Drei Frauen in trachtenähnicher blauer Kleidung singen auf dem Bürgersteig. Davor - in größerer entfernung - sitzen Zuschauer auf Stühlen. © NDR/Melanie Jaster Foto: Melanie Jaster

"Aufatmen" in Rostock: Kunstaktion soll weitergehen

Stand: 19.10.2020 14:36 Uhr

Wegen Corona: Veranstaltungen fallen aus, Auftrittsorte bieten weniger Plätze. In Rostock fand im Sommer die Aktion "Aufatmen" statt - und sie soll weitergehen.

von Melanie Jaster

Den ganzen Sommer über bis zum Herbstanfang haben bei der Rostocker Kunstaktion "Aufatmen" kurze Auftritten und Kunstaktionen stattgefunden. Es gab kostenlose Konzerte, Monologe oder Theaterstücke an öffentlichen Orten, die auch immer nur wenige Minuten gingen, damit sich keine zu großen Menschenansammlungen bilden. So segelte die Rostocker Jazzband "Breitling Stompers" am Stadthafen entlang und gab ein schwimmendes Konzert, ein Rapper fuhr mit einem Kleinbus umher und lokale Sängerinnen traten auf Restaurantterassen oder in Stadtteil- und Begegnungszentren auf.

Der Initiator Wolfgang Schmiedt wollte so Künstlerinnen und Künstlern eine Möglichkeit geben, auch mit Abstand und gemäß der geltenden Corona-Regeln aufzutreten. Insgesamt beteiligten sich rund 50 regionale Kunstschaffende an 21 Spielorten rund um Rostock an der Aktion.

Kunstaktion soll bis in den Winter hinein weitergehen

Und "Aufatmen" soll weitergehen - auch wenn derzeit noch nicht feststeht, wie genau das vonstatten gehen soll. Offen ist auch, ob sich die Stadt Rostock weiter als Sponsor beteiligt. In der Planung ist unter anderem ein Adventssingen. Dabei sollen in den Innenhöfen von Wohnblocks in allen möglichen Rostocker Stadtteilen kleine Konzerte stattfinden. Die Sing-Gruppen sollen zu den Fenstern und Balkonen des jeweiligen Karrees hinaufsingen - und im besten Fall macht dann auch die ganze Hausgemeinschaft mit.

Initiatoren wollen die Rostocker zum Singen bringen

In ähnlicher Form gibt es in Rostock in der Adventszeit bereits den Adventsbalkon am Brink, die nun geplante Aktion soll dann nicht nur dort, sondern überall in der Stadt die Menschen zum Singen zu bringen. Die Initiatoren der Kunstaktion wollen mit "Aufatmen" möglichst viele verschiedene Menschen zu erreichen - auch diejenigen, die sich ein Theaterticket gerade vielleicht gar nicht leisten könnten oder bisher auch gar kein Interesse hatten.

Aktuell suchen die Initiatoren nach Spielorten, die winterfest sind und auch bei Kälte funktionieren, wie etwa Beispiel Schlösser und Kirchen. Und im besten Fall kann "Aufatmen" dann auch im Winter weitergehen.

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Eine Brass-Band spielt auf einem Segelschiff. Im Vordergrund spielt ein Musiker stehend Saxophon. © NDR/Melanie Jaster Foto: Melanie Jaster

Aktion "Aufatmen": Eine Bühne für Rostocker Künstler

Die Initiatoren der Kunstaktion "Aufatmen" in Rostock haben überlegt, wie sie lokale Künstler und ihr Publikum wieder vereinen können - ganz hygienisch und mit Abstand (NDR.de vom 2.06.2020). mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Kulturjournal | 20.10.2020 | 19:00 Uhr