Stand: 13.07.2020 11:18 Uhr

Schweriner Schloss: Niklot-Statue trotz Sanierung zu sehen

von Axel Seitz

Das Schweriner Schloss ist das Wahrzeichen Schwerins, ziert seit 2007 eine Zwei-Euro-Münze und beherbergt seit fast drei Jahrzehnten den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern. Kaum ein Tourist kommt daran vorbei, das Hauptportal mit den beiden Türmen, der goldenen Kuppel und dem Niklot-Reiterstandbild zu fotografieren. Doch derzeit ist dieses Motiv ein wenig gestört, denn das Schloss wird renoviert und das Baugerüst verdeckt fast die gesamte Vorderfront. Um den Anblick zu verschönern, wurde das Baugerüst nun verhüllt, sodass der Niklot zwar nicht im Original, aber zumindest als Abbildung wieder zu sehen ist.

Die Niklot-Statue am Schweriner Schloss © picture alliance/Bildagentur-online Die Niklot-Statue am Schweriner Schloss © picture alliance/Bildagentur-online

Die Vorderansicht des Schweriner Schlosses vor dem Beginn der Umbauarbeiten (links) und mit der neuen Plane (rechts). Mit dem Schieberegler können sie die beiden Ansichten vergleichen. Verschieben Sie den Regler einfach mit der Maus oder dem Finger auf Smartphone und Tablet.

Immer wieder "gut renoviert"

Für das Schloss stehen mal wieder Sanierungsarbeiten an. Aber damit lebt das Schloss seit Jahrhunderten, wie eine Inschrift über dem Haupteingang beweist: "Herr Albrecht trug voll Muth den ersten Herzogshut, hat in dem Schlosse residiert - gerecht und stark zugleich herrscht Magnus Friedenreich, hat Land und Schloss gut renoviert."

Gut renoviert werden soll nun wieder in den kommenden Monaten, wie der Leiter des Staatlichen Bau- und Liegenschaftsamts Schwerin, Robert Klaus, ankündigt: "Wir haben vor, die Fassade zu reinigen, Ausbesserungen vorzunehmen, Zimmererarbeiten, aber auch Dachklempnerarbeiten. Also das klassische Bauerhaltungsprogramm. Und was diesmal noch dazukommt, ist die Überwachung und Weiterbearbeitung am Niklot, am Reiterstandbild."

Reiterstandbild prägt Hauptportal des Schlosses seit 1855

Dieses Reiterstandbild prägt bereits seit 1855 das Hauptportal des Schweriner Schlosses, der gebürtige Rostocker Bildhauer Christian Genschow setzte dem Obotritenfürst Mitte des 19. Jahrhunderts dieses Denkmal. Seither wird der Niklot regelmäßig untersucht. Dabei wird geprüft, ob sich wegen der Witterung Auswaschungen am Gips zeigen. "Es ist ja eine Gipsplastik, die entsprechend wetteranfällig ist", sagt Klaus.

Arbeiten sollen bis November abgeschlossen sein

Für den Unterhalt des Schlosses stehen jährlich zwischen 850.000 und einer Million Euro zur Verfügung, allein gut eine halbe Million ist für die Fassaden verplant, wie Robert Klaus betont. Er hofft, dass die aktuellen Sanierungsarbeiten bis November abgeschlossen sind.

Nach der Sanierung ist vor der Sanierung

Wenn im Spätherbst die Plane und das Gerüst wieder verschwunden sind, der Niklot wie die gesamte Vorderfront in neuem Glanz erstrahlen, heißt das für den Leiter des Staatlichen Bau- und Liegenschaftsamts Schwerin: Nach der Sanierung ist vor der Sanierung. Robert Klaus kündigte an, dass voraussichtlich 2023 der goldene Prunkturm des Schweriner Schlosses rundum erneuert wird.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Kulturjournal | 30.06.2020 | 19:00 Uhr

Das Schweriner Schloss

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