Stand: 08.06.2018 17:16 Uhr

"Singen kann jeder, und singen sollte jeder!"

Zum zehnten Mal werden die Chortage Hannover veranstaltet. Sie sind ein Erfolgsmodell für Chormusik, für alle, die Lust und Spaß am Singen haben. Mit dabei ist auch der Jazzchor "Vivid Voices", der von der Jazzsängerin und Komponistin Claudia Burghard geleitet wird.

Frau Burghard, immer wieder heißt es: Wer singt, ist glücklich. Sind Sie ein glücklicher Mensch?

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Das Repertoire des Jazzchors "Vivid Voices" aus Hannover besteht aus vielen verschiedenen Stilen.

Claudia Burghard: Ich bin tatsächlich ein glücklicher Mensch, auf jeden Fall. Ich bin sehr froh, dass ich meine Leidenschaft, das Singen, zum Beruf machen konnte und dass ich letztlich auch durch meine Chorleiter-Tätigkeit das Singen weitergeben und diese Freude vermitteln kann.

Ihr Chor der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, "Vivid Voices" (lebendige Stimmen), ist ein Ensemble mit 50 Stimmen. Welches Repertoire haben Sie?

Burghard: Es ist richtig: Es sind 50 Sängerinnen, manchmal sogar mehr. Unsere maximale Zahl auf der Bühne war sogar schon mal 57. Es ist ein großer Organismus, den ich da zur Verfügung habe. Wir singen ganz unterschiedliche Arrangements, und es fließen sehr viele verschiedene Stile in unser Repertoire mit ein. Natürlich haben wir auch "klassische Swing-Standards" in unserem Programm oder viele eher sphärische, sehr getragene Stücke, Balladen. Natürlich gibt es auch Einflüsse aus der populären Popmusik, die mit ins Repertoire fließen, aber auch Gospel und Spiritual finden den Weg in unser Programm.

Chöre freuen sich über Nachwuchs und werben damit, dass man gar nicht unbedingt begabt sein muss. Ist da etwas dran?

Burghard: Das würde ich absolut unterstreichen. Singen kann jeder, und die Chorlandschaft in Hannover ist so vielfältig, von der Anzahl und vom Level der Chöre, sodass sich wirklich jeder irgendwo eingeladen fühlen und abgeholt werden kann. Ich möchte auf jeden Fall unterstreichen: Singen kann jeder, und singen sollte jeder!

Trotzdem gibt es Menschen, die vielleicht denken, dass sie nicht das Talent oder nicht die richtige Stimme haben. Kann das ausgebildet werden, kommt das mit der Zeit?

Burghard: Auf jeden Fall kann das ausgebildet werden. Es ist auch die Frage, wohin das letztlich führen soll. Aber auf jeden Fall kann jeder mit etwas Training erreichen, die Stimme zu halten oder Melodien nachzusingen. Vielleicht braucht der eine oder andere ein paar Stunden Einzelunterricht, um dorthin zu kommen, aber mit Sicherheit kann jeder singen - davon bin ich fest überzeugt.

Am 10. Juni geht es los mit den Chortagen. Was wird es von "Vivid Voices" zu hören und erleben geben?

Burghard: Wir versuchen jedes Jahr auf den Chortagen, etwas Neues zu präsentieren. Jeder Chor hat nur ein relativ kurzes Zeitfenster, weil sehr viele Chöre dort zu hören sind. In der Jazz und Pop Night, wo wir auftreten werden, Wir singen unter anderem das Arrangement von einem ehemaligen Chormitglied, Joshua Bredemeier: "Daddy Lessons". Außerdem noch eine Ballade, die eher ein bisschen poppiger anmutet: "Say Something", und mit "After Six", einem anderen Chor, singen wir sogar noch einen Song zusammen: "One Day I Fly Away" - ein sehr bombastisches, schönes Arrangement. Den Rest verrate ich jetzt noch nicht.

Das Interview führte Claudia Christophersen.

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Journal | 08.06.2018 | 19:00 Uhr

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