Die Plastik des Buxtehuder Bulle. © Picture Alliance Foto: Kerstin Lorenz

"Buxtehuder Bulle": Jugendbuchpreis geht an Alan Gratz

Stand: 07.09.2021 20:30 Uhr

Seit 50 Jahren gibt es den "Buxtehuder Bullen". Er zählt zu den bekanntesten deutschen Jugendliteraturpreisen. In diesem Jahr geht die Auszeichnung an den US-Amerikaner Alan Gratz.

Er erhält die Stahlplastik in Form eines Bullen für seinen Roman "Vor uns das Meer. Drei Jugendliche, drei Jahrzehnte, eine Hoffnung", wie die Hansestadt Buxtehude (Landkreis Stade) am Dienstag mitteilte. In seinem Roman verwebe Gratz geschickt und spannend die Fluchtgeschichten von drei Kindern aus unterschiedlichen Zeiten, hieß es in der Begründung der Jury, die mit elf Jugendlichen und elf Erwachsenen besetzt ist.

"Unsentimental und ergreifend"

Der Autor erzähle "unsentimental und gerade dadurch ergreifend", so die Jury. "Vor uns das Meer. Drei Jugendliche, drei Jahrzehnte, eine Hoffnung" erzählt die Geschichten dreier Kinder aus unterschiedlichen Zeiten. Es geht um dem elfjährigen Josef, der 1939 mit seiner Familie aus Deutschland vor den Nazis flieht. Das zweite Kind ist Isabel, die im Jahr 1994 in Kuba Hunger leidet und sich auf eine gefährliche Reise nach Amerika begibt. Das dritte Kind heißt Mahmoud, ist zwölf Jahre alt und verlässt im Jahr 2015 seine zerstörte Heimatstadt Aleppo in Syrien, um in Deutschland neu anzufangen. Wann der in diesem Jahr zum 50. Mal vergebene Preis an Alan Gratz übergeben wird, ist noch unklar, wie ein Stadtsprecher sagte.

Preis für das beste Jugendbuch auf Deutsch

80 Werke waren in diesem Jahr für den Preis nominiert, acht hatten es bis in die Finalrunde geschafft. Der "Buxtehuder Bulle" zählt zu den bedeutendsten deutschen Jugendliteraturpreisen. Der Preis wird seit 1971 jedes Jahr für das nach Ansicht der Jury beste in deutscher Sprache veröffentlichte Jugendbuch des jeweiligen Vorjahres vergeben. Ins Leben gerufen hatte die Auszeichnung der Buxtehuder Buchhändler Winfried Ziemann. 1981 übernahm die Stadt Buxtehude die Trägerschaft. Der "Buxtehuder Bulle" ist mit 5.000 Euro dotiert.

Michael Ende unter den Ausgezeichneten

Im vergangenen Jahr erhielt die US-Amerikanerin Wendelin van Draanen den Preis für ihren Roman "Acht Wochen Wüste". 2019 hatte die US-Amerikanerin Amy Giles die Auszeichnung für ihren Debütroman "Jetzt ist alles, was wir haben" bekommen. Zuvor ging der "Bulle" unter anderem an David Safier, Michael Ende, Gudrun Pausewang, Leonie Ossowski und Jostein Gaarder.

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