Stand: 07.08.2018 10:23 Uhr

30 Jahre Schmidt Theater: Phönix aus der Asche

von Kerry Rügemer

Drei Jahrzehnte Schmidt Theater - am 8. August 1988 öffneten sich erstmals die Theatertüren mitten auf dem Kiez. Vor 30 Jahren galt die Hamburger Reeperbahn noch als eher schmuddelig, ein Ort, den der ordentliche Hanseat eher mied. Schmidt-Gründer Corny Littmann aber nutzte zu dieser Zeit die Gunst der Stunde - nämlich eine bezahlbare Miete - und gründete sein Theater. Heute ist das Schmidt Theater mit seinen drei Bühnen das erfolgreichste Privattheater Deutschlands.

Drei Jahrzehnte Erfolgsgeschichte

"Die Optimisten haben uns damals ein halbes Jahr gegeben", sagt Corny Littmann und grinst. Kann er auch lässig, nach drei Jahrzehnten dieser Erfolgsgeschichte. Jahrelang war er gemeinsam mit Lilo Wanders in seiner freien Theatergruppe Familie Schmidt quer durch Deutschland getourt.

Am 8. August 1988 um acht Minuten nach acht ging es los: "Sag bitte und ich sing" hieß das Eröffnungsprogramm mit der Familie Schmidt und Georgette Dee. "Ich weiß noch, die Eröffnung: Es war ein richtig heißer Sommertag und wir haben immer Scherze gemacht auf der Bühne: Es sei ein Druckfehler, es hieße eigentlich Schwitz Theater, weil man auf die Bühne kam und die Schminke direkt im Kleid war", erinnert sich Littmann.

Kultstatus mit plüschigem Charme

Musikrevues, Kiez-Soap-Operas, Musicals und natürlich die Mitternachtsshow genossen binnen kurzer Zeit Kultstatus. Die Schmidt Show wurde bis in die 90er-Jahre im Fernsehen gezeigt. So wurde das Theater bundesweit bekannt. Aber: Das alte Theatergebäude auf dem Kiez war marode. Efeu rankte durch Ritzen, bei Regen mussten Eimer aufgestellt werden. Der Abriss kam und - wie Phönix aus der Asche - entstand das neue Schmidt Theater an gleicher Stelle, mit fast doppelt so vielen Plätzen und nach wie vor mit dem gewohnt plüschigem Charme in Rot.

Eigenproduktionen sorgen für volles Haus

Eigenproduktionen wie die "Villa Sonnenschein", "Cindy Rella" oder "Die Königs vom Kiez" sorgten über die Jahre für ein volles Haus. Und auch die seit 2006 gezeigten Kinderproduktionen - vom "Räuber Hotzenplotz" bis hin zum kleinen "Störtebeker" - sind große Erfolge. Gefeiert wird der 30. Geburtstag mit einer Gala, zusammen mit Weggefährten und Freunden. Und mit "Tschüssikowski", der Urlaubsrevue, die vor zwei Wochen Premiere hatte.

30 Jahre Schmidt Theater

1991 eröffnet das Schmidts Tivoli

Das Schmidt Theater war nur der Anfang des heutigen Schmidt-Imperiums: 1991 kam das Tivoli dazu, vor drei Jahren öffnete das kleine Schmidtchen im Klubhaus erstmals seine Türen für den talentierten Nachwuchs. Corny Littmann könnte sich eigentlich mittlerweile zurücklehnen und Dauerurlaub machen. Aber: Das liegt ihm auch mit 65 Jahren noch nicht so richtig. Bei "Tschüssikowski" hat er gerade noch Regie geführt.

Corny Littmann: Freude über den Blick zurück

Einen langfristigen Blick in die Zukunft mag er aber nicht tun: "Ich denke jetzt nicht an die nächsten 10 oder 15 Jahre, sondern gestatte mir einen kurzen Blick zurück - und freue mich darüber."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Kulturjournal | 07.08.2018 | 19:00 Uhr

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