Eine Corona-Schutzmaske liegt auf dem Vorplatz vor dem GOP-Theater in Bad Oeynhausen. © Teresa Kröger

3G am Arbeitsplatz: Wie läuft das in Kultureinrichtungen?

Stand: 24.11.2021 09:51 Uhr

Ab heute gelten bundesweit neue Corona-Maßnahmen: 3G am Arbeitsplatz, das heißt Arbeitnehmerinnen und -nehmer müssen einen Impf- oder Testnachweis vorzeigen. Wie wirkt sich das auf Kulturbetriebe aus?

von Philipp Schmid

Das Theater Osnabrück beschäftigt rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ulrich Mokrusch ist Intendant und Geschäftsführer des Theaters. Sein Publikum kontrolliert er schon länger, ob es geimpft, getestet oder genesen ist. Seit heute gilt diese Regelung auch für sein Team. Für den Arbeitsalltag am Theater bedeute dies, dass sich eigentlich gar nichts ändere, so Mokrusch. Denn schon seit geraumer Zeit, also seit Spielzeitbeginn, habe das Theater Osnabrück bereits die 2G-Regelung eingeführt. "Auch konnten wir mit einem großen Verständnis in der Mitarbeiterschaft auf eine hohe Impfquote zurückgreifen, das heißt wir haben nur noch eine geringe Gruppe von ungeimpften Menschen, die wir mit einem PCR-Test alle 48 Stunden kontrollieren."

Ulrich Mokrusch: "Für uns ändert sich gar nichts."

Die Impfquote am Theater Osnabrück liege bei 96%. "Das erfüllt uns auch ein bisschen mit Stolz", erklärt Mokrusch. Der Theaterbetrieb konnte in den vergangenen Monaten nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen stattfinden. Viele Mitarbeitende hätten also schnell verstanden, dass das Impfen ein wichtiger Schritt sei, wieder zur originären künstlerischen Theaterarbeit zurückkehren zu können. Damit ließe sich die so hohe Impfquote und Solidarität im Haus erklären.

"Ich glaube, warum Impfen sinnvoll ist, das ist hinreichend bekannt. Doch jetzt ist der Zeitpunkt, auch für den Einzelnen zu verstehen, dass es eine Solidarität auch in die andere Richtung gibt", so Mokrusch. Am Theater Osnabrück habe man Verständnis für diejenigen gehabt, die sich nicht impfen lassen wollten. "Wir erleben aber ja jetzt, dass diese Rücksichtnahme auf die Ungeimpften im Grunde genommen die Solidarität der anderen stark beansprucht." Und das sei laut Mokrusch ein Verständnisprozess, der gerade losgehe.

Große Sorge um Zukunft des Theaters

Dadurch, dass alle ungeimpften Mitarbeitenden einen negativen PCR-Test vorlegen müssen - und dem in einer Betriebsvereinbarung zugestimmt wurde - herrsche im Haus ein großer Betriebsfrieden, "weil wir dadurch in der Lage waren zu sagen, es sind alle gemeinsam im Boot. Die einen, weil sie alle 48 Stunden einen PCR-Test machen, die anderen, weil sie geimpft sind und rechtlich dem PCR-Getesteten gleichgestellt sind." Damit gebe es Sicherheit für beide Seiten.

Ulrich Mokrusch hat große Sorgen, nicht geöffnet durch den Winter zu kommen: "Wir haben natürlich geglaubt und gehofft, dass wir mit dem beschriebenen System - also sehr sehr früh 2G, auch auf der Zuschauerseite - im Grunde genommen in eine sichere Situation kommen. Und das steht jetzt gerade in den Sternen."

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch in den Tag | 24.11.2021 | 08:15 Uhr