Stand: 02.12.2015 14:45 Uhr

Preis für "ernsthaften Komiker" Bastian Reiber

von Elisabeth Burchhardt

Seit 34 Jahren vergibt die Körber-Stiftung alljährlich den Boy-Gobert-Preis, die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung für einen Hamburger Nachwuchsschauspieler. Am kommenden Wochenende ist es wieder so weit, in einer feierlichen Matinee wird der Preis überreicht . Diesmal an einen jungen Komiker, der seit zwei Jahren am Schauspielhaus Hamburg Furore macht. An Bastian Reiber, der vor allem in den Inszenierungen von Herbert Fritsch aufgefallen ist, in "Die Schule der Frauen" von Molière oder in "Die Kassette" von Carl Sternheim.

In der Begründung der Jury heißt es: "Bastian Reiber ist ein hellwacher Theaterspieler, der sich furchtlos und mit Lust in jede Rolle stürzt." Bastian Reiber freut sich darüber, gibt aber zu: "Ich kenne furchtlose Kollegen und die sind anders gestrickt als ich. Zum Beispiel bei der 'Kassette', das stehen wir auf einem hohen Kaminsims - und ich bin eigentlich immer heilfroh, wenn ich da wieder runter komme, ich habe nämlich Höhenangt. Furchtlos bin ich also nicht. Mich hat es aber gefreut, wenn das so wirkt. Nach außen hin soll es ja so wirken, als hätte ich keine Angst."

Für Erfolg gibt es keine Garantie

Der Schauspieler macht auf der Bühne tatsächlich immer den Eindruck, als gäbe es nur diesen einen Moment für ihn.

Er verschenkt sich, verströmt sich, gibt alles. Was aber auch am Theater nicht garantiert, dass auch alles klappt. "Man probt ja solche Sachen, und denkt sich: Ist das witzig? Und muss es erst einmal beweisen. Als wir die Premiere der 'Kassette' hatten, da hat ja wirklich niemand gelacht. Da sind wir erst einmal gegen die Wand gefahren - aber das gehört dann dazu", meint er.

Bastian Reiber und der Regisseur Herbert Fritsch gehen zusammen seit vielen Jahren durch dick und dünn, seit Reibers Zeit an der Schauspielschule in Leipzig. Schon damals zeigte sich sein komisches Talent. Aber: "Aber in der Schauspielschule, da war immer der Vorwurf: Bastian rettet sich in die Komödie. Ich sollte männlicher werden, ernster werden", erinnert sich der Schauspieler an seine Ausbildung.

Das "waren alles anständig Leute"

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Szene aus "Murmel Murmel" mit Bastian Reiber an der Volksbühne Berlin. Auch hier führte Herbert Fritsch wieder Regie.

Herbert Fritsch, der mit den Schauspielazubis am nahen Theater in Halle arbeitete, bestätigte den jungen Mann. Er baute ihn auf, brachte sein komisches Talent zum Blühen. Und so ist der 30-jährige Bastian Reiber heute ein hinreißender Liebhaber in der Komödie 'Die Schule der Frauen' am Schauspielhaus." An der Berliner Volksbühne begeistert er in "Murmel Murmel", ebenfalls eine Inszenierung seines Mentors und Freundes.

Vom wem der junge Schauspieler sein Talent hat, weiß man nicht ganz genau. "Meine Mama erzählt immer, dass ihr Opa auch immer lustige Sachen am Küchentisch erzählt hat, aber mehr auch nicht. Eigentlich gab es niemanden. Das waren alles anständige Leute", erklärt Bastian Reiber.

Reibers berühmte Vorbilder

In jedem Fall freut sich Bastian Reiber darüber, dass die Boy-Gobert-Preis-Jury ihn als "ernsthaften Komiker" bezeichnete. Und er hat den Ehrgeiz, immer besser zu werden: "Marx Brothers, oder Jerry Lewis, das sind fantastische Leute, die Komiker waren und stolz darauf waren, Komiker zu sein, und in die Richtung strebe ich immer mehr."

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | 02.12.2015 | 19:03 Uhr

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