Stand: 14.02.2019 17:15 Uhr

Hamburger Theater Festival nun vor der Sommerpause

von Peter Helling

Es ist die Crème de la Crème deutschsprachiger Bühnen, die Big Names aus der Theaterwelt, die Nikolaus Besch Jahr für Jahr nach Hamburg holt. In diesem Jahr findet das Hamburger Theater Festival zum elften Mal statt. Und mit einer großen Veränderung: Statt wie sonst im Herbst, läuft es ab jetzt im Frühjahr. Im Mai geht es schon los. Am Donnerstag wurde das Programm vorgestellt.

Festival der starken Frauen - Caroline Peters macht den Anfang

Es wird ein Festival der starken Frauen, verspricht Intendant Nikolaus Besch. "Ich bin darüber auch sehr froh, weil es ja oft heißt: Es gibt gar nicht genügend starke Rollen für Frauen", so Besch. Gleich zwei Mal tritt zum Beispiel Film- und Fernsehstar Caroline Peters auf, in Inszenierungen vom Wiener Burgtheater. "Caroline Peters freut sich irrsinnig auf Hamburg", meint Besch. "Ich weiß, dass sie quietschen wird vor Freude, wenn sie hört, dass sie gleich zwei Mal am Schauspielhaus sein wird."

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Caroline Peters als Klytaimestra im Stück "Die Orestie", ein Gastspiel des Burgtheaters Wien beim Hamburger Theater Festival 2019.

Und das mit zwei antiken Stoffen: "Die Orestie" von Antú Romero Nunes, dem Hausregisseur des Thalia Theaters. Und mit "Medea" von Simon Stone. Er ist bekannt dafür, alte Stoffe in die Gegenwart zu übersetzen. Zwei Mal Antike. Kann das unsere komplizierte Gegenwart besser abbilden als zeitgenössische Stoffe? "Ja", sagt Besch. "So merkwürdig das klingt. Es scheint so zu sein, dass diese großen Themen der Antike einfach an Aktualität, an Kraft und Relevanz nie verlieren werden. Deswegen auch diese Idee, das Festival mit zwei großen antiken Stoffen einzurahmen."

Sophie von Kessel im St. Pauli Theater

Sophie von Kessel kommt vom Münchener Residenztheater ins intime St. Pauli Theater - in einem 90-minütigen Verhörstück von Daniel Kehlmann zwischen einem Polizisten und einer Terrorverdächtigen. "Es ist ein Zwei-Personen-Stück. Die Resi-Bühne in München ist unglaublich breit - wenn das Stück hier auf neun Meter Breite eingedampft wird, wird die Intensität noch einmal zunehmen", meint Besch.

Von Olli Dietrich bis Sophie Rois

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Sophie Rois (hier mit Bernd Moss) zückt in der Inszenierung des Deutschen Theaters Berlin im Thalia Theater den Degen.

Die ehemalige Diva der Berliner Volksbühne, Sophie Rois, zückt beim Hamburger Theater Festival einen Degen in einer postmodernen Pyjama-Party von René Pollesch vom Deutschen Theater Berlin. Ulrich Matthes liest Schiller-Balladen, und Komiker Olli Dietrich kann man ganz pur erleben, in einem Gespräch über die Frage: Worüber lachen wir? Das Programm verspricht ein Fest des gehobenen Bühnengenusses. Insgesamt 34 Stücke hat sich Besch angesehen. Bewusst einer Spur nachgegangen sei er dabei nicht, sagt er. "Ich wollte einfach wieder unterschiedliche Städte vertreten wissen. Ich wollte immer mal ein Haus dabeihaben, das noch nicht beim Festival vertreten war, damit die Hamburger so ein Haus mal kennenlernen können - wie diesmal das Theater in der Josefstadt in Wien. So etwas habe ich gesucht: eine Vielfalt, zeitgenössische Stücke wie auch große Stoffe."

Festival zeigt erstmal eine Eigenproduktion

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Nikolaus Besch ist der Initiator des Hamburger Theater Festivals.

Für Nikolaus Besch ist die Verlegung ins Frühjahr ein Gewinn: Es gibt mehr freie Termine in den großen Häusern, deswegen können die Stücke kürzer hintereinander gezeigt werden. Neu ist auch: Das Festival zeigt eine Eigenproduktion. Matthias Hartmann, früherer Burgtheater-Intendant, inszeniert ein Shakespeare-Stück. Der Titel ist noch geheim. Das Programm wirkt konzentrierter als im letzten Jahr, ist aber auch etwas verkleinert worden. "Kein Wunder", sagt Besch. Die letzte Festival-Ausgabe sei ja erst wenige Monate her. "Man kann den Theaterzuschauer auch nicht überfordern", erklärt er. "Deswegen haben wir gesagt: Das nehmen wir dieses Mal in Kauf. Es war uns wichtiger, nicht eineinhalb Jahre auszusetzen bis zum nächsten Festival, sondern auf jeden Fall in diesem Jahr aufzutauchen in aller Stärke."

Das Hamburger Theater Festival startet am 6. Mai mit der "Orestie" vom Wiener Burgtheater. Es läuft bis zum 13. Juni und zeigt Stücke an unterschiedlichen Häusern Hamburgs. Der Vorverkauf läuft.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Kulturjournal | 14.02.2019 | 19:00 Uhr

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