Stand: 30.04.2019 21:42 Uhr

Fips Asmussen: Klamauk und Kult

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Lockenkopf mit Testbild-Weste: So kennt man den Witze-Erzähler Fips Asmussen.

"Der Zahn der Zeit nagt, ich merke das. Mein Herzschrittmacher hat einen Wackelkontakt, jedes Mal, wenn ich huste, geht zu Hause das Garagentor auf." Fips Asmussens Witze sind für manche so platt wie die Fischermütze, die er früher zu seinen Auftritten trug. Andere wiederum feiern den "klassischen" Humor des gebürtigen Hamburgers. Am 30. April 2019 ist er 81 Jahre alt geworden.

Witz-Stakkato mit vielen Zielscheiben

"Ich bin in letzter Zeit öfter gefragt worden: 'Fips, wie viele Kinder hast du eigentlich?' Ich sach: 'Du fragst 'nen Gartenschlauch ja auch nicht, wie viele Blumen er getroffen hat.'" Nicht jeder kann über Asmussens Witze lachen. Oft sind Frauen, Schwule und Ausländer die Zielscheibe seiner im Stakkato abgefeuerten Gagsalven. Und doch findet er auch heute noch sein Publikum. Im vergangenen Jahr erklärte er im NDR Interview, früher habe man ihm gesagt: "Dir sterben die alten Leute weg, dann hast du kein Publikum mehr." Darauf habe er damals keine Antwort gehabt, sagt der Komiker. "Heute wunder' ich mich, dass so viele junge Leute kommen."

Ackern für den Lacher

Asmussen, der mit bürgerlichem Namen Rainer Pries heißt, versteht sich als Humor-Malocher. Einer, der für seinen Erfolg bei jedem Auftritt wieder hart arbeiten muss: Timing, Tempo, Interaktion mit dem Publikum. 2009 gab er in der NDR Talk Show zu Protokoll: "Wenn ich heute auf die Bühne komm', da passiert schon was. Ich geh' ins Publikum, sag: 'Mädel, du siehst gut aus, erzähl' mal 'n bisschen von dir! Wie heißt du, wo wohnst du, was kostest du?'" Routiniert spult der Hamburger auch in Interviews mit Journalisten seine Zoten ab - wie auf den Kassetten, die ihn in den 70er-Jahren groß gemacht haben. 7,5 Millionen Tonträger mit Titeln wie "Quasselfilou von der Wasserkante" oder "Ein Herrenabend mit Adalbert Bumsdörfer" hat er über die Jahre nach eigenen Angaben verkauft.

Vom literarischen Kabarett zur Witz-Kassette

Nicht immer war alles Jux und Dollerei in Asmussens Karriere. Gelernt hat er Schriftsetzer, ging dann in die Werbung. Ende der 60er-Jahre hatte er in Hamburg-Hohenfelde seine eigene Kneipe. In der "Violetten Zwiebel" machte er mit Mikro hinterm Tresen "literarisches Kabarett", sang Chansons von Friedrich Hollaender und trug Gedichte von Tucholsky und Kästner vor. "War 'ne schöne Zeit", resümiert er heute. Auch wenn dieses Leben ihn schlauchte: jede Nacht den Alleinunterhalter zu geben, oft bis 5 Uhr morgens. Vier Jahre später verlegte sich der Hamburger aufs Witze-Erzählen - live und auf Kassette.

Seit Ende der 90er-Jahre lebt Fips Asmussen mit seiner Frau in Querfurt (Sachsen-Anhalt).

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 | Wir sind die Freeses | 30.04.2018 | 07:17 Uhr

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