Stand: 03.01.2020 13:23 Uhr  - NDR 90,3

Trauerfeier für Jan Fedder im Hamburger Michel

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Ein Wunsch wird wahr: Die Trauerfeier für Jan Fedder wird in der Hamburger Hauptkirche St. Michaelis stattfinden.

Für Schauspieler Jan Fedder wird es am 14. Januar eine Trauerfeier im Hamburger Michel geben. Das teilte eine Sprecherin der St. Michaelis-Kirche am Donnerstag mit. An diesem Tag wäre der beliebte Fernsehstar 65 Jahre alt geworden. Er war am Montagabend in seiner Wohnung in Hamburg gestorben.

Fedder wünschte sich Trauerfeier im Michel

Fedder hatte sich zu Lebenszeiten eine Trauerfeier im Hamburger Michel gewünscht. In der Talksendung "Reinhold Beckmann trifft..." antwortete er im Sommer 2018 auf die Frage, ob seine Trauerfeier im Michel stattfinden soll: "Logisch. Wo denn sonst?" Fedder wurde in der Kirche getauft, konfirmiert und getraut.

Musik schon ausgesucht

Auch die Musik habe er schon ausgesucht, sagte er in der Sendung. Was Überraschendes, genau wie bei seiner Hochzeit. Damals wollte er den Deep-Purple-Hit "Child in time" hören, aber der Organist habe sich geweigert, deshalb habe ein russischer Musiker den Song gespielt.

Wahrscheinlich wird Michel-Hauptpastor Alexander Röder auf der Trauerfeier sprechen. Weitere Einzelheiten sind noch nicht bekannt.

Kondolenzbuch in der Davidwache

In der Davidwache an der Reeperbahn liegt ab Sonnabend ein Kondolenzbuch für Jan Fedder aus. Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) und Polizeipräsident Ralf Martin Meyer wollen sich um 13 Uhr als Erste dort eintragen. Für die Öffentlichkeit liegt das Buch noch bis zur Trauerfeier am 14. Januar aus.

Jan Fedder hatte jahrelang Krebs

Fedder litt an einer Krebserkrankung und hatte sich zuletzt aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Einem Millionenpublikum bekannt war er unter anderem aus zwei NDR Fernsehserien: als Dirk Matthies, ein Polizist mit Herz und Kodderschnauze, war er ab 1992 im Großstadtrevier zu sehen. In Neues aus Büttenwarder bewies er komödiantisches Talent als bräsiger Bauer Kurt Brakelmann an der Seite von Peter Heinrich Brix.

Aufgewachsen in St. Pauli

Jan Fedder kam 1955 in Hamburg zur Welt, wuchs als Sohn eines Kneipenbesitzers und einer Tänzerin in St. Pauli auf. Mit sieben Jahren sang Fedder als Knabensopran im Chor des Hamburger Michel. Seine erste große Rolle war 1981 die des Pilgrim im Film "Das Boot". Eine weitere maritime Rolle brachte ihm 2006 einen Deutschen Fernsehpreis ein: seine Darstellung eines alternden Tauchers in "Der Mann im Strom", der Verfilmung des Romans von Siegfried Lenz.

Fedders Ehefrau Marion sagte einmal über ihn: "Er braucht sich fast gar nicht auf Rollen vorzubereiten. Es dauert zwei, drei Tage, dann ist er die Rolle. Das geht ganz schnell."

Über die Social-Media-Kanäle des NDR gingen Tausende Beileidsbekundungen von Nutzerinnen und Nutzern ein. Viele Menschen stellten Trauerkerzen vor Fedders Wohnung auf St. Pauli auf.

Tschentscher: "Einer der beliebtesten Hamburger"

Peter Tschentscher würdigte Fedder als eine der beliebtesten Persönlichkeiten der Hansestadt. Mit ihm sei ein Hamburger Original gestorben, so der Regierungschef. Tschentschers Stellvertreterin Katharina Fegebank schrieb: "Das macht mich traurig." Jan Fedder habe das Besondere an Hamburg und Norddeutschland, den Menschen und ihren Geschichten auf wunderbare Weise mit rauem Charme in seinen Rollen und als Hamburger Original verkörpert. "Tschüß, mach's gut, Jan Fedder."

