Schmidt Theater bei der Jubiläums Gala 25 Jahre Schmidts Tivoli Theater auf dem Spielbudenplatz an der Reeperbahn am Samstag 3. September 2016 in Hamburg. © BREUEL-BILD

Verbale Schlammschlacht: Schmidt Theater versus Kay Ray

Stand: 30.11.2020 19:39 Uhr

Seit Freitag tobt ein öffentlich ausgetragener Streit zwischen Kay Ray und dem Schmidt Theater. Hintergrund ist der nicht verlängerte Vertrag zwischen dem Comedian und dem Theater.

von Kerry Rügemer

Entertainer Kay Ray zu Gast in der NDR Talk Show am 03.06.2016 © NDR/Uwe Ernst Foto: Uwe Ernst
Comedian Kay Ray hat seinem Unmut über das Schmidt Theater gegenüber der "Bild-Zeitung" und der "Morgenpost" Luft gemacht.

Eine E-Mail an Kay Ray beendete in der vergangenen Woche die jahrelange Zusammenarbeit des Comedians mit dem Schmidt Theater. Seitdem verbreiten sich Hasskommentare, Spekulationen und Gerüchte. Kay Ray machte seiner Empörung über die Beendigung der Zusammenarbeit öffentlich in verschiedenen Hamburger Zeitungen Luft: "Ich bin damit an die Öffentlichkeit gegangen, weil ich meinen Fans etwas mitzuteilen hatte. Dass die Presse das Thema aufgenommen hat, zeigt mir aber auch, dass dieses Thema nicht nur mich betrifft, sondern das ganze Land. Die Aufregung darüber, dass die Cancel Culture immer stärker um sich greift, scheint mir vollkommen legitim", erklärt Kay Ray zu dem Thema.

Kay Ray: Wegen Türkenwitzen gefeuert

Kay Ray sieht sich als Opfer von Cancel Culture, einer "Löschkultur". Er sagt, er sei gefeuert worden, weil er in seiner letzten Late Night Show im Schmidt Theater Witze über Türken gemacht habe. Schmidt-Chef Corny Littmann dementiert in einer ebenfalls öffentlichen Stellungnahme dieses - wie es dort heißt - "Gerücht": "Die wesentliche Behauptung war, er hätte einen Türkenwitz gemacht und daraufhin hätten sich muslimische MitarbeiterInnen beleidigt gefühlt - das ist völliger Blödsinn", so Littmann.

Littmann: Wir hätten das lieber intern geklärt

Kay Ray hat nie zum festen Ensemble gehört, er hatte lediglich Gastspiel-Verträge. Dass so ein Vertrag nicht verlängert wird, komme häufiger vor und sei normal, so Schmidt-Chef Corny Littmann: "Das Theater verpflichtet Künstler, aber es gibt kein Recht eines Künstlers, verpflichtet zu werden. Für uns ist es ein normaler Vorgang, der bedauerlicherweise von Kay Ray gleich in verschiedenen öffentlichen Publikationen breitgetreten worden ist. Wir hätten das lieber intern geklärt."

Shitstorm in sozialen Medien gegen Schmidt Theater

Corny Littmann spricht bei einer Veranstaltung in ein Mikrofon. © picture alliance/Eventpress
Corny Littmann wehrt sich gegen Vorwürfe, das Schmidt Theater wahre nicht die künstlerische Freiheit.

Die Reaktion in den sozialen Medien: ein Shitstorm gegen das Schmidt Theater, übelste Hasskommentare. "Das geht ja von Rechtsradikalen bis hin zur AfD Eimsbüttel. Und wer das einmal auch nur ansatzweise gelesen hat, der weiß: Da haben wir offensichtlich richtig gehandelt", meint Littmann. Künstlerische Freiheit sei im Schmidt Theater immer hochgehalten worden, so der Schmidt-Chef weiter.

Littmann: Wir spenden einen Euro für jeden Hasskommentar

Was genau ihn in der betreffenden Show gestört hat, will Littmann nicht sagen. Es bleibt also zwangsläufig Raum für Spekulationen. Littmann hofft, dass durch die Stellungnahme des Theaters nun wieder Ruhe einkehrt. Was die Hasskommentare angeht - die sollen jetzt wenigstens einem guten Zweck dienen, erklärt Littmann: "Wir spenden einen Euro für jeden Hasskommentar an die Vereinigung 'Die Vielen', die sich für Toleranz in der Kunst und Kultur einsetzt. Jeder Hasskommentar tut - natürlich ungewollt - etwas Gutes."

Dieses Thema im Programm:

Kulturjournal | 30.11.2020 | 19:00 Uhr