Erol (Fabian Monasterios) und Melanie (Birte Kretschmer) © Oliver Fantitsch

Spielbetrieb des Ohnsorg-Theaters läuft auf Hochtouren

Stand: 22.06.2021 18:34 Uhr

Der Intendant des Ohnsorg-Theaters Michael Lang spricht im Interview über die Corona-Zeit und über neue Produktionen.

Erol (Fabian Monasterios) und Melanie (Birte Kretschmer) © Oliver Fantitsch
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von Steffi Wittgenstein

Endlich kann wieder über neue Theaterstücke und den neuen Spielplan des Ohnsorg-Theaters gesprochen werden. Und dann gibt es auch noch etwas zu feiern: In der Kategorie "Komödie" wurde das Stück "Extrawurst" mit dem Monica-Bleibtreu-Preis ausgezeichnet. Ohnsorg-Theater-Intendant Michael Lange zeigt sich im Interview mit NDR 90,3 zufrieden: "Das ist wirklich ganz toll, weil es auch eine Motivation und Bestätigung für das ganze Ensemble und das Theaterteam ist nach einer so langen Zeit, in der wir überhaupt nicht spielen durften."

Mittlerweile laufe der Spielbetrieb wieder auf Hochtouren, drei kleinere, fantasievolle Produktionen seien im Umland zur Premiere gebracht worden. Nebenbei liefen Streams und die Sommerbespielung stünde ebenfalls bevor. Die Auszeichnung mit dem Monica-Bleibtreu-Preis sei darum "das Sahnehäubchen auf diese extrem intensive, aber wunderschöne Zeit", so Lang.

Weitere Auftritte an Schulen geplant

Bis Weihnachten hat das Hamburger Ohnsorg-Theater viel geplant, auch viele Stücke für Schulen. Ein besonderer Schwerpunkt nach Corona? "Während der Corona-Zeit durften wir häufig fast nur in Schulen spielen. Und da waren Dinge erlaubt, die im Theater selber nicht erlaubt waren," erklärt Lang. Eine unglaubliche Nachfrage erführe das Lyrik-Projekt "Dree in een Boot", das kürzlich an der Heinrich-Wolgast-Schule in St. Georg Premiere feierte. "Ganz viele Schulen wollen gerade dieses Stück jetzt bei sich auf dem Schulhof zeigen," sagt Lang. Es sei aus der Not während der Pandemie entstanden, darum hochaktuell und unheimlich interessant für die nachwachsenden Generation.

Ästhetische Erlebnisse, Begegnungen und die frühe Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur seit laut Lang etwas, das später nicht mehr nachgeholt werden kann: "Das sind Grundlagen, die jetzt gelegt werden und die auch für die menschliche Entwicklung eines jungen Menschen unglaublich wichtig sind. Und das hat auch so gefehlt - gerade das Zwischenmenschliche und diese Begegnungen." Das solle so schnell wie möglich nachgeholt werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Kulturjournal | 22.06.2021 | 19:10 Uhr