Porträtfoto von Olivette Otele,  Professorin für Geschichte der Sklaverei an der Universität Bristol © Körber Stifung Foto: Adrian Sherratt

Diskussion: "Wie Schwarz ist Europa?"

Stand: 17.05.2021 17:49 Uhr

Im Rahmen des diesjährigen Körber History Forums diskutieren internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über die Frage: "Wie Schwarz ist Europa?" NDR.de überträgt die Veranstaltung im Livestream.

Die #BlackLivesMatter-Bewegung hat auch in den Gesellschaften Europas notwendige und überfällige Debatten über Benachteiligung, Ausgrenzung und rassistische Gewalt gegenüber Schwarzen Menschen in Gang gesetzt. Welche blinden Flecken gilt es hier mit Blick auf die Geschichte des Rassismus im Rahmen kolonialer Expansion und weißen Überlegenheitsdenkens aufzuarbeiten? Welche politischen, rechtlichen, ökonomischen und kulturellen Praktiken bilden die Grundlage für strukturellen Rassismus gegenüber Schwarzen Menschen? Und was sollte eine Politik leisten, die gleichberechtigte Repräsentationsmöglichkeiten in Politik und Gesellschaft zum Ziel hat?

 

 

Das sind die Gäste auf dem Podium:

Fatima El-Tayeb ist Professorin für Literatur und Volkskunde an der University of California, San Diego. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit zum Thema Rassismus in Europa sind Widerstandsstrategien in von Rassismus betroffenen Communities, insbesondere in denjenigen, die eine intersektionale, queere Kunstpraxis mobilisieren. Sie hat drei Bücher und zahlreiche Essays zur Interaktion von "Rasse", Geschlecht, Sexualität und Nation veröffentlicht. Neben ihrer akademischen Arbeit engagiert sie sich in den Themenbereichen Antirassismus, Migranten und Queer-of-Color.

Momodou Malcolm Jallow ist Abgeordneter im Schwedischen Parlament und Mitglied der Parlamentarischen Konferenz des Europarates © Körber Stiftung
Momodou Malcolm Jallow erhielt 2016 den Community Healer Award für seinen Beitrag zum Kampf für die Menschenrechte von Afro-Europäern.

Momodou Malcolm Jallow ist Abgeordneter im Schwedischen Parlament und Mitglied der Parlamentarischen Konferenz des Europarates, die ihn zum Generalberichterstatter für die Bekämpfung von Rassismus und Intoleranz berufen hat. Er war Stellvertretender Vorsitzender des Europäischen Netzwerks gegen Rassismus und gründete die Bewegung "Pan African Movement for Justice". Jesse Jackson verlieh ihm für sein Engagement 2018 den Global Leadership Award. Er hat eine richtungsweisende Kampagne gegen Afrophobie ins Leben gerufen, mit dem Ergebnis einer Reihe erfolgreicher Gerichtsverfahren.

Olivette Otele ist Professorin für Geschichte der Sklaverei an der Universität Bristol. Sie ist Fellow und Vizepräsidentin der Royal Historical Society. Zu ihren Forschungsgebieten gehören die koloniale und postkoloniale Geschichte und die Geschichte von Menschen afrikanischer Herkunft. Otele schreibt regelmäßig für die nationale und internationale Presse und tritt in Fernseh- und Radiosendungen auf. Zu ihren aktuellsten Büchern gehört die Monographie "African Europeans: An Untold History", außerdem ist sie Herausgeberin der Publikation "Post-Conflict Memorialisation: Missing Memorials, Absent Bodies".

Moderation: Christine Gerberding, NDR Kulturjournal

Das Körber History Forum der Körber-Stiftung widmet sich den Auswirkungen der Vergangenheit auf die Politik der Gegenwart auf europäischer und globaler Ebene. Dazu bringt die internationale Konferenz jährlich im Frühjahr rund 300 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik, Diplomatie, Zivilgesellschaft und den Medien zu einem zweitägigen Austausch über Geschichtspolitik zusammen.

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