Hui He © Yunlong Jia

Opernstar Hui He feiert in Hamburg "Tosca"-Jubiläum

Stand: 28.09.2021 17:15 Uhr

Die chinesische Sopranistin Hui He ist eine der gefragtesten Sopranistinnen der Welt. Vier Mal steht sie in der Hamburger Staatsoper als Tosca auf der Bühne und feiert ein ganz besonderes Jubiläum.

von Annette Matz

Die chinesische Sopranistin Hui He ist auf den Bühnen der Welt zu Hause und gehört zu den bedeutendsten Puccini-Interpretinnen weltweit. Jetzt kommt Hui He an die Hamburgische Staatsoper und singt zum 100. Mal Puccinis berühmte "Tosca". Die Puccini-Oper gehört zu den am häufigsten gespielten Opern auf der Welt. Für Hui He ist die Rolle auch nach so langer Zeit immer wieder besonders: "'Tosca' leuchtet", schwärmt die Sopranistin. "Sie ist eine Frau voller Energie und voller Liebe." Es sei eine schwierige Rolle für viele Sopranistinnen. "Aber meine Stimme passt gut dazu", sagt Hui He selbstbewusst.

Vor 20 Jahren Debüt mit Tosca in Europa

Aber "Tosca" ist für die Opernsängerin noch mehr: Mit "Tosca" hatte sie vor über 20 Jahren ihr Debüt in Europa. Am Teatro Regio di Parma. Danach hagelte es Einladungen von anderen Bühnen der Welt und zu anderen Rollen.

Von ihren viele Reisen bringt Hui He auch unterschiedlichen Aberglauben mit. In Italien zum Beispiel bringt die Farbe Violett am Tag der Vorstellung Unglück und ist nicht erlaubt. Keiner darf etwas Violettes tragen. "Wenn du etwas trägst, indem violett vorkommt, dann sagen die Sänger 'ohhhh nein'! - das ist verrückt", erzählt die Sopranistin lachend. An spanischen Bühnen sei es mit der Farbe gelb das Gleiche.

Hui Hes Stimme ist eine Maschine

Für das Warm Up vor der Probe holt die Sängerin ihr Handy aus der Tasche. Sie aktiviert die Klaviertastatur und schlägt an. Beim Einsingen zeichnet sie mit der Hand die Töne nach. Je höher sie gehen, je weiter geht ihr Arm nach oben. Ihre Stimme hat stürmische Kraft, lässt das Trommelfell vibrieren. Die Gläser auf dem Tisch im Staatsopern-Büro zittern fast. "Die Stimme ist eine Maschine", sagte Hui He, "du musst wissen, wie du sie nutzen kannst." Eine Oper zu singen, das ist Leistungssport. Es braucht enorme Anstrengung, solche Töne aus dem Körper herauszuholen.

Nicht sprechen vor einer Vorstellung

Am Tag vor einer Vorstellung ist der Opernstar allein. Keine Berührung, nicht sprechen. Nichts außer essen, denken und schlafen. Kein Wecker am Premieren-Tag. Vier Stunden vor der Premiere wird das letzte Mal etwas gegessen. "Möglichst mit Proteinen " erklärt Hui He. Danach Warm-Up für die Stimme und auf die Bühne. So wird es auch an der Hamburgischen Staatsoper vor "Tosca" sein.

Seit 20 Jahren lebt die Chinesin in Verona. Zum vierten Mal ist sie jetzt in Hamburg. Viel kennt die Operndiva von den Städten, in denen sie gastiert, nicht. Dort, wo sie ist, spielt sich ihr Alltag zwischen Unterkunft und Oper ab - zwischen Probenräumen und Premieren. Sie sei mit der Oper verheiratet, sagt Hui He und lächelt. Die Oper gebe ihr ein sehr spezielles Leben. "Die verschiedenen Opernhäuser sind wie mein zu Hause und jetzt ist mein zu Hause die Hamburger Staatsoper."

 

Weitere Informationen
Das Publikum an der Staatsoper Hamburg sitzt im Corona-Abstand vor der Uraufführung von "Ghost Light" © NDR Foto: Annette Matz

Kulturpartner: Staatsoper Hamburg

Das Spannungsfeld der Staatsoper Hamburg liegt zwischen sorgsamer Pflege eines breiten Repertoires und der markanten Leidenschaft für das Neue. extern

Opernstar Hui He feiert in Hamburg "Tosca"-Jubiläum

Zum 100. Mal wird die chinesische Opernsängerin auf der Bühne die Rolle der Tosca in der Puccini-Oper singen.

Art:
Bühne
Datum:
Ende:
Ort:
Staatsoper Hamburg - Großes Haus
Dammtorstraße 28
20354 Hamburg
Telefon:
040 / 35 68 0
E-Mail:
ticket@staatsoper-hamburg.de
Preis:
6 bis 87 Euro
Öffnungszeiten:
1 Stunde 40 Minuten Aufführung - keine Pause
Kartenverkauf:
Große Theaterstraße 25
20354 Hamburg
Öffnungszeiten: montags - sonnabends 10.00 - 18.30 Uhr
Hinweis:
Inszenierung: Robert Carsen
Bühnenbild und Kostüme: Anthony Ward
Lichtkonzept: Davy Cunningham
In meinen Kalender eintragen

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Kulturjournal | 28.09.2021 | 19:00 Uhr