Josef Schuster im Porträt © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Hendrik Schmidt

Deutscher Kulturpolitikpreis für Josef Schuster

Stand: 30.09.2021 19:30 Uhr

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hat den erstmals verliehenen Deutschen Kulturpolitikpreis erhalten.

Josef Schuster im Porträt © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Hendrik Schmidt
Josef Schuster, Präsident des Zentralrates der Juden, steht vor der Synagoge. Im feierlichen Rahmen wird in der Synagoge der neue Militärbundesrabbiner in sein Amt eingeführt. Damit gibt es nach Angaben des Zentralrates der Juden zum ersten Mal seit 100 Jahren wieder jüdische Militärseelsorge in Deutschland.

Verliehen wurde Schuster der Preis vom Deutschen Kulturrat, dem Spitzenverband der Bundeskulturverbände. Die undotierte Auszeichnung würdige Schusters außerordentliches kulturelles wie kultur- und bildungspolitisches Engagement und die stete Dialogbereitschaft mit anderen gesellschaftlichen Gruppen, hieß es in der Begründung.

Schuster ruft zur Verteidigung der Pressefreiheit auf

Schuster selbst rief in seiner Dankesrede zur Verteidigung der Pressefreiheit auf. "Es muss unser aller Anliegen sein, die unabhängige Presse zu stärken und sie vor falschen Anschuldigungen zu schützen. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Pressefreiheit von den Gegnern der Demokratie untergraben wird", sagte er. Medien leisteten "sehr viel verantwortungsvolle und aufklärerische Arbeit". Sie würden jedoch seit einigen Jahren systematisch schlecht geredet und angegriffen.

Erfreut zeigte sich Schuster darüber, dass in zahlreichen Orten Synagogen, jüdische Schulen und Ritualbäder restauriert worden seien. Auch dies sei Kulturpolitik. Er sei überzeugt, dass so viele Bürger erreicht werden könnten, die nicht regelmäßig das Feuilleton großer Zeitungen läsen und an denen geschichtspolitische Debatten "völlig" vorbeigingen. "Eine lebendige Erinnerungskultur und - was mir noch wichtiger ist - ein gutes Zusammenleben von Juden und Nicht-Juden wird uns nur gelingen, wenn Wissen über die deutsche Geschichte und über das gegenwärtige jüdische Leben auch bei Menschen ohne akademische Bildung vorhanden ist. Und zwar in jeder Generation", betonte Schuster.

Seit 2014 ist Schuster Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland

Josef Schuster ist seit 2014 Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. Der 67-Jährige ist auch Vizepräsident des World Jewish Congress und des European Jewish Congress. Seit 2020 ist er außerdem Mitglied im Deutschen Ethikrat.

Der Deutsche Kulturpolitikpreis ist aus dem "Kulturgroschen" hervorgegangen, der seit 1992 für kulturpolitische Lebensleistungen vergeben wurde. Der Preis wird Schuster heute im Wilhelm von Humboldt-Saal der Berliner Staatsbibliothek verliehen. Die Laudatio hält Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU).

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | 30.09.2021 | 18:00 Uhr