Stand: 25.06.2019 18:07 Uhr

Hamburg: Zukunft des Gängeviertels geklärt

von Patricia Seeger

Der Hamburger Senat und die Gängeviertel-Genossenschaft haben sich am Dienstag auf einen Vertrag über die Zukunft des historischen Viertels in der Innenstadt geeinigt. Die Gängeviertel Genossenschaft soll einen Erbbaurechtsvertrag über 75 Jahre erhalten.

Die Vereinbarung sieht vor, dass der Genossenschaft für die nächsten Jahrzehnte die volle Verantwortung für das Gängeviertel übertragen wird, sowohl was die Instandhaltung als auch die Vermietung und Nutzung der denkmalgeschützen Gebäude angeht. Dabei bleibt die Stadt Eigentümerin der Grundstücke. Die Sanierung der Gebäude soll weiter treuhänderisch in der Hand der Stadtentwicklungs- und Erneuerungsgesellschaft Hamburg bleiben. Mit dem Vertrag sei nun die Grundlage für den langfristigen Erhalt eines ganz besonderen Kultur- und Wohn-Projekts geschaffen, sagte Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD).

Gängeviertel-Genossenschaft zeigt sich zufrieden

Die Vertreter der Gängeviertel-Genossenschaft, Christine Ebeling und Till Haupt, zeigten sich ebenfalls zufrieden: "Von Anfang an war klar, dass die langfristige Sicherung des Projekts untrennbar mit der Lösung der Eigentumsfrage verknüpft ist", sagte Ebeling. Die zentralen Ziele seien nun erreicht: Erhalt und Entwicklung des Projekts über mehrere Generationen, Selbstverwaltung und Gestaltungshoheit, sowie eine nutzungs- und denkmalgerechte Sanierung. So könne das Gängeviertel langfristig dem Markt entzogen und vor Privatisierung sowie wechselnden politischen Konjunkturen geschützt werden.

Damit der Vertrag in Kraft tritt, muss die Bürgerschaft noch zustimmen. Das Gängeviertel war vor zehn Jahren mit dem Ziel, die historischen Gebäude vor dem Abriss zu bewahren, von 200 Künstlern besetzt worden. Im Zuge der Verhandlungen wurden bereits drei Gebäude saniert, weitere sollen folgen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Kulturjournal | 25.06.2019 | 19:00 Uhr