ARD-Doku "Soldaten": Vom ersten Tag bis zum Auslandseinsatz

Stand: 07.07.2021 23:44 Uhr

Der Dokumentarfilm "Soldaten" begleitet drei Soldaten in Mecklenburg vom ersten Tag bei der Bundeswehr bis zum Auslandseinsatz. Für ein Jahr ist er in der ARD Mediathek zu sehen.

von Norbert Kuntze, ARD

Über 185.000 Soldaten und Soldatinnen dienen derzeit bei der Bundeswehr, davon mehr als 2.000 im Ausland. Christian von Brockhausen und Wilhelm Konrad haben die Wege von drei jungen Soldaten begleitet. "Ich glaube fest daran, dass man auch als einzelner oder als kleiner Soldat etwas dazu beisteuern kann, dass es zum Beispiel in irgendeiner Region wieder besser wird, dass dort die Familien wieder in Ruhe leben können, ohne Angst vor Bomben zu haben", sagt einer der jungen Soldaten.

Junge Soldaten im mecklenburgischen Hagenow

Jarrell, Jeremy und Alexis: Sie sind Anfang 20 und haben sich in der Panzergrenadier-Kompanie in Hagenow in Mecklenburg-Vorpommern zum Dienst an der Waffe verpflichtet. Ein jeder von ihnen aus unterschiedlichen Gründen, beispielsweise wegen eines schlechten Schulabschlusses. Was wünschen sich die drei? Was erhoffen Sie sich von der Zukunft? Was gibt Ihnen die Bundeswehr außer Schusstraining, Stubenappel und Drill? "Von nichts kommt nichts. Wenn man unbedingt einen Job braucht - man kriegt einen. Es gibt Wege, arbeiten kann man", erklärt einer der jungen Soldaten.

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Soldaten der Bundeswehr halten einen Helm (Nahaufnahme). © dpa-Bildfunk Foto: Stefan Sauer

"Soldaten" in der ARD Mediathek

Der Dokumentarfilm "Soldaten", der das Leben von drei Bundeswehr-Soldaten begleitet, steht bis zum 7. Juli 2022 in der ARD Mediathek. extern

Nach 20 Jahren zieht sich die Bundeswehr aus Afghanistan zurück

20 Jahre war die Bundeswehr im Auslandseinsatz in Afghanistan. Doch die Mission ist beendet. Die NATO und somit auch die Bundeswehr haben sich zurückgezogen. Unter den deutschen Soldaten war auch Jarrelll, der ein Jahr nach Beginn seiner Ausbildung nach Masar-e-Scharif geschickt wurde. "Klar, habe ich da auch Bock drauf. Weil es einfach zum Job gehört und dafür macht man die ganzen Übungen - das will man auch irgendwo anwenden. Andererseits habe ich auch nicht die Wahl: Wenn die jetzt sagen - 'du gehst nach Afghanistan' - dann kann ich da schwer 'Nein' sagen."

Drei junge Männer erfüllen sich Träume und suchen ein Stück Heimat bei der Bundeswehr. Für sie ist es eine Chance, der sie offen und erwartungsfroh gegenüberstehen. Im Gegensatz dazu stehen die Sorgen einer Mutter: "Es ist etwas ganz anderes, wenn der Ehemann im Ausland ist oder beim Militär, als wenn das eigene Kind Soldat ist. Das ist ein ganz anderes Gefühl. Und ich finde ein viel Schlimmeres."

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Christian von Brockhausen © Simona Dürnberg Foto: Simona Dürnberg

"Soldaten": Regisseur Von Brockhausen über seine ARD-Doku

Christian von Brockhausen und Willem Conrad haben drei junge Soldaten mit der Kamera begleitet. Ein Interview. mehr

"Soldaten": Bemerkenswerte Dokumentation

Dienst an der Waffe, das ist in Deutschland nach wie vor ein Thema, das gesellschaftlich sehr zwiespältig diskutiert wird. Insbesondere die Auslandseinsätze stehen in der Kritik, erst recht, wenn sie letztlich als gescheitert gelten wie in Afghanistan.

Den beiden Autoren Christian von Brockhausen und Wilhelm Konrad ist mit ihren Beobachtungen ein bemerkenswerter Spagat gelungen. Die Innenansichten der Grundausbildung bei der Bundeswehr begleiten sie weder mit erwartbaren kritischen Untertönen noch mit Beschönigung. Sie lassen die Protagonisten sprechen mit all ihren Träumen und Ängsten. Das allein ist Aussage genug über Soldaten. "Noch besser wäre es, wenn wir keine Auslandseinsätze bräuchten", meint einer der Soldaten, und sein Kamerad findet: "Irgendjemand muss es halt machen."

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch in den Tag | 07.07.2021 | 08:20 Uhr