Stand: 03.01.2018 18:25 Uhr

NS-Raubgut im Nordosten: Nur wenige Fälle

von Axel Seitz
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Im Heimatmuseum Warnemünde entdeckten die Historiker Exponate, bei denen es sich möglicherweise um NS-Raubgut handeln könnte. (Archivbild)

Im Rahmen einer Studie zu sogenannten NS-Raubgütern sind Historiker in Museen von Mecklenburg-Vorpommern bisher nur auf wenige Verdachtsfälle gestoßen. In den vergangenen rund eineinhalb Jahren wurden zwölf kleine Häuser untersucht.

Eine Truhe von Freimaurern im Heimatmuseum Demmin, Stühle einer aufgelösten Studentenverbindung im Heimatmuseum Warnemünde, Arbeiterfahnen im stadtgeschichtlichen Museum Stralsund sowie Gemälde im Rostocker Schifffahrtsmuseum. Vier Verdachtsfälle, mit denen sich die Historiker Anne Paschen und Reno Stutz in den vergangenen Monaten befasst haben. Bis zum Sommer wollen sie einen ersten Bericht vorlegen. Danach soll eine umfassende Recherche Klarheit bringen. Die genannten Museen müssen die Exponate, mögliche NS-Raubgüter, allerdings nicht zurückgeben, sagte Reno Stutz dem NDR. Eine Pflicht der Rückübertragung sei nicht mehr vorhanden.

"Moralische Wiedergutmachung"

"Das Ziel ist eher, die Museen und auch die Geschichte der Exponate aufzuklären. Es ist quasi eine moralische Wiedergutmachung. Letztendlich stehen die Häuser und auch die entsprechende Stadtverwaltung anschließend in der Pflicht, zu entscheiden - wenn wir einen ehemaligen Besitzer finden - sich mit diesen zusammenzusetzen", sagte Stutz. Möglicherweise blieben die Stücke in den jeweiligen Museen, entsprechende Texte würden dann aber darauf hinweisen, auf welchen Wegen sie unrechtmäßig in die entsprechenden Museen gelangt seien.

Große Museen forschen selbst

Die beiden Historiker hatten für ihre Studie eine Vielzahl der rund 200 Museen in Mecklenburg-Vorpommern angeschrieben, allerdings haben sie dann nur bei zwölf Häusern geforscht. Ausgenommen sind die großen Museen in Schwerin, Rostock und Greifswald - diese forschen selbst nach eventuellem NS-Raubgut.

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