Stand: 18.11.2019 14:11 Uhr

"Alarm in’t Grandhotel": Ohnsorg in Bestform

von Daniel Kaiser

Mit Jubel und viel Applaus hat das Publikum im Ohnsorg Theater in Hamburg die Premiere der Verwechslungskomödie "Alarm in't Grandhotel" gefeiert. Es geht um zwei verfeindete Hollywood-Diven, die im selben Hamburger Luxus-Hotel wohnen, sich aber nicht begegnen sollen.

An diesem Abend stimmt einfach alles: Tempo, Timing, Mimik und Musik. Beate Kiupel und Sandra Keck mischen als Hamburger Deerns, die in Amerika Karriere gemacht haben und nun als verfeindete Diven mit den schillernden Künstlernamen Athena Sinclair und Claudia McFadden für eine Benefiz-Gala zurückkehren, das Hotel "Vier Ozeane" auf.

Ohnsorg Theater: "Alarm in't Grandhotel - Suite Surrender"

Sie landen nämlich nicht nur im selben Haus, sondern sogar in derselben Suite. Hotelpersonal und Assistenten versuchen nun verzweifelt zu verhindern, dass sich beide begegnen. Herausragend ist Erkki Hopf als überforderter Hoteldirektor. Die Angst in seinem Gesicht, wenn es an der Tür klopft, weil er schon die nächste Katastrophe ahnt: Grandios! Hinter seiner komischen Fassade steckt eine tragische Tiefe. Das ist wirklich ganz großes Theater.

Das Publikum lacht Tränen

Die beiden Pagen Fiete (Peter Christoph Grünberg) und Oddo (Horst Arenthold) schleppen Rosen und Koffer hin und her. Zum Piepen! Komisch auf den Punkt spielt auch Markus Gillich als Claudias Privatsekretär. Julia Kemp ist Athenas Sekretärin mit musikalischer Nachtclub-Vergangenheit. Warum Julia Weden als Klatschkolumnistin Doerthe de Waal, die nicht nur eine Tür an den Kopf kriegt und herrlich komisch durchs Hotelzimmer taumelt, als einzige auf der Bühne Hochdeutsch spricht, wird allerdings nicht ganz klar.

Eine Diva des Ohnsorg-Theaters in ihrer Rolle.

Ohnsorg-Premiere: Diven-Zoff im Grandhotel

Hamburg Journal -

Im Stück "Alarm in't Grandhotel" des Ohnsorg-Theaters werden zwei zerstrittene Bühnenstars versehentlich in der gleichen Suite einquartiert - da ist der Zickenkrieg programmiert.

4,58 bei 12 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Die Kirsche auf dieser Ohnsorg-Sahnetorte ist Meike Meiners als schrille Frau Senator Mönckeberg, die am liebsten mit den beiden Diven ein Duett schmettern würde: "Mein Chorleiter sagt, meine Stimme könnte Engel zum Weinen bringen." Das Publikum lacht Tränen. Die Türen klappen immer schneller - bis zum großen Showdown mit überraschendem Ausgang.

Lebendige Übersetzung ins Plattdeutsche

Das Originalstück von Michael McKeever spielt im Truppen-Bespaßungs-Milieu der US Army in den 50er-Jahren. Georgia Eilert hat es so umgeschrieben, dass es wie ein Ohnsorg-Klassiker klingt. Dazu trägt auch die lebendige und geschmeidige plattdeutsche Übersetzung von Cornelia Ehlers bei.

Das Bühnenbild von Stephanie Kniesbeck zeigt eine Hotel-Suite mit Alsterblick. Ihre Kostüme sind schrille 50er-Jahre-Träume. Beate Kiupels Leopardenvariationen sind zum Niederknien. Das Ganze ist ein Fest für Augen und Zwerchfell. Oberspielleiter Murat Yeginer bringt mit seiner Regie die Ohnsorg-Recken zum Leuchten. Da sitzen jede Szene und jedes Wort. Dieses Stück ist Ohnsorg in Bestform. "Alarm in't Grandhotel" gehört ganz sicher zu den stärksten Stücken der vergangenen Jahre.

"Alarm in’t Grandhotel": Ohnsorg in Bestform

Zwei zickige Diven, gestresstes Hotelpersonal und viele Lacher: Das neueste Stück im Ohnsorg Theater "Alarm in't Grandhotel" ist ein Fest für Augen und Zwerchfell.

Art:
Bühne
Datum:
Ende:
Ort:
Theater Ohnsorg/ Großes Haus
Heidi-Kabel-Platz 1
20099  Hamburg
E-Mail:
info@ohnsorg.de
Preis:
14,50 - 62,00
Kartenverkauf:
Theaterkasse
Montag bis Samstag: 10.00 bis 18.30 Uhr
Sonntag: 14.00 bis 18.30 Uhr

Telefon: 040 35 08 03 21
In meinen Kalender eintragen

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Kulturjournal | 18.11.2019 | 19:00 Uhr

Mehr Kultur

28:40
NDR Fernsehen
28:40
NDR Fernsehen
28:43
NDR Fernsehen