Stand: 12.03.2018 00:01 Uhr

Buchblogger - Perfekte Werbung für Verlage

von Katharina Mahrenholtz
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Um neue Spitzentitel wie "Die fünf Gaben" bekannt zu machen, arbeiten Verlage mit Bloggern zusammen.

Ute Nöth ist im Hamburger Carlsen Verlag zuständig für "Blogger Relations". Zusammen mit ihrem Team kümmert sie sich darum, das Interesse der Bloggerszene für die Neuerscheinungen zu wecken. "Vor allem für Titel aus dem Fantasybereich gibt es viele Möglichkeiten, kreativ zu werden", erklärt Ute Nöth und deutet auf einen Stapel mit Pinseln, venezianische Masken, Theaterschminke, edlen Schreibfedern. 25 ausgewählte Bloggerinnen bekommen diese netten Gimmicks zusammen mit dem neuen Jugendroman "Die fünf Gaben" zugeschickt.

Instagram als wichtige Plattform

"Damit lassen sich doch bestimmt schöne Fotos machen, oder?", fragt Ute Nöth augenzwinkernd. Das ist der Plan dahinter: Dass die Influencer stilvolle Fotos von den Büchern und den dazugehörigen Accessoires auf Instagram posten. Das ist die Plattform, die zurzeit mit viel Enthusiasmus bespielt wird und den größten Reichweitenzugewinn hat.

Perfekte Werbung für Verlage

Insgesamt hat sich der Hype um Blogger ein bisschen gelegt. Viele haben wieder aufgegeben, weil sie merken, dass es viel Arbeit macht und wenig einbringt. Für Blogger und Verlage sind die Regeln inzwischen klar und das Zusammenspiel ist daher einfacher geworden. "Wir sind jetzt mehr in einem Arbeitsmodus und raus aus dem Diskutieren, ob man damit Geld verdienen darf", stell Ute Nöth fest. Und gleichzeitig merke man auch, wie immer mehr Verlage auch Blogger-Relations-Fachleute bei sich einstellen. Selbst bei dem kleinsten Verlag sei angekommen, dass man mit Bloggern zusammenarbeiten sollte.

Inzwischen gibt es sogar Agenturen, die den Buchbloggern beim Selbst-Vermarkten helfen. Claudia Wagner und Sara Gavric haben in ihrer Firma "Blogger Beratung" die derzeit erfolgreichsten Buch-Influencer unter Vertrag. Dazu gehören Tami von "Reading Teabag" und Jessi von "Melody Of Books". Begeisterte Buchvorstellungen, die jeweils etwa 50.000 Leute erreichen, die zu 100 Prozent der Zielgruppe der Bücher entsprechen. Das sei für Verlage die perfekte Werbung, sagt Sara Gavric, die Anfragen an die Agentur würden deutlich zunehmen.

Je mehr Klicks, desto mehr Geld

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Der Verdienst von Buchbloggern hängt vor allem von der Reichweite ab.

Wie viel die einzelnen Influencer verdienen, hängt vor allem vor allem von der Reichweite ab, der Faktor liegt bei 70 Euro pro 1.000 Klicks - wobei man unterscheiden muss, ob es nur eine Videoerwähnung ist, ein einzelnes Video, ein Instagrambild o.Ä. Und: Je mehr Follower, desto bessere Verdienstmöglichkeiten. Bekannte Influencer werden auch für Eventauftritte, etwa auf der Buchmesse gebucht. "Dann stehen sie zum Beispiel beim Verlag für eine Autogrammstunde, machen Fotos mit den Fans, vielleicht dazu noch ein Video und drei Instagram-Posts", so Gavric.

Gut laufen auch Verlosungen. Reich werden kann man als Buch-Influencer trotzdem nicht. Deshalb suchen sich viele ein zweites Standbein im Netz. Wie etwa Tami, die sich auch mal während einer Buchpräsentation schminkt - und demnächst einen Beauty-Kanal startet.

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