"Time" kürt Frauen hinter der #MeToo-Bewegung

Donald Trump war in der engen Auswahl, genauso wie Kim Jong Un aus Nordkorea. Statt dieser Machthaber hat das Time Magazin eine Bewegung ausgewählt, die sich gegen Machtmissbrauch wendet: MeToo - eine Kampagne gegen sexuelle Belästigung und Übergriffe von Männern.

Als die Entscheidung bekannt gegeben wird, sitzt Tarana Burke im NBC Studio, zu Gast in der "Today Show". So etwas, sagt die Mitbegründern des MeToo-Konzepts, habe sie sich niemals ausmalen können. Die Welt habe sich seitdem verändert, sie aber habe doch erst einmal nur ihre eigene Community verändern wollen.

Auch wenn Tarana Burke das MeToo-Konzept schon vor über zehn Jahren begründet hat - die Kampagne und ihr Hashtag haben mit den Skandalen um Prominente eine ganz andere Öffentlichkeit bekommen. Begonnen hat es im Oktober mit dem Filmproduzenten Harvey Weinstein und es dürfte mit den Beschuldigungen gegen den Star-Dirigenten James Levine der New Yorker Metropolitan Opera - hier waren die mutmaßlichen Opfer junge Männer - noch lange nicht zu Ende sein. "Das ist erst der Anfang", so Burke. "Ich habe immer gesagt, es ist nicht ein Moment, es ist ein Movement, eine Bewegung. Die braucht Zeit und entwickelt sich, ist strategisch. Jetzt beginnt die Arbeit erst. Der Hashtag ist eine Deklaration - jetzt müssen wir loslegen und die Arbeit machen."

Entscheidung gegen die Mächtigen

Donald Trump war in der engeren Auswahl des "Time Magazines", genauso wie Nordkoreas Kim Jong Un. Statt dieser Machthaber hat das "Time Magazine" eine Bewegung ausgewählt, die sich gegen Machtmissbrauch wendet, gegen sexuelle Belästigung und Übergriffe - vor allem am Arbeitsplatz. Der "Time"-Chefredakteur erklärt, mit MeToo sei eine der "schnellsten Veränderungen in unserer Kultur seit den 1960er Jahren freigesetzt worden". Der Sturz so vieler Prominenter beweist: Veränderung ist möglich, Straflosigkeit keine Garantie. Darunter sind Film-Produzent Harvey Weinstein, Uber-Chef Travis Kalanick, Schauspieler Kevin Spacey.  

Ashley Judd und Taylor Swift auf dem Cover

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Auf dem Cover: Prominente Frauen wie Ashley Judd und Taylor Swift, aber auch Susan Fowler, ehemalige Mitarbeiterin bei Uber, Isabel Pascual, Erdbeerpflückerin, und Adama Iwu, Lobbyisitn (im Uhrzeigersinn).

Das Cover des Magazins zeigt anstelle vieler anderer denkbarer Kronzeuginnen die Schauspielerin Ashley Judd, eine derjenigen, die den Filmproduzenten Harvey Weinstein mit beschuldigt hatte. All ihre "Neins" habe er ignoriert, sagt sie, habe sie womöglich als ein "Vielleicht" oder ein "Ja" verstanden oder sich gar angetörnt gefühlt.

Das Cover zeigt auch den Popstar Taylor Swift, die erfolgreich einen Radiomoderator verklagt hat, der sie bei einem Interview begrabscht hatte. Sie hat jetzt erklärt: Wenn der Mann das unter solch riskanten Umständen mit einer so prominenten Frau getan habe - wieviel mehr würde er dann wohl einer jungen, verletzlicheren Künstlerin antun? Die "neue Kultur", die der Time-Chefredakteur anspricht, heißt für sie Bewusstsein zu schaffen, auch dafür, wie Eltern mit ihren Kindern reden und wie Opfer mit ihren schlimmen Erlebnissen umzugehen lernen - machen haben Jahrzehnte gebraucht, um darüber zu reden.

Auszeichnung der "Silence Breakers"

Das Time Magazine nennt all diejenigen, die sich - ob unmittelbar oder erst nach langer Überwindung - zu Wort melden: the Silence Breakers, diejenigen, die das Schweigen durchbrechen.

Kommentar

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"Etwas ist faul an der MeToo-Debatte", meint NDR Kultur Redakteurin Natascha Freundel. Frauen müssten sich jetzt aus der Opferrolle begeben. Ein Kommentar. mehr

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Umfangreiches Dossier beim "Time Magazine"

Das "Time Magazine" kürt die Frauen hinter #MeToo zur "Person of the Year 2017". In einem umfangreichen Dossier werden die die Protagonistinnen vorgestellt. extern

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