Stand: 10.02.2020 17:09 Uhr

Frank Castorf inszeniert an Hamburgischer Staatsoper

Frank Castorf © picture alliance/APA/picturedesk.com Foto: Neumayr Fotografie - Christian L
Frank Castorf wird zum ersten Mal an der Hamburgischen Staatsoper inszenieren.

Die neue Spielzeit der Hamburgischen Staatsoper wird am 5. September von Regisseur Frank Castorf mit der Inszenierung der Oper "Boris Godunow" von Modest Mussorgski eröffnet. Die musikalische Leitung übernimmt der Chefdirigent des Philharmonischen Staatsorchesters, Kent Nagano. "Dieses Schlüsselwerk der Operngeschichte will immer wieder von Generation zu Generation neu inszeniert werden, nicht nur wegen seiner musikalischen Bedeutung, sondern auch wegen seiner politischen Dringlichkeit und Aktualität", sagte Intendant Georges Delnon am Montag bei der Vorstellung des Programms in Hamburg.

Es ist das erste Mal, dass der ehemalige Intendant der Berliner Volksbühne an der Staatsoper Hamburg inszeniert, das Bühnenbild stammt von Aleksandar Denic. Die Oper "Boris Godunow" von Modest Mussorgski basiert auf dem gleichnamigen Drama von Alexander Puschkin. Der real existierende Boris Godunow war russischer Zar von 1598 bis 1605.

Staatsoper präsentiert 2020/21 sechs Neuproduktionen

Udo Wachtveitl © picture alliance/dpa Foto: Tobias Hase
Udo Wachtveitl - sonst als "Tatort"-Kommissar im Einsatz - übernimmt in der Oper "Die Fledermaus" den Part des Gerichtsdieners Frosch.

Insgesamt präsentiert die Staatsoper Hamburg sechs Neuproduktionen in der Spielzeit 2020/21. Das kanadische Regie-Team Renaud Doucet und André Barbe inszeniert "Die Fledermaus" von Johann Strauss mit Bo Skovhus als Eisenstein und Hulkar Sabirova als Rosalinde. "Tatort"-Kommissar Udo Wachtveitl wird darin die Rolle des Gerichtsdieners Frosch übernehmen. Am Pult steht Jonathan Darlington. Sein Hamburg-Debüt gibt der Regisseur David Bösch mit Jules Massenets "Manon" mit Shootingstar Elsa Dreisig in der Hauptrolle. Die musikalische Leitung hat Sébastien Rouland.

Mit Gaetano Donizettis "Lucia di Lammermoor" folgt eine weitere Oper mit einer starken Frauenrolle, die Titelpartie singt Venera Gimadieva, die Regie übernimmt Amélie Niermeyer. Mit Carl Maria von Webers "Der Freischütz" kehrt eines der Schlüsselwerke der deutschen Romantik auf den Spielplan zurück, diesmal inszeniert von Andreas Kriegenburg und unter Naganos musikalischer Leitung. Am 3. November 1718 wurde Händels "Agrippina" erstmals in Hamburg aufgeführt - und verschwand für mehr als 300 Jahre. 2021 kehrt das Werk in der Regie von Barrie Kosky zurück auf die Hamburger Bühne.

Motto des Ballett-Programms: "Lebendige Traditionen"

John Neumeier in Paris. (Dezember 2018) © NDR/Jan Peter Gehrckens
Das Programm des Hamburg Balletts unter Leitung von John Neumeier steht unter dem Motto "Lebendige Traditionen".

Das Saisonprogramm des Hamburg Ballett steht unter dem Motto "Lebendige Traditionen". Zum 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven präsentiert Ballettintendant John Neumeier unter Naganos musikalischer Leitung die Uraufführung "Beethoven 9". "Ich freue mich darauf, mit Kent Nagano unsere vertrauensvolle Zusammenarbeit fortzusetzen, die sich bei der Kreation von 'Turangalîla' so glänzend bewährt hat", sagte Neumeier. Als Solisten sind Camilla Nylund, Katja Pieweck, Klaus Florian Vogt und Wilhelm Schwinghammer zu erleben.

Zur Eröffnung der 47. Hamburger Ballett-Tage bringt Neumeier sein Tschaikowsky-Ballett "Dornröschen" in einer neu bearbeiteten Fassung heraus, Wiederaufnahmen sind von "Sylvia" und "Liliom" geplant. Ursprünglich vorgesehene Auftritte des Hamburg Balletts im Frühjahr in Macau und Singapur wurden allerdings abgesagt - Grund ist die Coronavirus-Epidemie.

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Isabel Koschani-Maoro in der Garderobe der Staatsoper Hamburg © NDR.de Foto: Anina Pommerenke

Hut ab - im Fundus der Hamburgischen Staatsoper

Garderobenmeisterin Isabel Koschani-Maoro kleidet an der Hamburgischen Staatsoper die Sängerinnen und Sänger ein. Aber auch psychologische Qualitäten sind gefragt. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Kulturjournal | 10.02.2020 | 19:00 Uhr