Stand: 18.07.2016 11:04 Uhr

Leibniz - so klug wie 300 Professoren

Dieser Mann fasziniert auch 300 Jahre nach seinem Tod. Er war ein Universalgelehrter, in der Mathematik ebenso firm wie in der Philosophie, in der Ingenieurskunst ebenso wie in der Juristerei. Er beherrschte mehrere Sprachen und hinterließ Tausende Schriftstücke: Gottfried Wilhelm Leibniz. Mit seinen Ideen und Hinterlassenschaften beschäftigen sich seit Montag mehr als 400 Wissenschaftler aus 32 Ländern auf dem X. Leibniz-Kongress in Hannover. Anlässlich seines 300. Todestages befassen sich die Forscher ausschließlich mit den Plänen und Tätigkeiten aus Leibniz' letzten Lebensjahren. Im Mittelpunkt steht das Thema Glück.

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Was wissen Sie über Gottfried Wilhelm Leibniz?

Hannover feiert das Leibniz-Jahr. Anlass ist der 300. Todestag des Universalgelehrten, der nicht nur in der Landeshauptstadt seine Spuren hinterließ. Testen Sie hier Ihr Wissen über Leibniz. Quiz

"Zwist mit Newton war unnötig"

Der Kongress steht unter dem Motto: "Für unser Glück oder das Glück anderer". Unter anderem werden die Teilnehmer über die politisch-ethische Idee des Allgemeinwohls diskutieren. "Wir können nur glücklich sein, wenn auch unsere Mitmenschen glücklich sind." Diesen Grundgedanken habe Leibniz bereits 1678 formuliert, sagt der hannoversche Leibniz-Stiftungsprofessor Wenchao Li. Außerdem sollen auf der Fachtagung, die bis Sonnabend dauert, die neusten Forschungsergebnisse zu Leibniz' Nachlass vorgestellt werden. Inzwischen lässt sich laut Wenchao Li nachweisen, dass Leibniz und der englische Gelehrte Isaac Newton unabhängig voneinander ähnliche mathematische Prinzipien entdeckten. Zeitlebens hätten sich die beiden darüber gestritten, wer als erster die Integralrechnung erfand. "Der Streit war unnötig", sagt Wenchao Li.

40 Jahre Leben und Wirken in Hannover

Verwaltet wird der Nachlass von der Leibniz-Bibliothek in Hannover. Hier verbrachte der in Leipzig geborene Gelehrte 40 Jahre seines Lebens. Am 14. November jährt sich sein Todestag zum 300. Mal. Aus diesem Anlass begeht die Stadt Hannover das Leibniz-Jahr. "Leibniz war das letzte Universalgenie, er hat die Wissenschaft in einer ganz großen Breite bespielt", sagt der Präsident der Leibniz-Universität, Volker Epping. "Heute bräuchten wir dafür 300 Professoren."

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Niedersachsen 18.00 Uhr | 18.07.2016 | 18:00 Uhr

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