Stand: 09.10.2018 15:45 Uhr

Frankfurter Buchmesse will Akzente setzen

Zur 70. Ausgabe der Frankfurter Buchmesse werden mehr als 70 georgische Autorinnen und Autoren erwartet. Denn Gastland ist in diesem Jahr Georgien - ein besonderer Schwerpunkt liegt aber auch auf Afrika. Zur Eröffnungs-Pressekonferenz am Dienstag, bei der auch das Programm vorgestellt wurde, war deshalb die nigerianische Schriftstellerin Chimamanda Ngozi Adichie eingeladen. NDR Kultur Redakteurin Claudia Christophersen war bei der Pressekonferenz dabei.

Frau Christophersen, Sie kommen von der Pressekonferenz, die in diesem Jahr an einem anderen Ort stattgefunden hat. Die Buchmesse hat einen "Frankfurt Pavilion" installiert. Was hat es damit auf sich?

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Im "Frankfurt Pavilion" wurde das Programm der Frankfurter Buchmesse vorgestellt.

Claudia Christophersen: Das ist tatsächlich eine große Neuigkeit auf der Frankfurter Buchmesse in diesem Jahr: Mitten auf der Agora, mitten auf dem Messegelände, unübersehbar, steht ein Holzgebäude, 480 Quadratmeter groß, 250 Personen haben darin Platz. Das Ganze sieht aus wie eine weiße Muschel, ist aus finnischem Holz - das kann man auch noch riechen, das Ganze hat also auch etwas Sinnliches. Es ist mit einer weißen Haut, einer Membran, überzogen. Das Wetter in Frankfurt ist sehr gut, es fällt also in das Innere ein diffuses Sonnenlicht - das war sehr schön. Man muss ja bedenken, dass es ein runder Geburtstag der Frankfurter Buchmesse ist: die 70. Ausgabe. Da will man natürlich auch Akzente setzen, es zumindest versuchen.

Was hat die Buchmesse vor mit diesem "Pavilion"?

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Christophersen: Zunächst wird am Mittwoch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Gebäude offiziell eröffnen, mit einer Diskussion über die aktuelle gesellschaftliche Lage, über Populismus, über extreme Haltungen. Dann geht es aber - dazu hat sich Jürgen Boos, Direktor der Buchmesse geäußert - weiter mit einem vielfältigen Programm: einer Diskussion zum NSU-Prozess, Staatsministerin Monika Grütters wird kommen, Deniz Yücel wird am Freitag zu Gast sein und über Pressefreiheit und Menschrechte sprechen, Menschenrechte, die hier in Frankfurt ein großes Thema sind, weil nicht nur die Buchmesse 70. Geburtstag feiert, sondern auch die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Dafür hat sich die Buchmesse in den vergangenen Jahren sowieso immer stark gemacht.

Die #MeToo-Debatte ist auch ein großes Thema, nicht nur im "Pavilion", sondern auf der Buchmesse insgesamt. Auch die Gastrednerin Chimamanda Ngoze Adichie hat dieses Thema aufgegriffen.

Was hat sie denn gesagt?

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Die nigerianische Autorin Chimamanda Ngozi Adichie war Gastrednerin auf der Pressekonferenz.

Christophersen: Das war ganz beeindruckend: Adichie ist Schriftstellerin aus Nigeria, ist vielfach ausgezeichnete Preisträgerin. Wir kennen sie durch ihr Manifest "We should all be feminists", "Wir sollten alle Feministen sein" - 2012 sorgte das für großes Aufsehen. Bei der Pressekonferenz sprach sie von den vielen Verletzungen, die sie selbst in Nigeria erlebt hat, von den Benachteiligungen, die sie nie verstanden hat. Darüber hat sie immer wieder in ihren Büchern geschrieben. Sie betonte, wie wichtig es ist, dass Frauen sprechen, dass sie über die Benachteiligungen reden, dass Literatur dabei eine ganz wichtige Rolle spielt: "Literatur lehrt uns, ist wichtig. Ich lese, um getröstet zu werden, um bewegt zu werden. Um an die Anmut, die Schönheit, die Liebe erinnert zu werden, aber auch an das Leid und de Sorgen. Das sind alles sinnvolle Lehrstunden." Dafür erhielt sie im "Frankfurt Pavilion" großen Applaus.

Claudia Christophersen © NDR Foto: Christian Spielmann

Erste Eindrücke von der Buchmesse

NDR Kultur - Journal -

NDR Kultur Redakteurin Claudia Christophersen war bei der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse dabei und hat sich die Rede der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini angehört.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch unterwegs | 09.10.2018 | 14:20 Uhr

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