Stand: 20.03.2018 18:05 Uhr

Maike van den Boom über Glück

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Maike van den Boom ist Autorin des Buches: "Wo geht's denn hier zum Glück - Meine Reise durch die 13 glücklichsten Länder der Welt und was wir von ihnen lernen können."

Der 20. März ist der Internationale Tag des Glücks. Eingeführt wurde er im Juni 2012 durch die Vereinten Nationen. Mit diesem Tag soll die Bedeutung des Strebens nach Glück und Wohlbefinden bewusst gemacht werden. Wir alle wollen glücklich sein, und dieses Streben ist heute Gegenstand spezifischer Forschung und unzähliger Beratungen. Das kann aber auch Druck ausüben - der wiederum ist schlecht, wenn man glücklich sein will. Ein Gespräch mit der Autorin Maike van den Boom über Glück.

Deutschland taucht auf der Liste der 13 glücklichsten Länder gar nicht auf. Warum sind andere immer glücklicher als wir? Was machen die besser?

Maike van den Boom: Das ist die große Frage. Deutschland taucht nicht auf, weil es in der Tat nicht zu den glücklichsten Ländern der Welt gehört. Die anderen machen eine ganze Menge, ich weiß nicht ob es besser ist - vielleicht schlauer. Sie kriegen das irgendwie besser hin, ich selber zu sein, das Beste aus sich selber zu machen und zur gleichen Zeit nicht die Gemeinschaft zu vergessen.

Gibt es für Sie einen Unterschied zwischen Glück und Sinn?

Van den Boom: Wer nach dem Glück sucht, der kommt an einer Sinnfrage nicht vorbei. Es macht Menschen kreuzunglücklich, wenn sie etwas total Sinnbefreites machen müssen. Nicht, wenn sie es wollen, das kann ja mal Spaß machen, aber wenn du es machen musst und den Sinn von irgendetwas nicht siehst. Ich denke, das passiert oft im Arbeitsleben und das ist eher der Grund von Burn-out. Die glücklichsten Länder fragen immer, wenn sie irgendwas müssen, ganz blöd: "Warum?" Ich auch! Die nordischen Länder zum Beispiel habe ich die "Warumländer" genannt, die ständig auf dem Niveau eines Dreijährigen sind: Warum-fragen zum Beispiel - das ergibt den Sinn und macht glücklich.

Was sind denn die wichtigsten Glückstipps, die alle 13 Länder gemeinsam haben?

Van den Boom: Ich finde, das Wichtigste ist, dass Menschen mutig sind, das Beste aus sich zu machen. Das heißt, dass sie sich ein bisschen losreißen von all diesen Erwartungen - was Menschen von dir erwarten oder was man denkt, was cool ist, was angesagt ist: Titel, viel Geld, nette Dinge, die man sich so vorstellt. Da sagen die Leute in den Glücksländern eindeutig, vor allen Dingen in Skandinavien: "Das ist jetzt nicht das Allerwichtigste. Sondern, dass du das Beste aus dir selber machst." Der allerwichtigste Glückstipp, den ich jetzt aus diesen Ländern mitgeben könnte, wäre: Sorge dafür, dass die Dinge, die du tust, dir niemals egal sind.

Sie haben Menschen getroffen, die solche Tipps geben wie: "Langweile dich nie!" Langweilen wir uns in Deutschland zu viel?

Van den Boom: Ich weiß nicht, ob es Langeweile ist. Es ist vielleicht eher so eine Komfort-Zonen-Hockerei. Langeweile? Nein. Ich glaube, wir tun so, als wären wir die ganze Zeit unglaublich beschäftigt. Die Frage ist nur, ob das die Dinge sind, die uns einzeln und in der Gemeinschaft weiterbringen.

Das Gespräch führte NDR Kultur Moderatorin Petra Rieß.

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassikboulevard | 20.03.2018 | 16:20 Uhr

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