Stand: 12.12.2017 19:38 Uhr

Weihnachtsflut: Ausstellung erinnert an 1717

Weihnachten war vor 300 Jahren an der Nordsee ein schreckliches Fest. Ein Sturm wütete damals, der sich zu einer der schlimmsten Sturmfluten überhaupt entwickelte. Mehr als 10.000 Menschen starben an der Nordseeküste. Leer, Emden, Jever, Butjadingen und weitere Orte standen meterhoch unter Wasser. Die Region erholte sich erst Jahre später von dieser Katastrophe. Im Weltnaturerbeportal Dangast ist am 5. Dezember eine Wanderausstellung zur Weihnachtsflut 1717 eröffnet worden. Seit Dienstag ist die Ausstellung auch in der Johannes a Lasco Bibliothek in Emden zu sehen.

Ausstellung zeigt, "welches Elend geherrscht hat"

In der Nacht von Heiligabend auf den ersten Weihnachtstag drehte sich in den tragischen Stunden vor 300 Jahren der Wind und blies das Wasser aufs Festland zu. Die Deiche brachen. Die Sturmflut überraschte die Menschen im Schlaf. Allein in Ostfriesland gab es mehr als 2.700 Tote. Andere retteten sich aufs Dach ihres Hauses und harrten in der Kälte aus, erzählt Michael Remmers, einer der Kuratoren der Ausstellung "300 Jahre Weihnachtsflut". "Wir stellen das Dramatische der Weihnachtsflut aus. Man kann an Texttafeln nachvollziehen, welches Elend geherrscht hat, vergleichbar mit einem Tsunami heute", berichtet Remmers.

Erschreckende Berichte von Zeitzeugen

26 Tafeln zeigen, wie die Flut weit ins Binnenland vordrang und welche Folgen sie hatte. Die Überlebenden mussten Hunger, Armut und Krankheiten ertragen. Zu den Exponaten gehört auch eine Karte von 1718. Sie sollte die Menschen in ganz Deutschland auf die verheerende Sturmflut aufmerksam machen, so Remmers. Außerdem seien Berichte von Zeitzeugen zu sehen. Von Eltern, die ihre Kinder mit Regenwasser am Leben gehalten hätten und zum Schluss mit Urin, weil die Mutter keine Milch mehr geben konnte. Die Ausstellung wirft aber auch einen Blick auf Sturmfluten der vergangenen Jahre und auf den aktuellen Küstenschutz.

Stationen der Ausstellung "300 Jahre Weihnachtsflut"

  • Dangast, Weltnaturerbeportal, 6. Dezember - 14. Januar

  • Emden, Johannes a Lasco Bibliothek, 12. Dezember - 5. Januar

  • Aurich, Landschaftsbibliothek, 9. Januar - 9. Februar

  • Cäciliengroden, Gemeindezentrum "Die Brücke", 17. Januar - 4. Februar

  • Horumersiel, Paul-Gerhardt-Haus, 7. - 18. Februar

  • Wilhelmshaven-Neuende, St. Jakobi-Kirche, 21. Februar - 4. März

  • Wilhelmshaven-Heppens, Heppenser Kirche, 7. - 18. März

  • Langwarden, Kulturhaus am Wattenmeer, 19. April - 6. Mai

Nach Angaben der Veranstalter sind weitere Termine in Vorbereitung.

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Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 12.12.2017 | 18:00 Uhr

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