Stand: 09.10.2019 06:00 Uhr

NDR Kultur Sachbuchpreis - die Longlist steht

307 Titel haben die Verlage eingereicht, nun steht die Longlist für den NDR Kultur Sachbuchpreis 2019 fest. 16 Titel gehen ins Rennen um die Auszeichnung als das beste in deutscher Sprache erschienene Sachbuch des Jahres.

Die Auswahl spiegelt die Vielfalt der Neuerscheinungen auf dem Sachbuchmarkt wider: von der Vergegenwärtigung der europäischen Geschichte über die Gesellschaftsanalyse 30 Jahre nach dem Mauerfall bis zur Debatte über unsere Wirtschaftsordnung.

Diese 16 Bücher gehen ins Rennen

Bücher zur Digitalisierung, zum Populismus und zum Klimawandel

"Wir stehen vor großen gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen: Wie umgehen mit der Digitalisierung, dem Klimawandel, dem Populismus? Die für den NDR Kultur Sachbuchpreis nominierten Autorinnen und Autoren bereichern die öffentliche Debatte der Gegenwart durch Fachkenntnis und neue Perspektiven, die sie einem breiten Publikum vermitteln", beschreibt Joachim Knuth, Jury-Vorsitzender und NDR Programmdirektor Hörfunk die Auswahl.

Mit "Zeitenwende. 1979. Als die Welt von heute begann" steht unter anderem Frank Bösch, der Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung in Potsdam auf der Longlist für den NDR Kultur Sachbuchpreis. Ebenso wie Ian Kershaw, der ebenfalls einen Blick auf die jüngere Geschichte wirft. Der britische Historiker beleuchtet die Entwicklung Europas von 1950 bis hin zum Brexit. Sein Buch heißt "Achterbahn" - wegen der zahlreichen Wendungen, die für Kershaw in immer neue Unsicherheiten führen.

Nominiert ist auch Cornelia Koppetsch, die in "Gesellschaft des Zorns" rechtspopulistische Bewegungen analysiert. Die globalisierte Moderne produziere viele Verlierer, so die Soziologin. Aus diesen Enttäuschten und Frustrierten rekrutierten sich dann rechtspopulistische Parteien. Ein weiteres wichtiges Thema auf der Longlist ist der Klimawandel. Was passiert, wenn sich die Erde in den nächsten Jahrzehnten um zwei, drei oder gar noch mehr Grad erwärmt? David Wallace-Wells, Kolumnist und stellvertretender Chefredakteur des "New York Magazine" entwirft in "Die unbewohnbare Erde. Leben nach der Erderwärmung" auf der Grundlage von Recherchen und Interviews mit Wissenschaftlern ein düsteres Zukunftsszenario.

Warum wir lesen und warum wir tanzen

Gedanken zu Kunst und Literatur sind auch vertreten auf der Longlist des NDR Kultur Sachbuchpreises. Der Lektüre in digitalen Zeiten ist Maryanne Wolfs Essay "Schnelles Lesen, langsames Lesen" gewidmet. Nach Ansicht der Literaturwissenschaftlerin und Lehrerin ist es wichtig, dass nicht nur am Bildschirm, sondern auch in Büchern gelesen wird. Und Dagmar Ellen Fischer hat "Eine kurze Geschichte des Tanzes" vorgelegt. Ihre Übersicht von der Urzeit bis ins Heute beginnt bei animalischen Stammesritualen und endet beim modernen Bühnentanz.

Die bisherigen Gewinnerinnen und Gewinner des NDR Kultur Sachbuchpreises

NDR Kultur Sachbuchpreis wird im November verliehen

Anfang November gibt die Jury die Shortlist bekannt, Mitte November verkündet sie den diesjährigen Gewinnertitel. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert. Am Mittwoch, 20. November, wird der NDR Kultur Sachbuchpreis 2019 im Rahmen einer Gala auf Schloss Herrenhausen in Hannover überreicht. Die Kulturwissenschaftlerin und Friedenspreisträgerin Aleida Assmann hält einen Impulsvortrag zur Eröffnung des Abends. Im Rahmen der Veranstaltung verleiht die Volkswagen Stiftung zudem ihren Förderpreis "Opus Primum" für ein herausragendes wissenschaftliches Erstlingswerk.

