Erol (Fabian Monasterios) und Melanie (Birte Kretschmer) © Oliver Fantitsch

Privattheatertage in Hamburg stellen Programm vor

Stand: 26.05.2021 12:41 Uhr

Die Hamburger Privattheatertage gelten als das renommierteste Festival der privaten Bühnen im Land. Nun startet die im letzten Jahr ausgefallene neunte Ausgabe am 8. und endet am 20. Juni.

von Peter Helling

Für den CDU-Bundestagsabgeordneten Rüdiger Kruse ist der Start des Festivals ein großartiges Signal: "Was natürlich ganz toll ist nach dieser entbehrungsreichen Zeit, ist, dass die Privattheatertage gleich am Anfang dieses Aufbruchs stattfinden - dass man gleich am Anfang das Signal bekommt: Hey, die Privattheater sind alle noch da und sie spielen!"

Der langjährige Unterstützer des Festivals freut sich, dass die Verschiebung des letzten Jahrgangs durch die Förderung des Bundes möglich wurde. Und auch Initiator Axel Schneider sagt es bei der digitalen Pressekonferenz deutlich: "Ich hätte am liebsten da, wo mein Kopf ist, einen Smiley eingeblendet! Weil wir uns riesig freuen."

Zwölf Stücke im Rennen um die Monica-Bleibtreu-Preise

Eine neunköpfige "reisende Jury" ist schon vorletztes und letztes Jahr, also noch vor Ausbruch der Pandemie, 137.448 Kilometer durch die Theaterrepublik gefahren. Zwölf von 93 eingereichten Bewerbungen wurden ausgewählt, je vier in drei Sparten: Komödie, moderner Klassiker und zeitgenössisches Drama. Jetzt sind sie im Rennen um die renommierten Monica-Bleibtreu-Preise, die am 20. Juni bei einer feierlichen Gala verliehen werden.

Neben fast schon "alten Bekannten" beim Festival, wie dem Theater Lindenhof aus Melchingen oder dem Forum Theater Stuttgart, sind auch neue Bühnen mit am Start: etwa das kleine Torturmtheater Sommerhausen. Gezeigt werden Klassiker wie "Nathan der Weise" aus Rottweil, "Emmas Glück" aus Offenburg oder "Wir kommen", eine Romanadaption vom Zentraltheater München.

Bekannte und ungewöhnliche Spielstätten für das Festival

Birte Kretschmer, Oskar Ketelhuth, Konstantin Graudus, Markus Gillich, Fabian Monasterios spielen das Stück "Extra-Wurst" von Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob © Ohnsorg-Theater Foto: Oliver Fantitsch
Birte Kretschmer, Oskar Ketelhuth, Konstantin Graudus, Markus Gillich, Fabian Monasterios spielen "Extra-Wurst" von Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob.

Auch Hamburg ist in diesem Jahr mit vertreten, das Ohnsorg Theater zeigt die Komödie "Extrawurst" von Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob. Übrigens, nicht im Ohnsorg Theater selbst. Die Festival-Spielregeln verlangen, dass alle Stücke aus Hamburg in andere Theater verlegt werden, um einen Standortvorteil zu vermeiden. Das Ohnsorg Theater etwa spielt im Altonaer Theater.

Insgesamt neun Hamburger Häuser bieten den eingeladenen Stücken eine Bühne. Neu mit dabei sind gleich zwei Orte: das "Hamburger Sprechwerk" und - darauf freut sich Axel Schneider besonders - der Galionsfigurensaal des Altonaer Museums, ein ungewöhnlicher Ort für Theatervorstellungen. Die größte Schwierigkeit bei der Planung, sagt Axel Schneider, bestand darin, sich an den Starttermin im Juni gemeinsam heranzutasten, mit täglich neuem Plan B. Das sei jetzt gelungen.

Einlass nur mit Ticket und Impfpass oder negativem Corona-Test

Herausgekommen ist ein klares Lebenszeichen, versprechen die Juroren und Jurorinnen, die von Dramaturgin Sonja Valentin ausgesucht wurden, der Nachweis, dass die mehr als 240 Privattheater im Land höchst kreativ sind, vielfältig und keine Spur provinziell.

Natürlich findet das Festival unter strengen Hygiene- und Abstandsauflagen statt. Nach aktuellem Stand kann etwa ein Viertel der vorhandenen Zuschauerplätze verkauft werden, das bedeutet etwa für das Altonaer Theater 160 statt 534 Sitze. Und wahrscheinlich müssen die Atemschutzmasken auch während der Vorstellung getragen werden. Voraussetzung für den Theaterbesuch ist entweder ein tagesaktueller Corona-Test oder ein Impfnachweis.

Zehnte Ausgabe der Privattheatertage findet 2022 statt

Auch die Ensembles und technischen Teams werden täglich getestet. Das Stück "Jahre später, gleiche Zeit" vom Theater an der Angel aus Magdeburg findet in einem großen Ehebett statt: Gerade wegen der Nähe der Schauspieler würde dort besonders sorgfältig auf Corona getestet.

Der Vorverkauf der Privattheatertage ist bereits gestartet. Und schon jetzt verspricht das Team: Die zehnte Ausgabe der PTT findet im Juni 2022 statt.

Weitere Informationen
"Junges Theater Göttingen" steht an der weißen Fassade eines Gebäudes. © dpa-Bildfunk Foto: picture alliance/dpa/Stefan Rampfel

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Zwölf Stücke werden unter strengen Auflagen gezeigt. Darunter auch zwei Inszenierungen aus Hamburg und Göttingen.

Art:
Bühne
Datum:
Ende:
Ort:
diverese Theater in Hamburg

Hamburg
Telefon:
(040) 41 33 440
Hinweis:
Neben dem Ticket ist ein tagesaktueller Corona-Test oder ein Impfnachweis erforderlich!
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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Kulturjournal | 25.05.2021 | 19:00 Uhr