Zeitpunkt größte Katastrophe der bemannten Raumfahrt. "Die Zukunft gehört nicht den Kleinmütigen, sie gehört den Mutigen", kommentiert Ronald Reagan den "Challenger"-Absturz. 2003 sterben wieder sieben Astronauten bei der Rückkehr der "Columbia".

Faszinierende Fotos aus dem Weltraum

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Blick auf den Jupiter-Mond Io: Die NASA ist heute eine Bilderfabrik.

Und heute? Liefert die NASA Fotos, ohne Menschenleben zu riskieren. Berühmt ist das Bild vom Stern "Zeta Ophiuchi" - gesehen vom Teleskop. "Hubbles" Hit: die Säulen der Schöpfung im Adlernebel. 7.000 Lichtjahre entfernt. Oder das Bild von "Oumuamua", der erste Asteroid, der von einem anderen Sonnensystem in das unsere flog. "Die NASA-Mitarbeiter wollen keine Umwelt-Hippies sein", sagt Bizony. "Aber sie wollen auch nicht darüber lügen, was sie finden. Die Astronauten kommen nach Hause und sie berichten immer wieder das Gleiche: Man sieht, was die Menschen der Erde antun - und das ist nicht gut."

Die NASA früher: Behörde für Größenwahn. Heute: eine Bilderfabrik. Und manchmal sind da: Träumer. Immer noch.

Das NASA-Archiv. 60 Jahre im All

von
Seitenzahl:
468 Seiten
Genre:
Bildband
Verlag:
Taschen
Bestellnummer:
978-3-8365-7440-2
Preis:
100 €

Dieses Thema im Programm:

Bücherjournal | 26.06.2019 | 00:00 Uhr

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Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: https://www.ndr.de/kultur/buch/Der-Bildband-Das-NASA-Archiv,nasa274.html

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