Gandersheimer Domfestspiele mit "Das Dschungelbuch" eröffnet

Stand: 21.06.2021 12:53 Uhr

Die Gandersheimer Domfestspiele sind wie so viele kulturelle Veranstaltungen im vergangenen Jahr Corona zum Opfer gefallen: 2021 sind sie wieder da. Am Sonntag wurden sie mit "Das Dschungelbuch" eröffnet.

von Eva Werler

Der Menschenjunge Mogli wächst bei einem Wolfsrudel auf. Um ihn vor dem Tiger Shir Khan zu retten, soll er zu den Menschen zurückgebracht werden. Dabei begleiten ihn seine väterlichen Freunde Panther Baghira und der Bär Balu. Eine wilde Reise durch den indischen Dschungel beginnt. Sie treffen auf eine patrouillierende Elefantenherde. Balou der Bär steppt und tanzt mit Mogli, und sie singen eine Hymne auf den Dschungel. Wie in dem Entwicklungsroman geht es auch in dem Stück darum, wie Mogli seine Rolle in der Tier- und Menschenwelt findet. Bei den Gandersheimer Domfestspielen bestechen vor allem die präsenten Darstellerinnen und Darsteller, die durch Mimik und Gestik vergessen lassen, dass Menschen in den Kostümen stecken. Nach einem fulminanten Finale ist das Publikum restlos begeistert.

Domfestspiele unter Corona-Auflagen sind nicht wirtschaftlich

Natürlich ist es doch noch ein bisschen anders als vor der Pandemie. Tests vor dem Einlass, Masken, Abstand und nur halb soviel Publikum wie vor Corona. Auch für die Darsteller ist das ungewohnt. "Es fühlt sich natürlich schon etwas anders an, vor einer halbvollen Tribüne zu spielen", sagt Intendant Achim Lenz. Die gesamte Arbeit im Vorfeld sei extrem anstrengend gewesen. Zum Beispiel war es schwierig, die ganze Zeit mit Masken zu proben, gerade bei diesen Temperaturen in Innenräumen. Die Corona-Auflagen verursachen laut Intendant Lenz erhebliche Mehrkosten. Und weil nur jeder zweite Sitzplatz besetzt werden darf, sind auch die Einnahmen deutlich geringer. "Wir sind im Gespräch mit unseren Sponsoren, wie wir so über die Runden kommen", sagt Lenz.

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Die Domfestspiele in Bad Gandersheim (Landkreis Northeim) 2017 aus der Vogelperspektive. © Gandersheimer Domfestspiele

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"Das Dschungelbuch", inszeniert von Regisseurin Sarah Speiser, wird am 22., 25. und 27. Juni erneut aufgeführt.

Bis zum 29. August dauern die Gandersheimer Domfestspiele. Neben dem Familienstück können sich die Zuschauer mit dem Musical "Flashdance" auf ein großes Tanztheaterstück freuen. Außerdem gibt es etwas Nostalgisches wie die Filmadaption "Die Drei von der Tankstelle" und mit Goethes "Faust" auch etwas Anspruchsvolles. Der Intendant selbst inszeniert "Faust" in einer moderen Fassung. "Faust ist so ein Typ, den wir aus der heutigen Zeit auch kennen, der sagt: Ich gehe über Leichen, um an mein Ziel zu kommen", schildert Achim Lenz. "Mephisto ermöglicht es ihm und er wird eigentlich zu einem skrupellosen Topmanager." Als Wiederaufnahme gibt es mit "Al dente - ich bin hier Le Chef" ein leichtes aber auch kritisches Stück über den ungebremsten Kochboom.

Negativer Corona-Test notwendig

Zutritt zum Veranstaltungsgelände erhalten nur Besucherinnen und Besucher mit einem tagesaktuellen, negativen Covid-19-Testergebnis sowie mit dem Nachweis einer Genesung oder einer vollständigen Covid-19-Impfung. Liegt kein tagesaktuelles negatives Covid-19-Testergebnis vor, besteht die Möglichkeit, unter Aufsicht von geschultem Personal einen Schnelltest vor Ort gegen eine Gebühr von fünf Euro durchführen zu lassen.

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Schauspieler proben vor der Stiftskirche für die Gandersheimer Domfestspiele. © dpa-Bildfunk Foto: Swen Pförtner

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Matinee | 21.06.2021 | 09:20 Uhr