Stand: 10.10.2018 14:24 Uhr

Das Reporterleben auf der Buchmesse

Unsere NDR Kultur Redakteure aus der Abteilung "Kulturelles Wort" haben sich Anfang der Woche zur Frankfurter Buchmesse aufgemacht. Aber warum eigentlich? Passiert da nicht ohnehin jedes Jahr dasselbe, mit kleinen Abweichungen allenfalls in den Details? Schauen wir mit Redakteur Alexander Solloch hinter die Kulissen.

Unterwegs auf der Buchmesse

Herr Solloch, was machen Sie da eigentlich? Die Partys sollen ja ziemlich gut sein, hört man immer wieder.

Alexander Solloch: Das habe ich auch schon mal gehört. Aber das ist natürlich überhaupt nichts, was für uns hier infrage kommt, zumal man sagen muss, dass die bislang immer größte und spektakulärste Party, nämlich die Rowohlt-Party, dieses Jahr aus unklaren Gründen ausfällt. Man kann darüber spekulieren, was das zu bedeuten hat. Also sind wir ganz und gar auf unsere Arbeit zurückgeworfen, und das bedeutet vor allem, dass wir natürlich für unser Programm arbeiten.

Interview

Frankfurter Buchmesse will Akzente setzen

Die Veranstalter der Frankfurter Buchmesse haben das diesjährige Programm vorgestellt. NDR Kultur Redakteurin Claudia Christophersen war bei der Pressekonferenz dabei. mehr

Die beiden Kollegen Ulrike Sárkány und Joachim Dicks sind ja schon seit Montag hier, haben über die Vergabe des Deutschen Buchpreises berichtet, haben mit der Gewinnerin Inger-Maria Mahlke ein langes Interview aufgenommen. Ich bin seit Dienstagnachmittag hier und wandere seit dem Vormittag durch die Messehallen. Wir sind vor allem damit beschäftigt, die Sendung Journal extra vorzubereiten, die am Donnerstag um 19.00 Uhr gesendet wird. Da hat jeder sein eigenes Thema, das er bearbeitet und führt seine Interviews. Ich beschäftige mich mit der Frage: Warum sind Bücher eigentlich heutzutage immer so dick? Muss das so sein? Was denken sich die Autoren dabei, und was denken sich die Verlage, wenn sie immer so dicke Manuskripte bekommen? Wir beschäftigen uns mit unserer BücherLeben extra-Sendung am Freitagmittag - da hat Joachim Dicks einige Gäste hier im großen ARD-Forum. Wir haben also schon einiges zu tun, was sich dann auch im Programm niederschlagen soll.

Wie sieht es aus mit Kontaktpflege? Ist das auch für Kulturjournalisten wichtig auf einer Messe?

Solloch: Ja, das ist schon ein wichtiges Stichwort. Ich würde sogar schätzen, dass mindestens die Hälfte meiner Arbeitszeit hier auf der Buchmesse mit Terminen zu tun hat, die grob unter dieses Schlagwort "Kontaktpflege" fallen können. Also die Leute, mit denen man sonst immer E-Mails schreibt oder telefoniert, einfach auch mal vis-à-vis treffen, sich mit ihnen unterhalten, austauschen. Vielleicht ist dann der Begriff "Kontaktpflege" doch ein bisschen ungenau, denn auch da geht es im Prinzip schon um mittelfristige Programmplanung: Ich sehe hier zum Beispiel die Kollegin Ulrike Sárkány von einem Messestand zum nächsten eilen, weil sie neue Ideen für die Sendung Am Morgen vorgelesen einsammelt. Ich konzentriere mich vor allem auf unsere öffentlichen Veranstaltungen, Lesungen, die dann alle in unserem Sonntagsstudio abgebildet werden.

Claudia Christophersen © NDR Foto: Christian Spielmann

Erste Eindrücke von der Buchmesse

NDR Kultur - Journal -

NDR Kultur Redakteurin Claudia Christophersen war bei der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse dabei und hat sich die Rede der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini angehört.

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Im Frühjahr auf der Leipziger Buchmesse beschäftigen wir uns damit, was im Herbst alles erscheinen wird, und jetzt ist die große Frage, welche großen Bücher wir im nächsten Frühjahr erwarten können. Da treffe ich mich mit den jeweiligen Veranstaltungsplanern, mit den Presseleuten der Verlage, spreche mit ihnen darüber, sammle und sortiere. Nächste Woche im Büro wird dann alles genau zusammengefasst, was an Ideen zustandegekommen ist, und dann überlegen wir, welche Autorin, welchen Autor wir einladen könnten. Die Lesungen, die Veranstaltungen - wir machen ja ungefähr 20 bis 25 im Jahr, zusammen mit Literaturhäusern, Buchhandlungen usw. - die fallen ja nicht vom Himmel. Wir warten nicht darauf, dass wir angesprochen werden, ob wir mitmachen wollen, sondern wir versuchen selbst, Ideen zu sammeln, umzusetzen und dafür Partner zu finden in Norddeutschland. Das alles passiert hier auf der Buchmesse, hier kommen die Ideen zusammen, und hier sortieren wir die. Ich habe bisher drei Gespräche dieser Art gehabt, freue mich noch auf drei weitere heute Nachmittag, und dann gehen wir alle gemeinsam zum Suhrkamp-Empfang - so nennt man das nämlich heutzutage: Empfang und nicht Party.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch unterwegs | 10.10.2018 | 15:40 Uhr

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