Stand: 03.01.2019 15:05 Uhr

Neue Frontansicht für das Schweriner Schloss

Das Schloss auf einer Insel ist das Wahrzeichen der Landeshauptstadt Schwerin. In seiner heutigen Form stammt es aus dem 19. Jahrhundert

Wohl jeder hat es schon einmal in seinem Portemonnaie gehabt - das Schweriner Schloss als Zwei-Euro-Münze. Das Wahrzeichen der Landeshauptstadt gehört zu den meistfotografierten Motiven in Mecklenburg-Vorpommern. Allerdings wird in den kommenden zwei Jahren die Sicht auf das imposante Gebäude nicht immer ungetrübt sein, denn es sind Sanierungsarbeiten geplant.

Noch ist Fürst Niklot auf seinem Pferd gut zu sehen - zwischen den beiden Türmen der Frontseite. Bei sonnigem Wetter wirkt das Schweriner Schloss nach wie vor imposant. Von weitem - denn wer genau hinschaut, entdeckt so manchen Makel. In diesem Jahr wird damit begonnen, die Vorderseite wieder zu erneuern.

Risse in der Fassade

"Die Fassade verwittert mit der Zeit", erklärt der Leiter des Schweriner Geschäftsbereichs des Betriebs für Bau und Liegenschaften (bbl), Robert Klaus. "Da gibt es kleine Risse, Wasser dringt in die Fassadenelemente, und so breitet sich ein Schaden aus. Der Ehrenhof hat jetzt einige Jahre ohne Sanierung hinter sich. Jetzt ist er wieder dran." Nach dem Schlossfest im Juni soll es mit dem Ehrenhof losgehen. Die Arbeiten sollen ungefähr bis Anfang 2020 dauern. Wegen einer internationalen Touristikbörse wird die Restaurierung einige Zeit unterbrochen. Mitte 2020 beginnen die Handwerker mit den oberen Stockwerken bis hin zu beiden Turmspitzen.

Sanierung muss präzise abgestimmt werden

Die Bauarbeiten werden mit der Landtagsverwaltung abgestimmt, die natürlich auch ihre Vorstellungen und Wünsche einbringt, wie Landtagsdirektor Armin Tebben betont: "Baumaßnahmen am Schloss sind immer eine Herausforderung. Wir müssen darauf achten, dass sie die Arbeit des Landtags und die Besucher nicht mehr beeinträchtigen als notwendig. Und dann spielt natürlich auch die gute Ansicht des Schlosses eine Rolle. All das müssen wir abwägen."

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Sanierung der Frontansicht kostet 1,1 Millionen

Insgesamt soll die Erneuerung der Frontansicht des Schweriner Schlosses rund 1,1 Millionen Euro kosten und möglichst bis Mitte 2021 abgeschlossen sein. Doch auch danach bleibt das Schweriner Schloss Baustelle, denn wann und wie der ehemalige, bis 2017 genutzte Plenarsaal saniert wird, steht derzeit noch nicht fest. Und auch das Schlossmuseum, so sieht es Landtagsdirektor Armin Tebben, benötigt eine Erneuerung.

Keine Gefahr für den Unterbau

Zumindest für den Untergrund des Schlosses mitten im Schweriner See kann Robert Klaus vom landeseigenen Betrieb für Bau und Liegenschaften nach dem vergangenen äußerst trockenen Sommer Entwarnung geben: "Wir hatten zwar außergewöhnliche Niedrigstände, aber die Eichenholzpfähle sind stabil und nicht trocken gefallen. Da kann ich Entwarnung geben."

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