Eine Frau auf einer Demo der Initiative "Querdenken" hat ein Schuild mit der Aufschrift "Gib Gates keine Chance - don't pay the Bill" um den Hals gehängt. © picture alliance Foto: Dennis Ewert

Wie entstehen Theorien zu Verschwörungen? Diskussion im Livestream

Stand: 08.06.2021 12:02 Uhr

Vor allem während Katastrophen und in Krisenzeiten wächst die Zahl derer, die Verschwörungstheorien entwickeln, in die Welt tragen, an sie glauben. Was steckt hinter der gefährlichen Faszination?

So war es im 14. Jahrhundert, als sich die Pest weltweit rasant ausbreitete, so ist es gegenwärtig in der "Corona-Krise": Verschwörungstheorien haben Konjunktur, wenn der Verlust des Vertrauens in Institutionen, in Verantwortung tragende Personen oder Behörden durch eigenhändig beschafftes vermeintliches Wissen über "die wahren" Absichten und Verhältnisse kompensiert wird.

Meist verbindet sich das mit dem Wunsch, Kontrolle über das eigene Schicksal zurückzuerlangen. Es prägt sich ein Empfinden der Einzigartigkeit aus, das Gefühl, über einen privilegierten Status zu verfügen, wissend unter Ahnungslosen zu sein. Und schnell können solche scheinbar harmlosen Gedankenspiele sich in gefährliche Bewegungen verwandeln, die verfassungsfeindliche und antidemokratische Tendenzen ausprägen.

Wie entstehen Verschwörungstheorien, wie verbreiten sie sich? Welche Feindbilder und Symbole finden sich durch die Jahrhunderte immer wieder? Was macht diese Erzählungen so attraktiv, und wie gefährlich sind sie für Individuen und ganze Gesellschaften?

Live-Übertragung im Stream am Donnerstag, 10. Juni von 19 bis 22 Uhr

Darüber sprechen am 10. Juni ab 19 Uhr bei den Herrenhäuser Gesprächen miteinander:

Julia Ebner, Extremismus-Forscherin

Prof. Dr. Stefan Evert, Germanistik und Komparatistik, Universität Erlangen-Nürnberg

Prof. Dr. Nicola Gess, Autorin des Buches "Halbwahrheiten. Zur Manipulation von Wirklichkeit", Matthes & Seitz 2021

Prof. Dr. Fabian Schäfer, Institut für Sprachen und Kulturen des Nahen Ostens und Ostasiens, Universität Erlangen-Nürnberg

Prof. Dr. Tobias Schlicht, Fakultät für Philosophie und Erziehungswissenschaft, Ruhr-Universität Bochum

Moderation: Dr. Ulrich Kühn, NDR Kultur

Noch einmal hören können Sie die Sendung in voller Länge am 13. Juni 2021 in der Sendereihe Sonntagsstudio, ab 20 Uhr auf NDR Kultur.

Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch unterwegs | 10.06.2021 | 16:00 Uhr