Daniel Domdey steht während einer Demonstration auf einer Wiese und blickt in die Kamera. © picture alliance/dpa Jörg Carstensen

Kulturveranstalter fordert bundeseinheitliche Corona-Regeln

Stand: 18.11.2021 08:16 Uhr

Zusagen, umplanen, am Ende vielleicht doch wieder absagen - was erhoffen sich Kulturveranstalterinnen und Kulturveranstalter vom heutigen Bund-Länder-Treffen? Wir haben mit dem Kulturveranstalter Daniel Domdey gesprochen.

Daniel Domdey steht während einer Demonstration auf einer Wiese und blickt in die Kamera. © picture alliance/dpa Jörg Carstensen
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von Jan Wiedemann

3G, 2G oder 2G+ - Angesichts der Rekordzahlen bei den Inzidenzen und Neuinfektionen, entscheiden Bund und Länder heute über neue Corona-Regeln. Wie positionieren sich die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten? Daniel Domdey ist Kulturveranstalter. Er versucht dieser Tage, wie auch in den letzten 21 Monaten, Comedy-Touren und Konzerte zu organisieren. Und das vorwiegend in den östlichen Bundesländern, wie Sachsen mit Landkreisen, die mittlerweile Inzidenzen von über 1000 aufweisen, oder Mecklenburg-Vorpommern, wo die Inzidenz bei 206 (Stand: 18.11.2021) liegt. Vom Zusagen, Umplanen und am Ende vielleicht doch wieder Absagen, davon ist Domdeys Geschäft zurzeit besonders geprägt.

Daniel Domdey fordert: Einfache Lösungen ohne große Einschränkungen

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Es sei in der jetzigen Zeit sicherlich schwierig und vor allem mit Sicherheit zu planen, so Domdey. "Seitens der Veranstaltungsbranche haben wir ja quer durch die Republik eigentlich gedacht: Okay, durch diese nahezu einheitliche 2G-Regelung haben wir eine Gewissheit, unsere Veranstaltungen stattfinden zu lassen. Dann mussten wir feststellen, dass selbst diese 2G-Regelungen in den einzelnen Bundesländern auseinanderklaffen und teilweise mit unterschiedlichen Auflagen versehen werden." So würden beispielsweise in Sachsen aktuell bereits kleinste Veranstaltungen mit 100 bis 200 Plätzen mit einem Mindestabstand versehen. Domdey spricht sich daher für eine bundeseinheitliche Lösung aus: "Das ist die Forderung, die auch seitens aller Verbände besteht: Einfache Lösungen zu schaffen, ohne große Einschränkungen." Eine 2G- bzw. 2G-Plus-Regelung begrüßt der Kulturveranstalter. Wichtig sei für ihn: "Keine Kapazitätsbeschränkungen und keine Masken."

Flickenteppich drückt die Laune im Publikum

Allerdings befürchtet Domdey, dass es zu keiner bundeseinheitlichen Lösung kommt. Diese sei aber wünschenswert, denn "es wäre auch für die Bevölkerung viel leichter zu verstehen und es würde unser Arbeiten definitiv erleichtern." Wenn es in jedem Bundesland anders aussehen würde, erschwere dies das Organisieren von Touren erheblich. Dann käme man schnell wieder in den Verlegungsmodus.

Genau dieses Hin und Her sorge für Irritationen beim Publikum. "Es gibt halt Leute, die sich wahnsinnig aufführen und überhaupt gar kein Verständnis haben", erzählt Domdey. "Wir haben uns die Situation auch nicht ausgesucht. Wir versuchen halt nur irgendwie einen Weg zu finden, damit umzugehen."

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch in den Tag | 18.11.2021 | 08:15 Uhr