Stand: 02.09.2020 13:27 Uhr

"PopNDS" fördert Niedersachsens Pop-Szene

von Miriam Stolzenwald

Die Pop-Szene in Niedersachsen soll mehr gefördert werden. In anderen Bundesländern gibt es bereits Pop-Förderprogramme, nun zieht auch Niedersachsen nach. Finanziert wird das Ganze von der Initiative Musik. Die Bundesmitteln werden von der niedersächsischen Initiative PopNDS weiterverteilt. Bewerbungen dafür werden ab sofort entgegengenommen.

Robin Werner von der Band "Letters sent home" steht mit verschränkten Armen im Park und blickt in die Kamera. © NDR / Miriam Stolzenwald Foto: Miriam Stolzenwald
Robin Werner und seine Band "Letters sent home" möchten mit der Förderung ein Musikvideo umsetzen.

Robin Werner und seine Band "Letters Sent Home" spielen Dark Pop/Alternative. Die vier Band-Mitglieder sind noch in der Ausbildung, daneben stecken sie viel Arbeit in ihre Musik. Gerade schreiben sie einen Antrag für die Pop-Förderung. "Wir versprechen uns von der Pop-Förderung, dass wir mit Hilfe der Unterstützung, unsere genaue Vision von dem Musikvideo umsetzen können, was mit sehr viel Aufwand verbunden ist, den wir alleine nicht stemmen könnten", erzählt Robin Werner.

Förderung junger, innovativer Talente

Um Künstler bei der Finanzierung von Karriere-Projekten zu unterstützen, wurde in Niedersachsen gerade der Pop-Fonds eingerichtet. Insgesamt acht Bands, beziehungsweise Einzelkünstler, können gefördert werden. Dafür müssen sie sich mit einem konkreten Vorhaben bewerben.

"Wir haben überhaupt gar keine Förderinstrumente für das Thema 'Professionalisierung von Bands', die an der Frage stehen: Möchte ich mit meiner Musik Geld verdienen oder ist es nur ein Hobby? Da können wir nichts bieten", berichtet Vera Lüdeck, Geschäftsführerin der Landesarbeitsgemeinschaft Rock in Niedersachsen, kurz LAG Rock.

Die Initiative PopNDS

Die LAG Rock ist Teil der Initiative PopNDS, einem Zusammenschluss mehrerer niedersächsischer Einrichtungen, die sich für die gezielte Förderung der Pop-Szene eingesetzt haben. Damit sich Künstler nach dem Studium weiter professionalisieren können, hat die PopNDS nun ein Förderprogramm entwickelt. Dies besteht einerseits aus dem Pop-Fonds, einer finanziellen Förderung und andererseits aus einem Qualifizierungsprogramm mit online-Kursen und -Vorträgen.

Sina-Mareike Schulte vom Musikland Niedersachsen ist ebenfalls Mitorganisatorin des Programms. Sie erzählt, zu welchen Themen die Dozenten, etablierte Künstlerinnen und Künstler der Pop-Szene, Stoff liefern: "Dort geht es dann zum Beispiel mit Eva Milner um das Thema 'Releasen während einer Pandemie', mit Mine wird es um das Thema Fans im Wohnzimmer gehen. Wie ist es eigentlich, wenn ich einen Livestream aus meinem eigenen Wohnzimmer mache? Und mit dem Duo Klan wird es um das Thema Nachhaltigkeit gehen und Ende September wird Mirko Gläser einen Workshop machen zum Thema Playlist-Marketing, wo es dann um die Frage geht: Wie kann ich eigentlich meinen Spotify-Auftritt erfolgreicher machen? Wie funktionieren die Algorithmen? Wie komme ich in Playlisten bei Spotify?" so Schulte weiter.

Crowdfunding: Mittel der Selbständigkeit und Unabhängigkeit

Denn die Anforderungen sind gestiegen: Neben der eigentlichen Musik müssen sich Künstler heute um Veranstaltungen, Aufnahmen, die Vermarktung und ihre Fans kümmern. Dabei ist die Finanzierung ein wichtiges Thema. Lukas Dröse ist selbständiger Musiker und hat bereits mehrere Projekte erfolgreich durch Crowdfunding finanziert.

Deshalb möchte er jungen Popmusikern dazu etwas mit auf den Weg geben: "Die großen Stars sind bei einem Label, die das alles bezahlen, aber die meisten Künstler sind es nicht. Und wir kleinen Künstler müssen uns immer fragen: Wo kommt das Geld für die nächste Platte her? Crowdfunding ist in der Zeit des Internets ein sehr, sehr gutes Mittel, um quasi durch Vorbestellungen von Fans schon Geld einzusammeln und dann Leute zu bezahlen. Seien es Produzenten, seien es Videografen, Fotografen. Und deswegen ist Crowdfunding für mich ein Mittel der Selbständigkeit und der Unabhängigkeit."

Noch bis zum 1. Oktober können sich Künstler und Bands aus Niedersachsen beim Popfonds bewerben.

Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Matinee | 02.09.2020 | 10:20 Uhr

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