Ein Schlagzeug © Colourbox

Wenn sich Genres vermischen: Papiripar Festival startet

Stand: 05.03.2021 13:56 Uhr

Von Donnerstag, 4. bis Sonntag, 7. März, findet in Hamburg das Papiripar Festival statt. An vier Tagen trifft hier experimentelle Popmusik auf Kunst, Film und Performance.

Ein Schlagzeug © Colourbox
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von Vanessa Wohlrath

Beim Papiripar Festival geht es darum, die Grenzen zu verwischen und Verbindungen zu schaffen zwischen den einzelnen Disziplinen. Das Kuratoren-Team hätte sich für die dritte Ausgabe des Festivals echte Konzerte, Ausstellungen und Aktionen quer durch die Stadt erhofft. Corona hat den Veranstaltern aber einen Strich durch die Rechnung gemacht. Deshalb ist aus dem Papiripar Festival ein Radio-Festival geworden. Kunst wird hier hörbar - und zwar überall. Das passt sowohl zum lautmalerischen Namen des Events "papiripar" - was ungarisch ist und so viel bedeutet wie Papierindustrie - als auch zu seiner Grundidee.

Grenzen verwischen, Genres verwirbeln

"Also es ist eigentlich ein Festival, das immer in Grenzbereichen operiert", sagt Festivalkurator Florian Bräunlich. "Die bildenden Künstler, die sich nicht in der Bildenden Kunst zu Hause fühlen, aber hauptsächlich Musik machen, interessieren uns und auch anders herum. Und das Festival möchte eigentlich die ganze Zeit die Disziplinen und Genres verwirbeln."

Das Publikum kann von zu Hause aus mitmachen

Von zu Hause aus wird das Publikum interaktiv ins Radiogeschehen verwickelt. Beim Polterabend, einer sogenannten Zerstörungsaktion, zerschmettern die Hörerinnen und Hörer live am Telefon ihre Lieblings-Objekte oder einen verhassten Gegenstand. Auch eine Künstlerin will das tun, in ihrer Performance aus dem Radiosendebereich in einer KfZ-Werkstatt.

Experimentelle Klänge

Weniger krachend als poetisch klingen hingegen die Soundeinlagen der Avant-Pop-Band Aksak Maboul aus Brüssel. Seit über 30 Jahren schon experimentiert ihr Gründer Marc Hollander mit unterschiedlichen Musikgenres - von Jazz über Experimental-Pop bis hin zu Disco. Für die dritte Ausgabe des Papiripar hat Hollander sich etwas ganz Besonderes ausgedacht: "Unser Festivalbeitrag läuft unter dem Titel 'Aksak Maboul's Scrapbook' - also 'Aksak Mabouls Skizzenheft', weil es viele kleine Elemente aus der Bandgeschichte in einer Collage miteinander verbindet: Live-Aufnahmen, Field-Recordings, alte oder nie benutzte Demos."

Neben einer Ausstellung zum Thema "Falten" in den Schaufenstern des Hamburger Westwerks macht ein Soundwalk die Hafencity akustisch erfahrbar. Ganz nach dem Motto des Festivals: Mehr Kunst in die Musik, mehr Musik in die Kunst.

Das Radio-Programm können Sie online empfangen. Das Festival ist kostenlos, kann aber mit einem Support-Ticket unterstützt werden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Kulturjournal | 04.03.2021 | 19:00 Uhr