Veranstalter reagieren auf Plakate an "Docks" und "Große Freiheit 36"

Stand: 28.03.2021 12:34 Uhr

Das "Docks" und die "Große Freiheit 36" in Hamburg bieten mit ihren Plakatflächen Kritikern der Corona-Maßnahmen eine Plattform. Jetzt fordert die Clubbranche in Hamburg die beiden zum Rückzug auf.

In der Hamburger Musikszene rumort es. Die Belastung durch die Corona-Pandemie - Lockdown, fehlende Einnahmen, noch nicht ausgezahlte Novemberhilfen - ist enorm. Jetzt kommt noch ein Vorfall dazu. An den Außenflächen der Clubs "Docks" und "Große Freiheit 36" hängen Poster mit kritischen Statements zur Corona-Situation - und das seit Monaten. Darunter auch ein Plakat mit der Überschrift: "Stopp Lockdown - Bewaffnet Euch mit Wissen".

Daraufhin hatten sich sieben Konzertveranstalter mit einem offenen Brief an die Betreiber der Clubs gewandt, in dem sie sich von ihrem teils langjährigen Geschäftspartnern distanzieren und sie um eine Stellungnahme bitten.

Plakate sollen bleiben - und auch Platz für "Maßnahmenbefürworter" bieten

Eine Antwort folgte am Donnerstag: "Docks" und "Große Freiheit 36" wollen die Plakate nicht abhängen, dafür aber auch Platz für die "Meinungen von Maßnahmenbefürwortern" gewähren.

Für die Hamburger Clubs, Veranstalter und Künstler greift diese Aussage zu kurz. In einem "Offiziellen Statement" fordern sie jetzt vom "Docks", der "Großen Freiheit 36", "der Prinzenbar", dem "Kaiserkeller" und der "Galeria 36" den "sofortigen Austritt aus dem Hamburger Clubkombinat."

Veranstalter distanzieren sich von "Docks" und "Große Freiheit 36"

In dem Schreiben heißt es: "Niemand verbietet den Betreiber*innen und den Verfasser*innen der Inhalte, ihre Meinung frei zu äußern. Sie müssen jedoch mit den Konsequenzen leben. Die nicht nur logische Konsequenz, sondern das entschiedene Mittel ist unsere klare Distanzierung von solch relativistischen, instrumentalisierenden und falschen Aussagen, die die Plakatwand zieren. Eine weitere Konsequenz ist, dass wir jegliche Zusammenarbeit mit den betroffenen Clubs und Veranstalter*innen konsequent abbrechen und nicht im Zusammenhang mit ihnen stehen wollen."