NDR Kultur überträgt die Verleihung am 20. November ab 19.00 Uhr live im Radio.

Neben Joachim Knuth gehören der Jury des NDR Kultur Sachbuchpreis 2019 an:

  • Prof. Dr. Jutta Allmendinger ist seit 2007 Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) und Professorin für Bildungssoziologie und Arbeitsmarktforschung an der Humboldt-Universität zu Berlin. Die Soziologin promovierte  an der Harvard University und habilitierte sich an der Freien Universität Berlin. Als Sachbuchautorin hat sie sich unter anderem mit dem Bildungssystem und den Perspektiven junger Frauen auseinandergesetzt.

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    Franziska Augstein

    Dr. Franziska Augstein war von 1987 bis 1989 Redakteurin beim Magazin der Wochenzeitung "Die Zeit" in Hamburg, ab 1997 Redakteurin im Feuilleton-Ressort und bis 2001 Kulturkorrespondentin der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" in Berlin. Seit Anfang 2001 schreibt sie für die "Süddeutsche Zeitung", unter anderem für das Feuilleton und den Bereich "Innenpolitik". Dort betreute sie fünf Jahre die Seite "Das Politische Buch".

  • Hendrik Brandt ist Chefredakteur der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Er kam 1989 zu der Zeitung und leitete ab 1998 das Ressort "Kultur". 2006 wurde Brandt Geschäftsführer der Madsack Medienagentur GmbH & Co. KG. Seit 2002 ist er Mitglied der HAZ-Chefredaktion, 2011 übernahm er die Leitung der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung.

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    Johann Hinrich Claussen

    Dr. Johann Hinrich Claussen ist Kulturbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland. Er hat in Tübingen, Hamburg und London Theologie studiert. 2005 hat er sich in Systematischer Theologie an der Universität Hamburg habilitiert. Er war Propst und Hauptpastor in Hamburg und hat zahlreiche Sachbücher veröffentlicht, unter anderem über Grundfragen des Christentums.

  • Joachim Knuth, NDR Hörfunk Programmdirektor: "Sachbücher sind keine staubige Kost. Ganz im Gegenteil: Viele bedeutende Kenner ihrer Materie schreiben hochspannende, erhellende Bücher, die helfen, die Welt in ihrer Komplexität besser zu verstehen - sei es auf dem Gebiet der Geschichte, der Wissenschaft, der Kunst, der Gesellschaftstheorie oder der Religion. Der NDR Kultur Sachbuchpreis soll - flankiert von Sendungen und Beiträgen im NDR Hörfunk - den hohen Stellenwert des Sachbuchs würdigen und hervorheben."

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    Wilhelm Krull

    Dr. Wilhelm Krull ist seit 1996 Generalsekretär der VolkswagenStiftung in Hannover und war von 2008 bis 2014 Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes deutscher Stiftungen. Von 2006 bis 2008 war er Vorsitzender des europäischen Stiftungsverbandes European Foundation Centre und von 2003 bis 2005 Vorsitzender des Hague Club der 25 größten europäischen Stiftungen.

  • Hilal Sezgin ist eine türkisch-deutsche Publizistin. Sie betreute mehrere Jahre lang die Sachbuch-Redaktion der "Frankfurter Rundschau". Mit ihren Artikeln und Büchern mischt sie sich regelmäßig in Debatten um Feminismus, Islam und um Tierethik ein. Gegen die wachsende Islamfeindlichkeit gab sie 2011 den Sammelband "Manifest der Vielen" heraus. Zuletzt erschien von ihr das Buch "Nichtstun ist keine Lösung. Politische Verantwortung in Zeiten des Umbruchs".

  • Dr. Regula Venske ist seit April 2017 Präsidentin des PEN-Zentrums Deutschland, dessen Generalsekretärin sie zuvor vier Jahre lang war. Seit 2015 ist sie zudem Präsidiumsmitglied von PEN International. Die Literaturwissenschaftlerin lebt als freie Autorin in Hamburg. Sie hat Kriminalromane, Kurzgeschichten, Jugendbücher und Sachbücher veröffentlicht. Für ihre schriftstellerische Arbeit wurde sie mehrfach ausgezeichnet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch in den Tag | 09.10.2019 | 06:20 Uhr

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