Marmor: NDR hat Fedder viel zu verdanken

NDR Intendant Lutz Marmor sagte: "Ich bin traurig. Jan Fedder war ein Norddeutscher durch und durch: ehrlich, echt, direkt, manchmal raubeinig, aber im Kern herzlich. Ein echter Volksschauspieler. Er verkörperte verschmitzte Typen genauso überzeugend wie melancholische und wortkarge Menschen." Der NDR habe Jan Fedder viel zu verdanken, die Zuschauerinnen und Zuschauer hätten ihn geliebt. "Der Tod dieses einzigartigen Schauspielers hinterlässt eine große Lücke. Mein Mitgefühl gilt vor allem seiner Frau", sagte Marmor.

Weitere Reaktionen auf Fedders Tod

  • Hollywood-Schauspieler Jürgen Prochnow spielte an Fedders Seite im Kinoklassiker "Das Boot". Er schrieb: "Das ist eine wirklich traurige Nachricht zum Jahresende, ich bin sehr betroffen von Jans frühem Tod. Ich hätte ihm noch viele Lebensjahre gewünscht und durch die Zusammenarbeit beim 'Boot' wird er immer in meinem Herzen bleiben."

  • Peter Heinrich Brix war der langjährige Filmpartner von Jan Fedder - ob im Großstadtrevier oder in Neues aus Büttenwarder. "Er hat sich wenig verstellt vor der Kamera," sagte Brix im Interview bei NDR Info. Seine langjährige Krankheit habe zwar was mit Fedder gemacht, er sei leiser und demütiger geworden: "Aber er hat nie gejammert. Ich kenne kaum jemanden, der leidensfähiger war als Jan Fedder." Er habe aber viel Kraft für seine Krankheit gebraucht. "Es war schon traurig, diesen Weg ein Stück weit mit zu gehen." Sein Name werde sicher länger bleiben als manch anderer, meint Brix über Jan Fedder.

  • Fernsehmoderator Reinhold Beckmann hat betroffen auf den Tod seines langjährigen Freundes Jan Fedder reagiert. "Mensch Jan, so war das nicht abgemacht. Du hattest noch was vor", erklärte er. Er hätte noch Fedders Satz im Ohr von ihrem letzten Treffen: "Hauptberuflich bin ich Mensch!" "Dafür Jan haben wir dich geliebt. Gute Reise, mein Freund", wünschte Beckmann.

  • Saskia Fischer, die mit ihm im Großstadtrevier vor der Kamera stand, nannte Fedder bei NDR 90,3 einen wunderbaren Kollegen und ein Hamburger Urgestein mit Ecken und Kanten, die sich auch in der Zusammenarbeit gezeigt hätten.

  • "Er war eine Identifikationsfigur, bodenständig und direkt, mit Herz und Schnauze, wie es heute im Fernsehen nur noch wenige gibt", sagte ARD-Programmdirektor Volker Herres über Fedder. "In Hamburg sagt man 'Tschüß' - für uns, lieber Jan, bleibst Du unvergessen!"

  • "Eine traurige Nachricht zum Jahresende: Unser Ehrenkommissar Jan Fedder ist heute verstorben. Wir sind tief betroffen", twitterte die Hamburger Polizei.

  • Das Großstadtrevier-Team schrieb auf Facebook: "Wir denken mit großer Traurigkeit, aber auch voller Stolz an die Zeit zurück, die wir mit Jan teilen durften, in der wir mit ihm gelacht, geweint, gescherzt, gekämpft und hart an jeder einzelnen Folge des Großstadtreviers gearbeitet haben. Wir hoffen, dass all diese schönen Erinnerungen auch Jan zuletzt getragen haben. Und wir wissen, dass sie uns in der nun kommenden Zeit der großen Trauer etwas Trost spenden werden."

  • Auch die Hamburger Feuerwehr trauert: "Jan Fedder ist heute im Alter von 64 Jahren verstorben. Viele Kolleginnen und Kollegen der Feuerwehr Hamburg haben an seiner Seite in kleinen Fernsehrollen als Einsatzkräfte auf dem Rettungswagen oder auf dem Löschfahrzeug im Großstadtrevier gespielt. Wir sagen Tschüß Jan."

  • Der Fußball-Zweitligist FC St. Pauli twitterte: "St. Pauli war seine Heimat. Nun sagt er für immer Tschüß. Ruhe in Frieden, Jan Fedder."

  • Der Moderator Micky Beisenherz schrieb: "64. Ein bisschen früh für eine Versetzung in ein anderes Revier. Traurig. Danke für die gute Zeit."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 02.01.2020 | 16:00 Uhr

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