Performance Gruppe "Care Affair" © Paula Reissig

Multitude-Festival in Hannover: Theater, Musik und Empowerment

Stand: 14.09.2021 15:26 Uhr

Wie kann eine solidarische und faire Gesellschaft aussehen und gestaltet werden? Das will das Multitude-Festival in Hannover ausloten und darauf Antworten finden.

von Miriam Stolzenwald

"Wir wollen an Autos schrauben, von Frauen für Frauen." Tatjana Rempel gehört zu den "Screwing Bitches", einer Gruppe aus Theater-Performerinnen und Hobby-KFZ-Schrauberinnen. An den Festivaltagen können Besucher*innen in der "Screwing Bitches Werkstatt" beispielsweise einen 1. Hilfe-Pannen-Kurs machen oder etwas über Motoren lernen. Selbst schrauben ausdrücklich erwünscht.

Der Act ist dabei eine Mischung aus Workshop und Theater-Performance - mit Musikleinlage. Für Tatjana Rempel und ihre Kolleginnen ist dabei besonders wichtig, andere Frauen zu bestärken und zu ermutigen: "Es geht vor allem darum, die Ängste zu nehmen. Wir wollen einladen: 'Probier es einfach mal, eigne es dir an'. Wir machen Fehler, ohne Ende, das sieht man auch in unseren Videos."

Feministische, solidarische und anti-rassistische Themen

Die Idee des Multitude-Festivals ist, nach Möglichkeiten zu suchen, wie eine faire und solidarische Gesellschaft aussehen kann. Damit sollen Barrieren abgebaut werden. Im Mittelpunkt stehen feministische, solidarische und anti-rassistische Themen.

Die Schweizer Performance-Künstlerin Ntando Cele hat Wurzeln in Südafrika. Sie nähert sich diesen Themen mit ihrer Show "Go Go Othello". Am Beispiel "Othello" erforscht sie, welche rassistischen Stereotypen nach wie vor auf Theaterbühnen herrschen. "Ich glaube, dass Theater sich leider nicht wirklich verändern. Wir sind es nach wie vor nicht gewohnt, schwarze Performer*innen auf der Bühne zu sehen. Wenn wir sie sehen, ist es durch die Augen von Stereotypen. Für mich ist das der koloniale Blick."

Einblicke in aktuelle feministische und anti-rassistische Debatten.

Das Multitude-Festival bietet mit Lesungen, Performances, Workshops und Gesprächen Einblicke in aktuelle feministische und anti-rassistische Debatten.

Das Duo One Mother © Preach
One Mother, die unter anderem die Partyreihe "GLOBAL FEMINIST BAD(B)ASS" auf Kampnagel in Hamburg kuratieren, treten am 17. September auf. Ihr Sound variiert zwischen HipHop, Pop und Experimental.

Besucher*innen können in Workshops etwas zu Selbstverteidigung oder körperlichem Selbstbewusstsein durch Tanzen lernen. Im Festivalzentrum draußen wird es abends DJ-Einlagen und Konzerte geben. Mit dabei ist unter anderem die Gruppe One Mother.

Feministisches und solidarisches Handeln ist möglich

Für die Festivalleiterin Katharina Wisotzki ist Kultur und Theater genau das richtige, um die Festival-Themen anzugehen: "Ich bin überzeugt, dass Kultur eigene Formen dafür finden kann, auch vordenken oder real werden lassen kann, die in der Gesellschaft vielleicht noch nicht da sind. Ich wünsche mir, dass Leute vom Multitude-Festival mitnehmen, dass ein feministisches und solidarisches Handeln möglich ist, und dass sie Ideen und Hinweise mitnehmen, wie das funktionieren kann."

Multitude-Festival in Hannover: Theater, Musik und Empowerment

Eine Gesellschaft, in der nicht alle gleich sein müssen und trotzdem Teil von ihr sein können - wie das möglich ist, erforscht das Multitude-Festival.

Datum:
Ende:
Ort:
Kulturzentrum Pavillon
Lister Meile 4
30161 Hannover
Kartenverkauf:
Karten gibt es unter multitude-festival.de.
Hinweis:
Unter diesem Link finden Sie die aktuellen Hygieneregeln des Kulturzentrum Pavillon: https://pavillon-hannover.de/infos-zu-corona/
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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Matinee | 15.09.2021 | 11:20 Uhr