Vernissage "KidS goes Amazonas" © NDR

Braunschweig: Kinder präsentieren Projekt "KidS goes Amazonas"

Stand: 24.11.2021 08:22 Uhr

Beim Projekt "KidS goes Amazonas" haben sich junge Menschen aus Braunschweig mit der Welt am Amazonas befasst und außergewöhnliche Kunstwerke geschaffen.

von Bita Schafineya

Eine grüne Schildkröte aus Pappmaschee, kleine blaue Vögel aus Papier, ein Krokodil aus Draht: Beim Projekt "KidS goes Amazonas" ("Künstler in der Schule", eine Aktion des Christlichen Jugenddorfwerks Braunschweig) sind vielseitige, farbenfrohe Werke wie Aquarellbilder, Collagen und Objekte aus wiederverwertbarem Material entstanden. Das Thema "Umwelt" spielte dabei eine große Rolle, erzählt die aus Brasilien stammende Leiterin Angela Gelhaar: "Das ist ein langer Prozess, so ein Tier zu machen. Das sind Plastikflaschen, die nicht recyclebar sind, Zeitungspapier, Kleister und weißes Papier - da ist also auch ein Gedanke an die Natur dabei."

Kreative Kunstwerke werden versteigert

Eine Schildkröte aus Pappmaschee © NDR
Die Kinder konnten ihrer Kreativität freien Lauf lassen: Es entstanden Kunstwerke wie etwa diese Schildkröte aus Pappmaschee.

Bei dem Projekt konnten sich die Kinder ausprobieren. So sind ganz vielfältige Kunstwerke entstanden: "Sie haben diese Fantasietiere mit besonderer Farbe gemalt, damit sie lebendig werden", erzählt Gelhaar. Von der Recherche über Skizzen, von der Ideensammlung bis zu den Entwürfen - die Kinder konnten frei entscheiden, in welcher Form sie ihre Gedanken zum Thema "Amazonas" kreativ ausdrücken wollten. So hat die elfjährige Sascha Mercedes den Klimawandel in ihren Kunstwerken verarbeitet: "Weil ich es extrem cool finde, wie dieses Eco-System funktioniert. Die meisten bedrohten Tierarten leben dort und es ist sehr wichtig, dass man den Dschungel schützt, weil er eigentlich auch der Schlüssel dazu ist, dass sich der Klimawandel verlangsamt. Es ist auch sehr wichtig, dass man erkennt, dass es falsch ist, ihn abzuholzen."

Die einzelnen Kunstwerke werden versteigert, der Erlös geht dann an eine kleine Gemeinde im Urwald Brasiliens. Mit dem Geld können die Bewohner ihre Schule weiter ausbauen und digitalisieren, erzählt Angela Gelhaar: "Es gibt dort viele Kinder, die noch nie in ihrem Leben einen Laptop gesehen haben. Das ist eine Inklusion von Digitalisierung. Sie müssen lernen, wie man mit einem Computer umgeht."

Brasilien-Reise wegen Corona abgesagt

Eigentlich war eine Reise in die Partnergemeinde am Amazonas geplant, doch durch Corona fiel der Plan ins Wasser. Auf digitalem Wege ist es dennoch zu einem intensiven Austausch zwischen den Kindern gekommen. So hat die zwölfjährige Nita Teresa viel darüber erfahren, wie die Menschen in Brasilien leben: "Es gibt dort so viele Sachen: bunte Blumen, schöne Palmen, alles Mögliche. So viel, was wir hier in Deutschland gar nicht kennen. Es gibt so viel im Regenwald, so viele Szenen oder Bilder, die man machen kann, die man wunderschön malen kann. Das war eine riesige Inspiration für mich."

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Kunst verbindet - auch ohne Worte

Begleitet und inspiriert wurde das diesjährige Projekt von Domingos de Barros Octaviano, Künstler aus Brasilien und derzeit Student an der Hochschule für bildende Künste in Braunschweig: "Wir haben den Amazonas als Vorbild genommen und ich fand es super, mit den Kindern zusammen zu malen und wie begeistert sie von den Farben und Aquarellen sind. Für manche war es der erste Kontakt mit diesen Medien. Das hat total viel Spaß gemacht."

Auch wenn es zwei völlig unterschiedliche Kulturen sind - die Menschen können sich durch Zeichnungen ausdrücken, ergänzt Angela Gelhaar. Deswegen verbinde die Kunst auch ohne Sprache. Für nächstes Jahr wünschen sich die Kinder, dass es diesmal mit der Reise nach Brasilien klappt.

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch unterwegs | 23.11.2021 | 15:20 Uhr