Stand: 24.02.2019 00:02 Uhr

John Neumeier feiert 80. Geburtstag

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Ein Leben für den Tanz - Ballettdirektor John Neumeier ist seit 1973 an der Hamburgischen Staatsoper.

Er ist der dienstälteste Ballettchef der Welt, seit mehr als 45 Jahren leitet er das Hamburg Ballett: John Neumeier. Am 24. Februar 2019 ist er 80 Jahre alt geworden. "Solange ich mich erinnern kann, wollte ich Tänzer werden", sagt Neumeier - denn Ballett ist sein Leben. Schlüsselerlebnis für ihn ist ein Musical, das er als Vierjähriger mit seiner Mutter besucht: "Als wir aus dem Kino nach Hause kamen, wollte ich die Tänze nachmachen. Immer habe ich getanzt."

Seit 1973 an der Hamburgischen Staatsoper

1973 kam er an die Hamburgische Staatsoper. Für ihn etwas ganz Besonderes: "Das hätte ich nie gedacht. Das war nie geplant. Aber es hat sich so entwickelt." Seit 2007 ist er Ehrenbürger seiner neuen, aber doch schon so langen Heimat. 2018 war ein ereignisreiches Jahr für Neumeier: Er verlängerte seinen Vertrag, der eigentlich 2019 auslaufen sollte, um weitere vier Jahre. "Die Kreativität hört nicht einfach zu einem bestimmten Zeitpunkt auf", so Neumeier. Seit 2015 unterstützt ihn der 49-jährige Erste Solist Lloyd Riggins als stellvertretender Ballettdirektor. 2018 endete zudem für Neumeier mit einem besonderem Ereignis: Im Dezember heiratete er seinen langjährigen Partner, den Arzt Hermann Reichenspurer, im Hamburger Rathaus.

John Neumeier in Paris. (Dezember 2018) © NDR/Jan Peter Gehrckens, honorarfrei

John Neumeier. Unterwegs.

Doku & Reportage -

Tanz ist sein Leben und Ballett seine Welt. Das Porträt über John Neumeier vereint die Gegenwart des Choreografen mit Rückblicken in die wesentlichen Kreationen.

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Zeitgenössische Formen fürs Ballett

Aufgewachsen ist der am 24. Februar 1939 geborene Kapitänssohn mit einer polnischen Mutter und einem deutschen Großvater in Milwaukee im US-Staat Wisconsin. Seine frühe Begeisterung für Tanz teilt die Familie zunächst nicht. Doch immerhin darf Neumeier Stepptanz lernen. An der katholischen Universität seiner Geburtsstadt, wo er englische Literatur und Theaterpraxis studiert, wendet sich das Blatt: Hier trifft er auf John Walsh, Lehrer des Jesuitenordens. Dieser bestärkt ihn erstmals darin, Tänzer zu werden.

Sein erstes Engagement führt ihn 1960 sogleich nach New York, der Metropole des zeitgenössischen Tanzes. Zwei Jahre später setzt er an der Royal Ballet School in London seine Ausbildung fort.

John Neumeier: Die Stationen des Meisters

Im Jahr 1963 bringt ein Engagement in Stuttgart den Tänzer erstmals nach Deutschland. Dort arbeitet er zunächst als Solist, später auch als Choreograf. Sein Weg führt ihn weiter nach Frankfurt am Main, wo er mit 27 Jahren der jüngste Ballettdirektor Deutschlands wird. Und schließlich kommt der Ruf nach Hamburg. Das ist "ein großer Schritt" für Neumeier, denn hier kann er seine Vision wahr werden lassen: neue zeitgenössische Formen für das abendfüllende Ballett zu finden. Mit Erfolg - aus dem zunächst für drei Jahre geschlossenen Vertrag wird eine lebenslange Bindung.

Monster des Tanzes?

Der Anfang ist alles andere als leicht: "Man hielt mich für ein junges Monster. Niemand wusste so richtig, was ich wollte und vorhatte", erzählt der Amerikaner. Doch seine Arbeit überzeugt: Mit Neuinterpretationen von "Romeo und Julia" oder "Der Nussknacker", Biografien wie "Nijinsky" oder "Die dritte Sinfonie von Gustav Mahler" baut er das Hamburg Ballett zu einer der besten deutschen Compagnien auf, wird mit Preisen überhäuft und auf den Bühnen der Welt umjubelt.

Wie er das schafft? Neumeier spürt in seinen Stücken dem nach, was mit Worten nicht gesagt werden kann: "Ein Choreograf arbeitet mit dem wichtigsten und kostbarsten Material, das es gibt: dem Menschen."

John Neumeier (links) im Gespräch mit Julia Westlake.

John Neumeier: Choreografen-Legende wird 80

Kulturjournal -

Seit 1973 ist er Ballettdirektor, seit 1996 Ballettintendant in Hamburg. Und mit fast 80 Jahren inszeniert und choreografiert er noch immer. John Neumeier im Gespräch mit Julia Westlake.

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Ballett für die Menschen

Schon in der ersten Spielzeit begründet er die Reihe der Ballett-Werkstatt, die Einblick in die Tanzgeschichte und die kreative Arbeit der Hamburger Compagnie gibt. 1975 ruft er als Abschluss und Höhepunkt der Saison die "Hamburger Ballett-Tage" ins Leben. Sie münden alljährlich in die Nijinsky-Gala - einer Veranstaltung, die sich jeweils einem tanzspezifischen oder balletthistorischen Thema widmet. Drei Jahre später gründet Neumeier eine eigene Ballettschule, um einen neuen Maßstab für die Ballett-Compagnie zu setzten. Diese feierte im April 2018 ihr 40-jähriges Bestehen.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

Kulturjournal | 18.02.2017 | 22:45 Uhr

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