Stand: 10.07.2020 09:15 Uhr

Dean Koontz: Dem "Großmeister des Horrors" zum 75.

von Jan Ehlert

Er ist einer der erfolgreichsten Schriftsteller der Welt: Dean R. Koontz. Mehr als 450 Millionen Mal haben sich seine Bücher bereits verkauft, für Freunde von Horror- und Science-Fiction-Romanen gehören Werke wie "Des Teufels Saat" und "Todesdämmerung" längst zu den Klassikern. Doch so erfolgreich wie Koontz ist, so zurückgezogen lebt er gemeinsam mit seiner Frau in seinem Haus in Kalifornien. Am 9. Juli ist Koontz, der den Titel "Großmeister des Horrors" trägt, 75 Jahre alt geworden.

Der Autor Dean Koontz im Porträt. © imago images / ZUMA Press
Die meisten Romane von Dean Koontz sind auch in deutscher Übersetzung erschienen.

In den Romanen von Dean Koontz dauert es oft nicht lange, bis der nächste Mord geschieht. Dämonen aus der Hölle, lebendig gewordene Kinderspielzeuge oder übersinnlich begabte Serienmörder treiben darin ihr Unwesen. So wie Bryan aus "Drachentränen", der die Zeit anhalten kann, oder Candy Pollard in "Ort des Grauens", der sich dank seiner telepathischen Kräfte in wenigen Sekunden an jeden Ort der Welt versetzen kann.

Mehr als 100 Romane hat Koontz bereits geschrieben. Hauptsächlich Horror, aber auch Thriller, Krimis und Science-Fiction-Romane. Dabei musste er sich das Lesen selbst beibringen: Koontz wuchs in ärmlichen Verhältnissen im US-Bundesstaat Pennsylvania auf. Sein Vater hatte 44 Jobs in 32 Jahren und war gewalttätiger Alkoholiker, verriet Koontz dem Fernsehsender CBS.

Koontz schreibt über Soziopathen - aus eigener Erfahrung

Einmal soll sein Vater sogar versucht haben, ihn umzubringen. Eine traumatische Erfahrung, die Koontz in seinen Romanen verarbeitete: "Es ist furchtbar, über deinen Vater zu sagen: Ich habe keine schönen Erinnerungen. Aber ich habe wirklich keine. Ich habe manchmal gesagt, dass ich meine Karriere meinem Vater verdanke, denn wenn ich über Soziopathen schreibe, dann schreibe ich aus Erfahrung."

Aber auch seine Mutter ist in seine Bücher eingeflossen. Ihren Mut, sich aus einer hilflosen Position trotzdem seinem Vater entgegenzustellen, habe er immer bewundert. Und so kämpfen auch seine Helden selbst in den aussichtslosesten Situationen weiter gegen das Böse. So wie sein vielleicht bekanntester Protagonist, über den Koontz mehrere Romane und zahlreiche Kurzgeschichten geschrieben hat: Odd Thomas. Ein junger Mann, der Tote sehen und Massaker voraussehen kann.

Dean Koontz hat das Corona-Virus nicht vorausgesagt

Zu shen ist das Cover des Thrillers "Die Augen der Finsternis" von Dean Koontz, erschienen im Ullstein Verlag. © Ullstein Verlag
Die Neuausgabe des Romans "Die Augen der Dunkelheit" trägt nun den Titel "Die Augen der Finsternis".

Doch kann auch Koontz Dinge voraussehen? Ein Blick in seinen Roman "Die Augen der Dunkelheit" aus dem Jahr 1981 bringt Erstaunliches hervor: "Es ist Chinas wichtigste und gefährlichste biologische Waffe der vergangenen Jahrzehnte. Sie nennen das Zeug Wuhan-400, denn es wurde in ihren Laboren am Rande der Stadt Wuhan entwickelt".

Koontz habe das Corona-Virus vorausgesagt, diese Verschwörungstheorie ging im Frühjahr dieses Jahres um die Welt. Der Ullstein Verlag brachte im Mai eine Neuausgabe heraus. Mit Corona hat Wuhan-400 dann auf den zweiten Blick aber doch nur wenig gemeinsam. Spannend ist der Roman trotzdem - denn wie fast immer bei Dean Koontz ist auch hier die nächste Leiche nicht weit entfernt.

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Matinee | 09.07.2020 | 11:20 Uhr

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